Der Ausverkauf bei KI- und Chipaktien an der Wall Street hat am Donnerstag auch den Kryptomarkt erfasst. Bitcoin gab die Gewinne nach den US-Zwischenwahlen wieder ab und fiel von über 80.000 US-Dollar am Vortag auf 75.803 US-Dollar zum Tagesschluss.
Bitcoin robuster als der Nasdaq
Nach dem Wahlsieg der Demokraten in beiden Kammern des US-Kongresses wuchs die Sorge, dass politischer Widerstand den Ausbau von KI-Rechenzentren bremsen könnte. Anleger zweifelten bereits daran, wie schnell sich die hohen Investitionen in KI auszahlen. Der Nasdaq 100 verlor 6,4 Prozent, der S&P 500 verlor 4,36 Prozent.
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Am Kryptomarkt verstärkten Zwangsliquidationen den Verkaufsdruck. Laut CoinGlass wurden innerhalb der letzten 24 Stunden Positionen in Höhe von rund 1,25 Milliarden US-Dollar liquidiert, davon etwa 1,11 Milliarden in Long-Positionen. Auf Bitcoin entfielen 294 Millionen US-Dollar an Longs.
Alex Krüger verglich Bitcoin auf X mit dem Nasdaq via X:
„Heute ist es zum zweiten Mal in der Geschichte passiert, dass der Nasdaq mehr als 5 Prozent gefallen ist und Bitcoin weniger verloren hat als der Nasdaq. Das andere Mal war am 16. März 2020.“
Für Donnerstag bezifferte er die Verluste auf 6,4 Prozent beim QQQ und 5,3 Prozent bei Bitcoin. Im März 2020 waren es in seiner Auswertung 12,0 Prozent beim Nasdaq beziehungsweise 10,6 Prozent bei Bitcoin.
Damit hat der Bitcoin-Kurs erhebliche relative Stärke gezeigt. Zudem gibt es noch ein weiteres starkes Signal: Trotz des starken Abverkaufs hat sich der BTC-Kurs, wie der Research-Leiter bei Galaxy, Alex Thorn, feststellte, über der 50-Wochen-Linie gehalten:
„Bitcoin hat sich an einem Tag mit heftigen Marktbewegungen bemerkenswert robust gehalten. Erfreulich ist, dass Bitcoin den Donnerstag über seinem gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt beendet hat.“

Galaxy bezifferte den Tagesverlust auf 5,8 Prozent. Der Tagesschluss lag nur rund 300 US-Dollar über dem gleitenden Durchschnitt von 75.505 US-Dollar. Zuletzt hatte Bitcoin sieben Wochen in Folge über dieser Linie geschlossen.
Diese Kursmarken sind für Bitcoin jetzt wichtig
Für den renommierten technischen Analysten Aksel Kibar deutet der Rücksetzer auf eine Rückkehr in die frühere Handelsspanne hin.
„Es sieht immer mehr danach aus, dass wir wieder in der Spanne zwischen 60.000 und 82.800 US-Dollar liegen. Das kleinere Zwischentief bei 75.000 US-Dollar ist die letzte Unterstützung vor einem Rückgang auf tiefere Niveaus.“

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Der niederländische Analyst Daan Crypto Trades sieht im Wochenchart noch Spielraum, obwohl ihm die beiden jüngsten Tageskerzen Sorgen bereiten:
„Auf den Wochenschluss kommt es an. Charttechnisch reicht die Unterstützung auf höheren Zeitebenen vom aktuellen Kurs bis hinunter auf 73.000 US-Dollar. Fällt diese Marke, wird das Bild auf diesen Zeitebenen deutlich schwächer.“

Sein niederländischer Kollege Michaël van de Poppe hält einen kurzen Rücksetzer unter das September-Tief bei rund 75.000 US-Dollar für eine Kaufgelegenheit. Laut ihm ist der gestrige Crash vor allem auf den überhitzten Derivatemarkt zurückzuführen. Am Donnerstagabend schrieb er mit Blick auf den heutigen Handelstag:
„Ich erwarte, dass der Nasdaq morgen einen Boden findet. Dasselbe gilt für Bitcoin, möglicherweise nach einem kurzen Rutsch unter 75.000 US-Dollar.“

Eine schnelle Erholung nach einem kurzen Unterschreiten des September-Tiefs würde van de Poppes Szenario stützen. Entscheidend könnte aber der Wochenschluss am Sonntag werden. Ein Halten der 50-Wochen-Linie wäre ein wichtiges Signal.












