Der Schaden des gestrigen Hacks der Krypto-Börse Bitget ist nach neuen Angaben auf nunmehr 387,5 Millionen USD angestiegen. Dabei wurden insgesamt 103 Millionen XRP mit einem Gegenwert von 160 Millionen USD gestohlen. Der Rest der gestohlenen Gelder entfällt auf Assets in den Zcash– und Tron-Netzwerken.

Hacker bewegt XRP und leitet Kryptovermögen weiter

Heute hat der Hacker einen Teil der XRP, insgesamt 54 Millionen XRP, bewegt. Der Angreifer hatte den XRP-Bestand zunächst auf fünf verschiedene XRP-Wallets verteilt. Zwei der fünf vom Hacker kontrollierten Wallets erhielten ursprünglich jeweils 20 Millionen XRP.

Bis heute Nachmittag wurden diese nahezu vollständig geleert: In den beiden XRP-Wallets sind nur noch Restbestände von 23 beziehungsweise 55 XRP zu verzeichnen.

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Auch aus einem weiteren Wallet wurden XRP weitergeleitet. Dieses hatte zwischenzeitlich einen Bestand von 5,8 Millionen XRP gehalten. Zum Redaktionszeitpunkt hat der Hacker die gestohlenen XRP vollständig aus den getrackten Wallets abgezogen und auf neue Wallets verteilt.

Laut dem Blockchainanalyseunternehmen Bitquery zeichnet sich ein wiederkehrendes Muster ab: Nachdem eine Überweisung von etwa 521.000 XRP aus einem Hacker-Wallet wegen fehlender Deckung scheiterte, wurde ungefähr eine Stunde später derselbe Betrag aus einem anderen Hacker-Wallet an die ursprünglich vorgesehene Empfängeradresse geschickt.

Problematisch für Bitget ist an dieser Stelle, dass Ripple die XRP nicht einfrieren kann. XRP ist der native Vermögenswert des XRP Ledgers. Anders als bei Stablecoins wie Tether und USDC gibt es im XRP-Ökosystem keinen zentralen Emittenten, der einzelne XRP auf Protokollebene sperren oder einfrieren kann.

Ripple kann die gestohlenen Coins deshalb nicht einfach in den Wallets des Hackers einfrieren. Solange sich die XRP in den Wallets des Hackers befinden und er die dazugehörigen privaten Schlüssel kontrolliert und schützt, können sie grundsätzlich weitertransferiert werden.

Anders stellt sich die Situation dar, wenn die XRP auf eine zentralisierte Börse wie Binance oder Coinbase transferiert werden. Dort kann das Benutzerkonto des Empfängers gesperrt und Auszahlungen blockiert werden. Die XRP selbst werden dabei jedoch nicht eingefroren.

Bei Stablecoins bestehen weiterreichende Kontrollmöglichkeiten. Circle und Tether haben die mit dem Bitget-Hack in Zusammenhang stehenden USDC und USDT im Wert von rund 320.000 USD eingefroren. Dies geschah durch das Blacklisting bestimmter Adressen.

Auszahlungen sollen bald wieder öffnen

Nach Angaben von Bitget sind die Kundengelder weiterhin sicher und werden vollständig durch den Schutzfonds der Börse abgesichert.

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Bitcoin-Auszahlungen sollen am 28.09. wieder geöffnet werden. Ether folgt am 29. September, USDT am 30.09. und alle weiteren hier nicht genannten Token am 02.10.2026.