- Ripple hat von der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF die vollständige Zulassung als Krypto-Dienstleister erhalten.
- Das Unternehmen kann seine regulierten Zahlungs- und Krypto-Lösungen damit in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten.
Ripple hat vor wenigen Minuten einen wichtigen Meilenstein in Europa erreicht. Wie das Unternehmen am 6. Juli 2026 mitteilt, hat die Luxemburger Finanzaufsicht Commission de Surveillance du Secteur Financier, kurz CSSF, die vollständige Zulassung als Crypto Asset Service Provider erteilt.
Die sogenannte CASP-Lizenz bestätigt, dass Ripple die Anforderungen der europäischen Markets in Crypto-Assets Regulation erfüllt. Damit kann das Unternehmen seine regulierten Krypto- und Zahlungslösungen künftig Finanzinstituten, Unternehmen und Fintechs im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anbieten.
Zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. Ripple erhält damit Zugang zu insgesamt 30 europäischen Märkten, ohne in jedem Land ein vollständig separates Zulassungsverfahren durchlaufen zu müssen.
Ripple kombiniert CASP-Zulassung mit E-Geld-Lizenz
Die neue CASP-Zulassung ergänzt Ripples bereits vorhandene europäische E-Geld-Lizenz. Das Unternehmen gehört eigenen Angaben zufolge damit zu einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Digital-Asset-Anbietern, die über eine vollständige MiCA-Genehmigung verfügen.
Weltweit besitzt Ripple inzwischen mehr als 75 regulatorische Lizenzen und Zulassungen. Die regulatorische Strategie ist ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells, da sich das Unternehmen vor allem an Banken, Zahlungsdienstleister und andere institutionelle Kunden richtet.
Für diese Kundengruppe spielt Rechtssicherheit eine besonders wichtige Rolle. Banken und größere Unternehmen dürfen digitale Vermögenswerte häufig nur dann einsetzen, wenn Anbieter klare Vorgaben bei Geldwäscheprävention, Kundenschutz, Risikomanagement und der Verwahrung von Vermögenswerten erfüllen.
Die MiCA-Lizenz wird Ripple deshalb dabei helfen, neue Partnerschaften mit europäischen Banken und Zahlungsanbietern abzuschließen. Sie bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Finanzinstitute die Ripple-Technologie unmittelbar einsetzen werden. Vielmehr schafft sie zunächst die regulatorische Grundlage für entsprechende Angebote und Kooperationen.
Kann der XRP-Kurs davon profitieren?
Ripple bietet Lösungen für internationale Zahlungen, Verwahrung, Liquiditätsmanagement und Treasury-Dienstleistungen an. Innerhalb dieses Ökosystems spielen sowohl die Kryptowährung XRP als auch der unternehmenseigene Stablecoin RLUSD eine Rolle.
XRP kann bei bestimmten Zahlungslösungen als Brückenwährung eingesetzt werden, um Werte zwischen verschiedenen Währungen oder Märkten zu übertragen. RLUSD ist dagegen als an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin konzipiert und soll insbesondere für regulierte Zahlungs-, Handels- und Liquiditätsanwendungen genutzt werden.
Die CASP-Zulassung ist daher nicht nur für Ripples klassisches Zahlungsgeschäft relevant. Sie könnte auch die Voraussetzungen verbessern, RLUSD und weitere digitale Vermögenswerte in institutionelle Produkte für europäische Kunden zu integrieren.
Aus der Lizenz lässt sich jedoch keine unmittelbare Garantie für eine steigende Nachfrage nach XRP oder RLUSD ableiten. Entscheidend wird sein, wie viele Banken, Fintechs und Unternehmen Ripples Angebote tatsächlich in ihre bestehenden Systeme einbinden.
Zum Redaktionszeitpunkt verzeichnet XRP ein Plus von 0,18 % in den letzten 24 Stunden und + 8,80 % in den letzten 7 Tagen auf 1,14 USD.








