Bitcoin hat auf die neuen US-Wirtschaftsdaten zunächst mit kleinen Ausschlägen um 80.000 US-Dollar reagiert. Das überraschend starke BIP-Wachstum und die wieder gestiegene PCE-Inflation liefern unterschiedliche Argumente für den Kryptomarkt, während die Terminmärkte eine Zinserhöhung im Dezember deutlich favorisieren.
US-Wirtschaft wächst stärker als erwartet
Die US-Wirtschaft expandierte im dritten Quartal 2026 nach der ersten BEA-Schätzung mit einer annualisierten Rate von 3,4 Prozent. Das übertraf die Konsensprognose von 3,2 Prozent und lag über den 2,2 Prozent des Vorquartals. Gegenüber dem unmittelbar vorherigen Quartal betrug das reale Wachstum 0,8 Prozent.
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Getragen wurde die Expansion von Investitionen, Konsum und Staatsausgaben. Bei den Investitionen trugen insbesondere Lageraufbau und Ausrüstung bei. Die realen Verkäufe an private inländische Endabnehmer, ein Maß für die private Binnennachfrage, legten annualisiert um 4,9 Prozent zu, nach 4,6 Prozent im Vorquartal.
Bei der Inflation bestätigte sich dagegen die erwartete Beschleunigung. Der PCE-Preisindex stieg im September um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,4 Prozent. Monatlich betrug der Zuwachs 0,5 Prozent, nach 0,3 Prozent. Die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie erreichte jährlich 3,1 Prozent nach 3,0 Prozent und monatlich 0,3 Prozent. Damit entsprachen alle vier Inflationswerte den Erwartungen.
Ein Detail relativiert das Bild durchgehend robuster Verbraucher: Der reale Konsum stagnierte gerundet, statt wie erwartet um 0,1 Prozent zuzulegen. Die BEA weist den Augustzuwachs inzwischen mit 0,5 statt zuvor 0,6 Prozent aus. Auch die monatliche Kerninflation für August steht in der aktuellen Veröffentlichung bei 0,3 statt zuvor 0,2 Prozent.
Michaël van de Poppe stellte dennoch die Konjunkturstärke in den Vordergrund und leitete daraus eine optimistische Einschätzung für die laufende Korrektur ab:
„Was soll also die Schwarzmalerei? Das ist ein starkes Signal für die Wirtschaft. Die Korrektur ist fast vorbei.“
Daan Crypto Trades sah nach der Veröffentlichung wenig Neues. Seine Einordnung fiel zurückhaltender aus:
„Das BIP bleibt eindeutig stark und übertrifft schon das ganze Jahr über die Prognosen. Die Inflation bleibt erhöht, den Verbrauchern geht es weiterhin gut.“
Bitcoin pendelt, FedWatch signalisiert Zinserhöhung
Der Bitcoin-Kurs zeigte zunächst keine nachhaltige Richtungsentscheidung. Unmittelbar vor der Veröffentlichung um 13:30 Uhr deutscher Zeit lag Bitcoin bei rund 80.013 US-Dollar. In der ersten Minute erreichte BTC etwa 80.144 US-Dollar, fiel anschließend bis auf 79.913 US-Dollar und schloss die Minute um 13:44 Uhr bei rund 80.023 US-Dollar.
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Die Ausschläge blieben damit zunächst innerhalb einer Spanne von rund 0,3 Prozent. Der Rückgang unter 80.000 US-Dollar hatte bereits vor dem US-Datentermin begonnen.
The Kobeissi Letter konzentrierte sich auf das Inflationsrisiko und formulierte eine deutlich restriktivere Zinsprognose:
„Damit ist nun bestätigt, dass die Inflation gemessen an CPI, PPI und PCE wieder steigt. Eine Zinserhöhung im Dezember kommt.“
Die Terminmärkte bewerteten dieses Szenario als wahrscheinlich. CME FedWatch zeigte mit Datenstand vom 29. Oktober, 13:30:42 Uhr deutscher Zeit, für die Sitzung am 9. Dezember eine Wahrscheinlichkeit von 83,0 Prozent für eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 4,00 bis 4,25 Prozent. Auf unveränderte Zinsen entfielen 17,0 Prozent, auf eine Senkung 0,0 Prozent. Das sind marktbasierte Erwartungen, keine Zusage der Fed.
Die Notenbank hatte am Vortag die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent beibehalten. Lisa Cook und Beth Hammack stimmten für eine Anhebung um 25 Basispunkte. Für Bitcoin bleibt damit entscheidend, ob das Wachstum die Risikobereitschaft trägt oder die anhaltende Inflation weitere Straffung wahrscheinlicher macht.












