Die Demokraten wollen nach ihrem Wahlsieg im US-Repräsentantenhaus die Kryptogeschäfte der Trump-Familie untersuchen. Im Mittelpunkt stehen World Liberty Financial (WLF), ein 500-Millionen-Dollar-Deal mit Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und die Begnadigung des Binance-Gründers Changpeng Zhao.
Demokraten bereiten Untersuchungen gegen Trump vor
Nach den Wahlprognosen übernehmen die Demokraten im Januar 2027 die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Damit können sie über die Ausschüsse Dokumente und Zeugenaussagen erzwingen. Der voraussichtlich nächste Vorsitzende des Kontrollausschusses, Robert Garcia, reagierte auf die Wahlnacht mit der Warnung: „Holt euch Anwälte.“
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Bereits vor der Wahl hatte Garcia gegenüber Punchbowl News Untersuchungen zu den Kryptogeschäften angekündigt. Seine Mitarbeiter hätten dafür monatelang Vorarbeit geleistet. Er erklärte:
„Aber gerade mit einer Mehrheit haben wir auch wichtige Instrumente. Wir können im Namen des Repräsentantenhauses vor Gericht ziehen.“
World Liberty Financial dürfte laut Fortune zu den ersten Untersuchungszielen gehören. Im Zentrum steht der berichtete Erwerb eines 49-Prozent-Anteils für rund 500 Millionen US-Dollar durch Investoren im Umfeld von Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, dem nationalen Sicherheitsberater der VAE. Der Deal wurde wenige Tage vor Trumps Amtsantritt im Januar 2025 geschlossen.
Demokraten wollen auch untersuchen, ob Verbindungen zwischen diesen Zahlungen und späteren politischen Entscheidungen zugunsten der Emirate bestehen, darunter der Zugang zu fortschrittlichen US-KI-Chips. Bereits im Februar forderten Abgeordnete Finanzminister Scott Bessent zu einer Untersuchung auf.
Ins Visier der Demokraten könnte auch das Bankprojekt geraten: Die OCC erteilte World Liberty Trust Company am 14. August 2026 eine vorläufige, an Bedingungen geknüpfte Genehmigung.
Ein weiterer Angriffspunkt für die Demokraten ist die Verbindung zwischen WLF und Binance. Der emiratische Investor MGX nutzte den WLF-Stablecoin USD1 für seine zwei Milliarden US-Dollar schwere Binance-Beteiligung. Trump begnadigte Zhao im Oktober 2025, nachdem dieser wegen eines unzureichenden Geldwäschepräventionsprogramms zu vier Monaten Haft verurteilt worden war.
Das Weiße Haus stellt die Untersuchungspläne als parteipolitischen Angriff dar. Sprecherin Lauren Bis erklärte gegenüber Newsweek:
„Die Demokraten haben kein Programm, um das Leben der Amerikaner zu verbessern. Ihr einziges Ziel ist die Fortsetzung ihrer zehnjährigen Hexenjagd auf Präsident Trump.“
Könnte Bitcoin unter Druck geraten?
Der Bitcoin-Kurs fiel am Mittwoch zunächst auf ein Sechswochentief bei 75.736 US-Dollar und erholte sich zum Redaktionszeitpunkt auf rund 78.500 US-Dollar und liegt damit über die vergangenen 24 Stunden mit 1,9 Prozent im Plus. Eine unmittelbare Reaktion auf die News ist damit ausgeblieben.
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Vielmehr scheint nun die Unsicherheit über den Wahlausgang beseitigt, weshalb Bitcoin und der gesamte Kryptomarkt leicht zulegen konnten. Dennoch könnte der Demokraten-Sieg mittelfristig zum Problem werden.
Die Untersuchungen könnten politische Aufmerksamkeit auf den Kryptomarkt ziehen und Gesetze wie den Clarity Act vereiteln. Eine Verabschiedung des Clarity Acts war bereits vor den Zwischenwahlen an den Kryptogeschäften von Trump gescheitert. Auch wenn die Demokraten nach der gescheiterten Abstimmung Bereitschaft für einen neuen Anlauf zeigten, dürfte ein Kompromiss in weitere Ferne gerückt sein.
All diese Faktoren bedeuten starken Gegenwind für den Kryptomarkt. Für Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt dürfte deshalb entscheidend werden, ob die Untersuchungen konkrete regulatorische Folgen auslösen.












