Der Bitcoin-Kurs startet bei rund 64.000 US-Dollar unter erhöhtem Makrodruck ins Wochenende. Neben der erneuten Eskalation des US-Iran-Kriegs belasten nachlassende ETF-Zuflüsse und Bitcoin-Verkäufe börsennotierter Treasury-Unternehmen die Lage am Markt.

Iran-Krieg treibt Ölpreis und Renditen

Die USA haben ihre Angriffe auf iranische Ziele ausgeweitet, nachdem Donald Trump Iran und den verbündeten Huthi-Milizen eine „massive militärische Bestrafung“ angedroht hatte. Vorausgegangen waren Angriffe auf saudische Öltanker im Roten Meer. Iran reagierte wiederum mit Attacken auf US-Stützpunkte in der Golfregion.

Der Brent-Ölpreis stieg daraufhin erstmals seit Mai über 100 US-Dollar, fiel am Freitag jedoch wieder auf rund 97 US-Dollar.

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Entscheidend für Bitcoin ist der geldpolitische Effekt. Höhere Energiekosten verschärfen die Inflationsrisiken, treiben die Anleiherenditen nach oben und erhöhen die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen.

Bitcoin-ETF-Serie endet nach sieben Tagen

Auch von den US-Spot-Bitcoin-ETFs kam gestern wieder Gegenwind. Laut den Daten von SoSoValue endete am 23. Juli eine Serie von sieben aufeinanderfolgenden Zuflusstagen mit Nettoabflüssen von rund 225 Millionen US-Dollar. BlackRocks IBIT verzeichnete mit etwa 202 Millionen US-Dollar den größten Abfluss.

Während der vorherigen sieben Handelstage waren den ETFs insgesamt rund 999 Millionen US-Dollar zugeflossen. Einschließlich des jüngsten Abflusstages verbleibt damit ein Nettozufluss von etwa 774 Millionen US-Dollar. Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Gesamtbilanz negativ: Seit Jahresbeginn verzeichnen die US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von rund fünf Milliarden US-Dollar.

Spot-Bitcoin-ETF Daten
Bitcoin-ETF-Zufluss-Serie reißt nach sieben Tagen, Quelle: SoSoValue

DAT-Sterben sorgt für zusätzlichen Verkaufsdruck

Zusätzlicher Druck kommt von Unternehmen mit Bitcoin-Treasurys. VanEck-Forschungschef Matthew Sigel zählt inzwischen 20 Firmen, die ihre Akkumulationsstrategie aufgegeben, Bestände reduziert oder einen vollständigen Ausstieg beschlossen haben. Die bezifferten Verkäufe summieren sich auf mehr als 23.200 BTC. Bei Satsuma stehen weitere 668 BTC zur Liquidation an. Allein MARA verkaufte 15.133 BTC, Strategy weitere 3.620 BTC.

Für den Markt bricht einerseits ein wichtiger Nachfragemarkt weg. Strategy hat seit vier Wochen keine neuen Bitcoin mehr gekauft. Den letzten Kauf von 520 BTC tätigte das Unternehmen in der Woche bis zum 21. Juni 2026. Andererseits treten nun Unternehmen, die zuvor als strukturelle Käufer auftraten, zunehmend als Verkäufer auf und schwächen den Markt zusätzlich.

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On-Chain-Daten senden gemischte Signale

CryptoQuant-Gründer Ki Young Ju sieht eine klare Abschwächung der unmittelbaren Nachfrage:

„Die Bitcoin-Spotnachfrage lässt nach. Die Nachfrage am Futures-Markt bleibt zwar netto positiv, liegt jedoch deutlich unter dem Niveau der Erholung vor drei Monaten.“

Spot-Bitcoin-Nachfrage bleibt negativ
Spot-Bitcoin-Nachfrage bleibt negativ, Quelle: X @ki_young_ju

Ein mögliches Gegensignal liefert der Puell Multiple. Analyst Josh Olszewicz (@CarpeNoctom) schreibt via X:

„Der Bitcoin-Puell-Multiple ist in den überverkauften Bereich gefallen. Vergleichbare Tiefstände dieses Indikators haben in der Vergangenheit Kaufgelegenheiten signalisiert.“

Bitcoin Puell Multiple
Bitcoin Puell Multiple, Quelle: X @CarpeNoctom

Technisch richtet sich der Blick nun auf die Marke von 68.000 US-Dollar. Der frühere Glassnode-Research-Chef James Check betonte zuletzt auf X, dass Bitcoin den gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt bei rund 63.000 US-Dollar zurückerobert hat und nun seit vier Wochen in Folge darüber hält.

Für eine mittelfristige Trendwende braucht es aber mehr. Check schreibt:

„Der Fokus richtet sich nun auf das nächste wichtige Niveau: die Kostenbasis der kurzfristigen Halter bei 68.000 US-Dollar – jenem Punkt, an dem der durchschnittliche Käufer, der BTC kürzlich erworben hat, wieder in die Gewinnzone gelangt.“

Bitcoin Short-Term Halter Kostenbasis
Bitcoin Short-Term Halter Kostenbasis, Quelle: X @_checkonchain

Aus charttechnischer Sicht ist der BTC-Kurs mit dem lokalen Hoch bei 66.956 US-Dollar an einer entscheidenden Widerstandszone abgeprallt. Der renommierte technische Analyst Aksel Kibar (@TechCharts) sieht die entscheidende Widerstandszone zwischen 65.500 und 67.200 US-Dollar.

BTCUSD Tageschart Analyse
BTCUSD Tageschart Analyse, Quelle: X @TechCharts