• Die SEC prüft offene Fragen rund um verzögerte Prediction-Market- und Event-Contract-ETFs.
  • Chairman Paul Atkins will öffentliche Rückmeldungen einholen, bevor die Behörde auf neue ETF-Strukturen reagiert.

Die US-Börsenaufsicht SEC bremst bei neuartigen ETF-Produkten erst einmal ab. Chairman Paul Atkins erklärte am Mittwoch, die Behörde prüfe „neuartige Fragen“, die durch jüngst aufgekommene Fondsstrukturen wie Event-Contract-ETFs entstehen.

ETF-Sponsoren verschieben Starts freiwillig

Atkins sagte, er begrüße, dass mehrere Fondsanbieter das Wirksamwerden bestimmter neuartiger ETFs freiwillig verzögert hätten. Gemeint sind unter anderem Produkte, die sich auf Event Contracts oder Mechanismen aus Prediction Markets stützen.

Das klingt nach einem technischen Vorgang, ist aber politisch und regulatorisch ziemlich sensibel. Klassische ETFs sind vergleichsweise einfach einzuordnen.

Sie bilden Aktienindizes, Anleihen, Rohstoffe oder inzwischen auch digitale Assets ab. Event-Contract-ETFs würden dagegen auf Wahrscheinlichkeiten und Ereignisausgänge verweisen.

Damit verschwimmt die Grenze zwischen Investmentprodukt, Derivat und Ereigniswette. Genau das macht die Sache für die SEC schwierig. Anleger brauchen verständliche Risikohinweise. Märkte brauchen saubere Preisbildung.

Und die Aufsicht muss klären, ob solche Produkte anfällig für Manipulation sind, besonders wenn die zugrunde liegenden Ereignisse politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich relevant sind.

Ein weiterer Punkt ist die Zuständigkeit. Event Contracts liegen traditionell näher an Derivatemärkten und damit oft im Umfeld der CFTC. ETFs dagegen fallen in den Kernbereich der SEC. Wenn beide Welten zusammenkommen, entsteht schnell ein regulatorischer Zwischenraum.

Öffentliche Stellungnahmen sollen den Rahmen klären

Atkins sagte, er habe die Mitarbeiter der SEC angewiesen, Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit einzuholen. Die Behörde wolle transparent und sorgfältig prüfen, wie sie auf die jüngsten Marktveränderungen reagieren solle.

Das ist ein klares Signal an Fondsanbieter: Neue ETF-Ideen sind nicht automatisch vom Tisch. Aber sie müssen besser begründet werden. Anbieter werden erklären müssen, wie der Wert solcher Produkte berechnet wird, welche Datenquellen genutzt werden, wie Liquidität entsteht und was passiert, wenn ein Ereignis umstritten, verschoben oder anders ausgelegt wird als erwartet.

Für Anleger ist das zentral. Ein Event-Contract-ETF könnte auf den ersten Blick wie ein normales Börsenprodukt wirken. Tatsächlich kann sein Risiko aber stärker von Wahrscheinlichkeitsmodellen, Marktsentiment und Ereignisdefinitionen abhängen als von klassischen Vermögenswerten.

Der Schritt kommt in einer Phase, in der Finanzmärkte immer mehr Grenzprodukte hervorbringen. Krypto-ETFs, tokenisierte Aktien, Prediction Markets und Event Contracts bewegen sich langsam aufeinander zu.