Der Bitcoin-Kurs stabilisiert sich derzeit nach dem Rückgang von rund 85.000 USD bei rund 81.700 USD. Allerdings steht BTC sowohl aus chart- als auch aus makrotechnischer Sicht unter starkem Druck.
Brent verteuerte sich am 22. Oktober um 4 Prozent auf 113,17 Dollar je Barrel und erreichte den höchsten Schlussstand seit Mai. Am Freitagmorgen stieg der Preis weiter auf 113,75 Dollar. Im Umfeld des Iran-Kriegs schüren Angriffe der mit Teheran verbündeten Huthi auf Saudi-Arabien neue Versorgungsängste. Saudi Aramco ließ seinen Hauptsitz in Dhahran evakuieren.
Gleichzeitig verlor der Nasdaq am Donnerstag 2,6 Prozent. Metas Quartalsbericht und die geplante Ausgabe stimmrechtsloser Aktien verstärkten Zweifel, ob die hohen KI-Investitionen wirtschaftlich aufgehen. Anleger suchten Schutz in US-Staatsanleihen.
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Damit könnte der Hauptgrund für die Schwäche von Bitcoin wieder einmal von den traditionellen Finanzmärkten ausgehen. Höhere Energiekosten bergen zusätzlich Inflationsrisiken und erhöhen die Chancen für Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Gleichzeitig schwappt die bärische Stimmung aus dem US-Tech-Aktienbereich zu Bitcoin über.
So reagierte Bitcoin auf die Entwicklungen
Der deutsche Krypto-Analyst RobynHD meldet auf X deutlich steigendes Open Interest bei leicht positiver Funding Rate. Parallel bleiben Futures-CVD und Spot-CVD negativ, aggressive Verkäufe überwiegen also weiterhin in beiden Segmenten. Neue Positionen treffen damit auf anhaltenden Verkaufsdruck, was weitere Long-Liquidationen begünstigen kann.
Rund 60,4 Prozent des betrachteten Top-Trader-Positionsvolumens entfallen auf Longs. In den angezeigten Hyblock-Daten stehen durchschnittlich 50-fach gehebelte Shorts einem Long-Hebel von rund 9,4 gegenüber. RobynHD schlussfolgert:
„Kurzfristig bleibt Bitcoin anfällig für weitere Rücksetzer. Gerade das steigende Open Interest bei weiterhin positiver Funding Rate gefällt mir nicht. Gleichzeitig könnte die stark gehebelte Short-Seite bei einer Gegenbewegung für zusätzlichen Aufwärtsdruck sorgen.“
Die Siebentages-Heatmap zeigt laut dem Analysten größere Liquiditätscluster bei 80.000 bis 80.300 sowie rund 85.000 Dollar. Im Dreitagesbild stehen 80.000 Dollar auf der Unterseite Clustern bei 83.300 sowie 85.000 bis 86.000 Dollar gegenüber.
Der niederländische Analyst Michaël van de Poppe glaubt, dass Bitcoin zunächst tiefer fallen könnte:
„Die jüngsten Bewegungen wurden von Nachrichten angetrieben. Aus technischer Sicht wäre es aber nicht ungewöhnlich, wenn die Märkte eine tiefere Korrektur erleben.“
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Für mögliche Long-Einstiege nennt er einen kurzen Durchbruch unter 80.000 Dollar in die Zone von 78.400 bis 79.700 Dollar. Oberhalb von 82.900 Dollar wäre der Abwärtstrend für ihn hinfällig. Anschließend erwartet er einen Angriff auf die Hochs und schließlich ein neues Jahreshoch.

Sein niederländischer Kollege Daan Crypto Trades (@DaanCrypto) betont, dass der Kurs zwar einen bullischen Marktstrukturbruch vollzogen hat, doch eine nennenswerte Fortsetzung der Bewegung bislang ausgeblieben ist. Er prognostiziert deshalb:
„Sollte Bitcoin unter 80.000 Dollar fallen und stärker nachgeben, dürften wir 72.000 bis 75.000 Dollar sehen, eine solide langfristige Bewertungszone. Auf der Oberseite müssen die Bullen 85.000 bis 87.000 Dollar überwinden und sich darüber halten, dann können wir 92.000 Dollar und mehr ins Visier nehmen.“

CryptoQuant-CEO Ki Young Ju verwies auf X gestern auf ein Signal vom Futures-Markt, welches eher für die bullischen Szenarien spricht:
„Privatanleger sind von den BTC-Terminmärkten verschwunden – das genaue Gegenteil von dem, was wir am Höchststand gesehen haben.“

Gleichzeitig glaubt er, dass ein möglicher KI-Crash keine starken Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs haben würde:
„Ich glaube nicht, dass das Platzen einer KI-Blase Bitcoin stark treffen würde. Bitcoin hat die gesamte KI-Rallye verpasst. Wer KI-Aktien gekauft hat, könnte seine Bitcoin bereits verkauft haben.“












