Der Bitcoin-Kurs ist nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen vom 03.11.2026 überraschend über die 80.000-USD-Marke gesprungen.

Kurz zuvor korrigierte BTC auf 76.500 USD, fand jedoch auf diesem Niveau neue Käufer und sprang wenige Stunden später um fast 4.000 USD nach oben. Zum Redaktionszeitpunkt steht der Kurs bei 80.369,02 USD. (Artikel geht nach dem Chart weiter)

Makroökonomische Situation entspannt sich – Bitcoin-ETFs drehen ins Plus

Der Unsicherheitsfaktor der Midterms hatte sowohl den traditionellen Aktienmarkt als auch Bitcoin stark belastet. Darüber hinaus gibt es nach monatelangen Spannungen und angesichts des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran neue Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung und damit auf eine Beilegung des Konflikts.

Tipp der Redaktion: DAC8-Daten beim Finanzamt: Diesen Anspruch haben Bitcoin-Investoren

Die Ölpreise brachen am Mittwoch in der Folge deutlich ein: Die internationale Referenzsorte Brent verlor 8,7 Prozent und fiel auf 94,62 USD pro Barrel. US-Rohöl der Sorte WTI verbilligte sich sogar auf 88,12 USD.

Brent-Öl-Kurs (BRENT OIL/USD) im 1-Stunden-Chart auf Hyperliquid mit starkem Abwärtstrend, Kurs bei 94,399 USD und gleitenden Durchschnitten oberhalb des aktuellen Kurses.
Brent-Öl unter Druck: Der Stundenchart auf Hyperliquid zeigt einen deutlichen Kursrückgang auf rund 94,40 USD. Sämtliche dargestellten gleitenden Durchschnitte liegen über dem aktuellen Kurs und unterstreichen den anhaltenden Abwärtstrend.

Positiv ist auch die Aussicht, dass die Regierungsbildung in Israel den derzeitigen Ministerpräsidenten Netanyahu entmachten könnte. Wenngleich dies keine Garantie für einen baldigen Frieden mit dem Iran bedeutet, kündigte Herausforderer Eisenkot an, diplomatischen Mitteln Vorrang geben zu wollen.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist gestern von 5 % auf 4,84 % gefallen und tendiert zum Redaktionszeitpunkt weiter nach unten. Dies könnte den Risikoappetit institutioneller Investoren auf Bitcoin erneut befeuern. Darauf deuten auch die neuesten Zahlen zu den US-Spot-Bitcoin-ETFs hin.

Nachdem zwischen Freitag und Mittwoch Abflüsse von knapp 1,1 Milliarden USD verzeichnet worden waren, erzielten die Fonds gestern Zuflüsse in Höhe von 276 Millionen USD. Auch Ether-ETFs beendeten ihre fast 30-tägige Negativserie und zogen mehr als 42 Millionen USD frisches Kapital an.

Krypto-ETF-Nettozuflüsse der letzten 30 Tage laut CoinMarketCap. Am 4. November 2026 verzeichneten Bitcoin-ETFs Zuflüsse von 276,4 Mio. USD und Ethereum-ETFs 42,5 Mio. USD, während Hyperliquid-ETFs Abflüsse von 2,4 Mio. USD aufwiesen.
Krypto-ETFs im Fokus: Der 30-Tage-Chart von CoinMarketCap zeigt schwankende Kapitalströme bei Bitcoin- und Ethereum-ETFs. Am 4. November 2026 dominierten positive Nettozuflüsse bei Bitcoin (+276 Mio. USD) und Ethereum (+43 Mio. USD), während Hyperliquid leichte Abflüsse verzeichnete.

Laut dem FedWatch-Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank am 09.12.2026 bei 79,5 %. Analysten gehen jedoch mehrheitlich davon aus, dass dieser Zinsschritt bereits eingepreist ist und somit keine negativen Folgen für BTC und den Kryptomarkt hätte.

Bei den Midterms gewinnen die Demokraten sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus. Dadurch entsteht eine politische Pattsituation, in der Trump vornehmlich als Veto-Präsident weiterregieren wird. Damit dürften größere Fortschritte bei der Regulierung und anderen Themen wie der Bitcoin-Reserve der USA ausbleiben.

Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich, da die Bitcoin-Adoption auch ohne den Clarity Act und weitere neue Gesetze wachsen kann. Für die kommenden zwei Jahre droht den USA damit eine politische Blockade, die sich historischen Daten zufolge positiv auf Aktien und den Kryptomarkt auswirken könnte.

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Bitcoin stand zwölf Monate nach den US-Zwischenwahlen stets höher

Laut einer neuen Analyse von CoinDesk stand der Bitcoin-Kurs zwölf Monate nach den US-Zwischenwahlen durchschnittlich um 53 % höher. Die Daten zeichnen ein klar bullisches Bild:

  • 2015: +24 %
  • 2019: +44,9 %
  • 2023: +92 %
Balkendiagramm der Bitcoin-Renditen zwölf Monate nach den US-Midterms 2010, 2014, 2018 und 2022.
Zwölf Monate nach den Midterms gewann Bitcoin 2014/15 rund 24,1 Prozent, 2018/19 rund 44,9 Prozent und 2022/23 rund 92,1 Prozent. Der Durchschnitt ohne 2010 beträgt 53,7 Prozent. Quelle: CoinDesk, TradingView.

Natürlich ist die Entwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft. Dennoch zeichnen sich zunehmend positive Signale ab. Der Analyst Michaël van de Poppe zeigt sich bullisch, solange sich Bitcoin oberhalb der 79.800-USD-Marke halten und dieses Niveau als neue Unterstützung etablieren kann: 

“Im Idealfall hält die Marke von 79.800 US-Dollar. Das wäre ein starkes Signal dafür, dass die Käufer wieder verstärkt in den Markt einsteigen und eine hohe Kaufbereitschaft besteht.

Ich gehe davon aus, dass wir heute massive Kapitalzuflüsse in die Bitcoin-ETFs sehen werden.

Sollte die Marke von 79.800 US-Dollar jedoch nicht halten, rückt für mich der Bereich um 79.000 US-Dollar als nächste wichtige Unterstützungszone in den Fokus.

Fällt auch diese Unterstützung, könnte die Lage an den Märkten kritisch werden.

Hält die Marke von 79.000 US-Dollar hingegen stand, stehen die Chancen gut, dass wir innerhalb der nächsten sieben bis zehn Tage einen kräftigen Ausbruch nach oben erleben. Damit könnte sich das aktuelle Marktbild deutlich aufhellen und der Trend wieder in einen nachhaltigen Aufwärtstrend übergehen.”

In welche Richtung sich Bitcoin entwickeln wird, werden die nächsten Tage zeigen.