Cardano-Gründer Charles Hoskinson bereitet das Netzwerk auf eine Zukunft ohne sein Entwicklungsunternehmen Input Output vor. Innerhalb der kommenden neun Monate sollen die Entwickler des Unternehmens, das Cardano von Grund auf programmiert hat, auf mehrere andere Firmen und Organisationen verteilt und der Haskell-Node in ein gemeinschaftlich verwaltetes Open-Source-Projekt überführt werden.
Cardano soll ohne Input Output funktionieren
Hoskinson verkündete den Umbau am Donnerstag in einem Interview mit CoinDesk. Input Output will die Verantwortung für Cardanos Kernsoftware schrittweise auf unabhängige Entwicklerteams und Mitgliederorganisationen übertragen.
„In den kommenden neun Monaten gliedern wir unsere Entwickler in mehrere unterschiedliche Unternehmen aus. Gleichzeitig verwandeln wir den Haskell-Node in eine Art föderiertes Open-Source-Projekt, das ähnlich wie der Linux-Kernel entwickelt wird.“
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Die Neustrukturierung soll im August beginnen. Betroffen sind neben dem Haskell-Node die Smart-Contract-Plattform Plutus, die Daedalus-Wallet, die Skalierungslösung Hydra und Teile der allgemeinen Entwicklungsarbeit. Firmen wie Se7en Labs und Teragone sollen schrittweise Verantwortung übernehmen. Der gesamte Prozess soll im Jahr 2027 abgeschlossen sein.
Die Grundlage dafür bilden laut Hoskinson formale, implementationsunabhängige Spezifikationen aus dem sogenannten Project Blueprint. Neben dem bestehenden Haskell-Node entstehen weitere Implementierungen in Rust, Go und JavaScript. Dadurch soll Cardano nicht länger von einer einzelnen Codebasis oder Entwicklerorganisation abhängig sein.
Hoskinson sieht den jüngsten, vollständig über die On-Chain-Governance beschlossenen Van-Rossem-Hard-Fork als Beleg dafür, dass das Netzwerk für diesen Schritt bereit ist:
„Cardano kann auf vollständig dezentrale Weise zusammenkommen, über eine Roadmap entscheiden, diese finanzieren, darüber abstimmen und sie anschließend umsetzen. Das bedeutet, dass Input Output faktisch vollständig verschwinden könnte und Cardano sich dennoch kontinuierlich selbst weiterentwickeln würde.“
Ein konkretes Datum für einen vollständigen Rückzug nannte Hoskinson allerdings nicht. Der Zeitraum von neun Monaten bezieht sich auf die organisatorische Ausgliederung der Entwickler und nicht auf einen vollständigen Rückzug von Input Output.
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Die Exekutive fehlt noch
Als letztes großes Governance-Problem bezeichnet Hoskinson die Schaffung einer dezentral kontrollierten Exekutive. Während Cardano mit Verfassungsausschuss, DReps und On-Chain-Abstimmungen bereits Legislative und Judikative aufgebaut hat, fehlt noch eine Instanz für die koordinierte Umsetzung, so Hoskinson:
„Wir haben auf legislativer und judikativer Seite gute Arbeit geleistet, müssen nun aber eine funktionierende Exekutive schaffen. Sie darf nicht zu mächtig werden, denn dann entsteht ein König oder Diktator. Das System benötigt deshalb wirksame Kontrollmechanismen.“
Die Exekutive von Cardano soll künftig Ziele für TVL, Transaktionsvolumen, DeFi-Wachstum, Marketing und kommerzielle Adoption festlegen. Gelingt der Umbau, würde Cardano seine weiterhin starke Abhängigkeit von Hoskinson und Input Output deutlich reduzieren oder sogar vollständig beenden.








