Fidelity-Makrochef Jurrien Timmer sieht bei Bitcoin Anzeichen für den Start eines neuen zyklischen Bullenmarkts. In mehreren Beiträgen auf X vom 25. und 26. September skizziert er zwei extrem bullische Perspektiven für Bitcoin und nannte Bitcoin als wichtiges Investment für die Diversifizierung von Portfolios.

Bitcoin: Doppelboden könnte Weg zu 100.000 Dollar öffnen

Auf X schrieb Timmer am Freitag:

„Bitcoin sieht hier besonders interessant aus, da er einen wichtigen Widerstand bei 80.000 Dollar testet. Ein Ausbruch darüber würde einen Doppelboden mit einem Kursziel von 100.000 Dollar bestätigen.“

Bitcoin-Wochenchart von Jurrien Timmer mit Tiefpunkten bei 60.033 und 57.742 US-Dollar sowie einer Nackenlinie bei rund 82.800 Dollar
Timmers Wochenchart zeigt zwei Tiefpunkte bei 60.033 und 57.742 US-Dollar. Die Nackenlinie verläuft im Bereich des Zwischenhochs bei rund 82.800 Dollar. Datenstand: 20. September 2026.

Timmers Chart zeigt zwei Tiefpunkte bei 60.033 und 57.742 US-Dollar. Dazwischen erholte sich Bitcoin bis auf 82.807 Dollar, bevor der Kurs ein zweites Mal zurückfiel.

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Diese Abfolge aus Tief, Zwischenhoch und erneutem Tief bildet den möglichen Doppelboden. Die waagerechte Linie auf Höhe des Zwischenhochs ist die Nackenlinie: Steigt Bitcoin darüber, gilt die Bodenformation charttechnisch als bestätigt.

Timmer beschreibt diese Hürde in seinem X-Beitrag gerundet als Widerstand bei 80.000 Dollar und leitet aus einem Ausbruch ein Kursziel von 100.000 Dollar ab. Sein Chart zeigt die Nackenlinie aber genauer im Bereich von rund 82.800 Dollar. Die Grafik hat allerdings den Datenstand 20. September und bildet die jüngste Kursentwicklung nicht ab.

Am Samstag notierte Bitcoin bereits über dieser Linie: Am 25. September schloss BTC bei rund 84.100 Dollar, am 26. September lag der BTC-Kurs bei etwa 84.000 Dollar. Der von Timmer beschriebene Ausbruch ist damit bereits erfolgt. Ob er auf dem verwendeten Wochenchart Bestand hat, zeigt erst der Wochenschluss am heutigen Sonntagabend.

Für die längerfristige Perspektive zieht Timmer ein separates Modell heran. Sein Power-Law-Chart ordnet den Bitcoin-Kurs in einen langfristigen Wachstumspfad mit Trend- und Unterstützungslinie ein. Dazu erklärt er:

„Die Power-Law-Mathematik von Bitcoin deutet weiterhin darauf hin, dass nach dem Halten der 60.000-Dollar-Marke ein neuer zyklischer Bullenmarkt im Gange ist, mit einem Kursziel von 300.000 Dollar im Jahr 2029.“

Power-Law-Chart von Jurrien Timmer mit Bitcoin-Kurs, langfristiger Trendlinie und Unterstützungslinie bis 2029
Timmer nutzt das Power-Law-Modell, um den Bitcoin-Kurs in einen langfristigen Wachstumspfad einzuordnen. Die Unterstützung im Bereich von 60.000 US-Dollar ist für seine These eines neuen Zyklus entscheidend. Datenstand: 20. September 2026.

Die Zone um 60.000 Dollar bildet das Zyklustief. Sollte Bitcoin nicht noch einmal unter diesen Bereich fallen, wäre die Zyklustheorie bestätigt und ein Bullenlauf auf 300.000 US-Dollar möglich.

Warum Timmer Bitcoin als Portfoliobaustein sieht

Timmer betrachtet Bitcoin auch im Verhältnis zu anderen Anlageklassen. In einem anderen X-Beitrag schreibt er:

„Sowohl der Bloomberg Commodity Spot Index als auch Bitcoin eignen sich weiterhin gut zur Diversifikation. Das gilt ebenso für Managed Futures, REITs, abgesicherte Aktienstrategien und Liquidität.“

Fidelity-Grafik zu rollierenden 50-Tage-Korrelationen verschiedener Anlagen mit dem S&P 500 und langlaufenden US-Staatsanleihen
Die Grafik vergleicht, wie sich die Korrelationen von Bitcoin, Rohstoffen und weiteren Anlagen zum S&P 500 und zu langlaufenden US-Staatsanleihen verändert haben. Datenstand: 20. September 2026.

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Seine beigefügte Grafik zeigt, wie stark die Renditen dieser Anlagen über rollierende 50-Tage-Zeiträume mit dem S&P 500 und langlaufenden US-Staatsanleihen zusammenhingen. Bitcoin kann ein Portfolio nach Timmers Einschätzung ergänzen, weil sich sein Kurs nicht jederzeit gleich bewegt wie Aktien und Anleihen. Die Grafik zeigt aber auch, dass sich Korrelationen verändern.

Im zweiten Beitrag ordnet Timmer diese Beobachtung in die Anlagestrategie von Fidelity ein:

„Meiner Ansicht nach bleibt ein breit diversifiziertes 60/20/20-Modell sinnvoll. Die Schachfiguren sind ständig in Bewegung. Derzeit liegen Bitcoin und Rohstoffe vorne, gefolgt von den Mag 7, die in den vergangenen Wochen wieder angezogen haben.“

Fidelity-Übersicht der Rangfolge rollierender Drei-Monats-Renditen verschiedener Anlageklassen von 2017 bis 2026
Timmers „Periodensystem“ ordnet Anlageklassen nach ihren rollierenden Drei-Monats-Renditen. Die wechselnden Spitzenplätze zeigen, wie stark sich die Marktführerschaft im Zeitverlauf verändert. Datenstand: 20. September 2026.

Timmer sieht Bitcoin und Rohstoffe derzeit also als starke Teile eines breiter aufgestellten Portfolios. Welche Anlageklassen er den drei Blöcken seines 60/20/20-Modells genau zuordnet und wie hoch der Bitcoin-Anteil darin sein soll, geht aus den beiden Beiträgen nicht hervor.