Bitcoin geht mit einer angespannten Ausgangslage in die Handelswoche vom 19. bis 25. Oktober. Während auf X Warnungen vor einem „Black Monday“ kursieren, notiert der Kurs obei 82.370 USD.
Warum die Angst vor einem „Black Monday“ wächst
An der Wall Street gerieten in der vergangenen Woche vor allem Unternehmen aus dem KI-Sektor unter Druck. Anleger zweifeln zunehmend daran, ob die hohen, teilweise schuldenfinanzierten Investitionen rechtzeitig ausreichende Gewinne abwerfen. Gleichzeitig verteuerte sich Öl aufgrund des Iran-Kriegs am Freitag um mehr als drei Prozent.
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Zusätzlichen Sprengstoff für einen potenziellen Crash liefert der Kalender. Der kommende Montag fällt auf den 19. Oktober, den Jahrestag des Börsencrashs von 1987. Übers Wochenende notierten tokenisierte KI-Aktien an diesem Wochenende bereits im Minus.
Ursprung der Spekulationen scheint der bekannte X-Account The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) zu sein, der am Sonntagabend schrieb:
„Nun, dieser Beitrag hat einen Nerv getroffen. Warnungen vor einem Börsencrash à la ‚Schwarzer Montag‘ kursieren wieder verstärkt. […] Werfen Sie jedoch einen Blick auf die untenstehende Grafik. […] Die Geschichte zeigt: Warnungen vor einem Crash à la ‚Schwarzer Montag‘ waren in der Vergangenheit immer wieder ein Indikator für besonders gute Kaufgelegenheiten.“

Der beliebte niederländische Krypto-Analyst Daan Crypto Trades (@DaanCrypto) hält die Warnungen ebenfalls für überzogen:
„Ich glaube, das ist allein in diesem Jahr schon das dritte oder vierte Mal, dass die Leute einen ‚Black Monday‘ ausrufen.“
Bei früheren ähnlichen Diskussionen habe Bitcoin einen möglichen Ausverkauf bereits durch Kursverluste am Wochenende vorweggenommen. Diesmal fehle bislang eine vergleichbare Bewegung:
„In diesem Fall passiert nicht besonders viel. Ich habe das Gefühl, dass es vor allem eine Menge Angst wegen der Kursentwicklung der vergangenen Tage ist, insbesondere am Aktienmarkt.“
Er schließt eine Ansteckung ausdrücklich nicht aus, widerspricht aber der vermeintlichen Gewissheit eines bevorstehenden Crashs und hält die Spekulationen für stark übertrieben.
MacroCRG (@MacroCRG) setzt dem Alarmismus eine bewusst provokante Gegenposition entgegen:
„‚Black Monday‘ geht auf X wieder viral. Das bedeutet, dass wir am Montag ein Tief bilden. Ich mache die Regeln nicht.“
Innerhalb des Kryptomarktes ist die Risikoscheu bereits sichtbar. Glassnode erklärte am Sonntagabend, dass der Median der 500 größten Altcoins bis Sonntag, 17 Uhr UTC, einen Wochenendverlust von 5,8 Prozent verzeichnete. Glassnode schreibt dazu:
„Die Verkäufe am Wochenende haben Altcoins hart getroffen. Während die Angst vom Aktienmarkt auf Krypto überschwappt, liegt der typische Altcoin mehr als fünf Prozent im Minus.“

Sollte das Wochenende auf diesem Niveau enden, wäre es laut Glassnode der stärkste Wochenendverlust seit April.
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Für Daan bleibt die Region oberhalb von 83.000 Dollar ein mögliches kurzfristiges Ziel. Dort verortet er zahlreiche Short-Positionen, deren Schließung einen Anstieg beschleunigen könnten:
„Der Bereich oberhalb von 83.000 Dollar wurde noch nicht getestet, und dort liegt weiterhin reichlich Short-Liquidität. Selbst in einem bärischen Szenario für die kommende Woche würde es meiner Meinung nach Sinn ergeben, diese Positionen vorher abzuräumen.“

