CryptoQuant-Gründer Ki Young Ju erklärt den Bitcoin-Bärenzyklus für beendet und erwartet für die nächsten zwölf bis 24 Monate steigende Kurse. Seine These stützt sich auf Käufe großer Halter, eine Trendwende bei ETFs und wachsende Kryptokredite. Kurzfristig könnten die heutigen US-Inflationsdaten für Volatilität sorgen.

Ju teilte das nachfolgende PnL-Chart (Gewinn und Verlust) auf X und schrieb:

„Der Bitcoin-Bärenzyklus ist vorbei. Ich erwarte zwölf bis 24 Monate mit steigenden oder seitwärts tendierenden Kursen.“

Historischer Bitcoin-Kurs mit grünen Kauf- und roten Verkaufssignalen des CryptoQuant-PnL-Index sowie einem zuletzt markierten Kaufsignal.
CryptoQuants PnL-Index markiert zuletzt ein zyklisches Kaufsignal. Der in der Grafik ausgewiesene Bitcoin-Kurs beträgt rund 81.700 US-Dollar. Quelle: CryptoQuant.

Dabei zitiert er seinen eigenen Beitrag vom 18. März 2025. Damals hatte er den Bitcoin-Bullenzyklus für beendet erklärt und sechs bis zwölf Monate fallende oder seitwärts tendierende Kurse erwartet.

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In einem weiteren X-Post verwies Ju auf den neuesten CryptoQuant-Bericht. Die USDT-Kreditaufnahme von Nutzern, die mehr als zehn Millionen Dollar in Bitcoin als Sicherheit hinterlegen, sei im vergangenen Monat um 83 Prozent gestiegen. Er interpretiert dies als Bereitschaft großer Anleger, zusätzliche Risiken einzugehen:

„Wale nehmen Kredite gegen ihre BTC auf, um weitere Kryptowährungen oder andere Vermögenswerte zu kaufen. Sie setzen nicht auf einen weiteren starken Einbruch. Sie gehen ins Risiko.“

Bitcoin-Wale und ETFs akkumulieren wieder

Der CryptoQuant-Bericht vom 13. Oktober erklärt den Übergang in eine frühe Bullenmarktphase und führt dafür On-Chain-, ETF- und Kreditdaten an.

CryptoQuants Bull Score Index, der zehn On-Chain- und Marktsignale kombiniert, stieg von 20 Ende Juli auf 90 am 26. September, den höchsten Stand seit Dezember 2024. Aktuell liegt er noch bei 80. Bitcoin legte während dieser Entwicklung von 73.000 auf zwischenzeitlich über 87.000 Dollar zu und eroberte seinen gleitenden 365-Tage-Durchschnitt zurück.

Die Wal-Bestände ohne Börsen und Miningpools erreichten 3,03 Millionen BTC, den höchsten Stand seit dem 21. November 2025. Der monatliche Bestandszuwachs beschleunigte sich auf das höchste Tempo seit dem 11. Februar 2026. Auf Jahressicht nähert sich die Bestandsveränderung wieder der Nulllinie, nachdem sie seit September 2025 negativ gewesen war.

US-Spot-ETFs verzeichnen laut Bericht seit Jahresbeginn netto 2.300 BTC an Zuflüssen. Anfang Juli lag die Bilanz noch bei minus 83.000 BTC. CryptoQuants Grafik zum PnL-Index zeigt außerdem zuletzt ein zyklisches Kaufsignal.

Bei CoinRabbit erhöhte die Gruppe mit Bitcoin-Krediten über zehn Millionen Dollar ihre gesamte USDT-Kreditaufnahme im September um 83,3 Prozent. Die durchschnittliche Kredithöhe stieg um 33,5 Prozent. Bei Kreditnehmern unter 100.000 Dollar sank die gesamte Kreditaufnahme dagegen um 17,2 Prozent, obwohl die durchschnittliche Kredithöhe um 43,1 Prozent zunahm.

CryptoQuant deutet diesen Gegensatz als Merkmal einer frühen Bullenmarktphase: Große Anleger kaufen, während eine breite Beteiligung kleiner Anleger bislang ausbleibt.

US-Inflationsdaten treffen auf gehebelte Positionen

Kurzfristig steht heute aber ein wichtiger Test für den Bitcoin-Kurs an. Das US-Statistikamt BLS veröffentlicht um 14:30 Uhr deutscher Zeit die September-Inflationsdaten. Die Prognosen erwarten im Median eine jährliche Gesamtinflation von 3,6 Prozent nach 3,4 Prozent. Monatlich werden 0,58 Prozent nach 0,40 Prozent erwartet, vor allem wegen gestiegener Energiepreise.

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Bei der Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel soll der monatliche Anstieg dagegen von 0,29 auf 0,22 Prozent zurückgehen. Die Jahresrate wird unverändert bei 2,4 Prozent erwartet. Barclays, Goldman Sachs und Morgan Stanley prognostizieren allerdings 3,7 Prozent Gesamtinflation und 2,5 Prozent Kerninflation.

Tabelle mit US-Inflationsprognosen verschiedener Finanzhäuser für September sowie Medianwerten und Vergleichszahlen für August.
Die Prognosen erwarten im Median 3,6 Prozent Gesamtinflation und 2,4 Prozent Kerninflation auf Jahressicht. Quelle: The Wall Street Journal / Nick Timiraos.

Eine überraschend hohe Kerninflation könnte Erwartungen an länger hohe oder weiter steigende US-Zinsen verstärken und die Risikobereitschaft belasten, was Bitcoin unter Druck setzen könnte. Ein niedrigerer Wert könnte dagegen die Chance für eine weitere Zinserhöhung dämpfen und den BTC-Kurs beflügeln.

Laut CoinGlass sind der 24-Stunden-Liquidationsheatmap zufolge kurzfristig vor allem die Kursmarken von 84.400 und 82.600 Dollar interessant.

Dies passt auch zu den technischen Kursmarken, die wir in unserem letzten Bericht zu den wichtigsten charttechnischen Marken herausgearbeitet haben.