Entscheidend wäre anschließend die Reaktion bei 84.000 Dollar. Wenn es einen Short-Squeeze gibt und der BTC-Kurs bei 84.000 Dollar scheitert, könnte dies laut Daan ein kurzfristig bärisches Signal sein.
Gleichzeitig hält er einen stärkeren Anstieg für möglich, falls die vorhandenen Short-Positionen ausreichend Kaufdruck erzeugen. Seine Grenze für dieses Szenario liegt unter 80.000 Dollar:
„Ab diesem Punkt können wir uns auf ein weiteres Abgleiten in Richtung 75.000 und 72.000 Dollar als wichtige übergeordnete Kursmarken vorbereiten.“
Einen ähnlichen Ausblick liefert der renommierte Chart-Analyst Aksel Kibar, der eine schnelle und deutliche Rückeroberung von 82.800 US-Dollar als entscheidendes Signal sieht. Andererfalls sieht auch er eine Absturz auf 75.000 US-Dollar als mögliches Szenario. Via X schreibt er:
„Das lokale Tief innerhalb der breiten Rechteck-Spanne kann als Stop-Marke für das bei 82,8K generierte Signal dienen. Es ist zu beachten, dass es in letzter Zeit zwei Ausbruchssignale gab, die auf klar definierten technischen Marken basierten: […] Beim zweiten Fall sehen wir derzeit einen intensiven Retest (erneuten Test der Ausbruchsmarke). […] Seit Mai beobachten wir an fast allen Märkten diese Art von intensiven Retests.“

Iran-Krieg und Makro-Termine diese Woche
Irans Außenminister Abbas Araqchi erklärte am Sonntag laut Reuters, das Angebot für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen liege weiterhin auf dem Tisch. Voraussetzung sei eine Einigung mit Washington. Eine Vereinbarung wurde damit nicht verkündet.
Für Bitcoin ergibt sich daraus ein möglicher bullischer Katalysator. Glaubwürdige Fortschritte zwischen der Trump-Regierung und Iran könnten den Ölpreis und die Inflationssorgen dämpfen und damit den BTC-Kurs beflügeln.
Aus makrodatentechnischer Sicht steht eher eine ruhigere Woche an. Die Woche enthält keinen Fed-Zinsentscheid und keine neue Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise. Die nächste Fed-Sitzung findet am 27. und 28. Oktober statt. US-BIP und PCE-Inflationsdaten folgen erst am 29. Oktober.
Für die bevorstehende Woche sind vor allem diese Termine relevant:
| Termin | Ereignis | Bedeutung für Bitcoin |
|---|---|---|
| Montag, 19. Oktober, 15:30 Uhr | Eröffnung des US-Aktienhandels | Erster wichtiger Test, ob sich die Verkaufswelle fortsetzt oder die Crash-Angst nachlässt. |
| Mittwoch, 21. Oktober, nach US-Börsenschluss | Tesla-Quartalszahlen | Möglicher Impuls für die Stimmung bei großen Technologiewerten. Bleibt der Bitcoin-Bestand unverändert? |
| Freitag, 23. Oktober, 10:00 Uhr | Wöchentlicher Optionsverfall bei Deribit | Kann kurzfristige Absicherungen verändern. In der Regel kein Kurstreiber. |
| Freitag, 23. Oktober, 15:45 Uhr | Vorläufige US-Einkaufsmanagerindizes | Wichtigster geplanter US-Konjunkturimpuls der Woche, insbesondere durch Aussagen zu Wachstum und Preisdruck. |
| Freitag, 23. Oktober, 16:00 Uhr | Finale Michigan-Verbraucherumfrage | Vor allem bei deutlichen Revisionen der Inflationserwartungen relevant. |
Zusätzlich bleiben die täglichen Kapitalflüsse der US-Bitcoin-Spot-ETFs ein wichtiger Nachfrageindikator. Für eine Erholung wäre entscheidend, ob neue Käufe einen Kursanstieg begleiten. Ein allein durch Short-Liquidationen ausgelöster Sprung über 83.000 Dollar wäre ein bärisches Signal.












