Sundae Labs hat die über Catalyst Fund 11 finanzierte Spezifikation für Gummiworm fertiggestellt. Das Cardano-Layer-2-Protokoll soll schnelle Transaktionen ermöglichen und dabei die Ausführung von der Verwahrung der Nutzergelder trennen.
Das Entwicklerteam von Sundae Labs schrieb am Dienstag auf X:
„Gummiworm ist ein Layer-2-Protokoll für Cardano mit schneller Finalität, hohem Durchsatz und dezentraler Verwahrung eurer Gelder. Die Community hat dafür gestimmt, dass wir es vollständig dokumentieren, damit jeder verstehen kann, wie es funktioniert, und darauf aufbauen kann.“
Cardano-Layer-2 Gummiworm macht wichtige Fortschritte
Das Whitepaper umfasst nach Angaben des Teams rund 50.000 Wörter. Darin stecken Tausende Arbeitsstunden über zwei Jahre. Auch die Zusammenführung der zuvor getrennten Projekte Hydrozoa und Gummiworm im Jahr 2026 floss in den Entwurf ein.
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Einen ersten Test und daraus resultierende Zahlen gibt es nun auch: Das Projekt wurde mit Sugar Rush, einer auf Gummiworm entwickelten Orderbuchbörse, getestet. Sundae Labs-Forscher George Flerovsky erklärte in einem auf X verlinkten Video:
„Der Sugar-Rush-Wettbewerb lief volle 14 Tage auf einem einzigen Gummiworm-Head. Dabei wurden mehr als 660 Millionen Layer-2-Transaktionen in über fünf Millionen L2-Blöcken verarbeitet. Ein besonders aktiver Trader allein führte mehr als 1,5 Millionen dieser Transaktionen aus.“
Der Head blieb laut Flerovsky während des gesamten Wettbewerbs im Multisig-Betrieb und wurde anschließend ordnungsgemäß finalisiert.
Wichtig zu wissen ist, dass der Wettbewerb zwar mit ADA-Einzahlungen auf dem Cardano-Mainnet lief, die Märkte selbst aber fiktive Token verwendeten. Laut offizieller Projektseite endete er am 6. September, die ADA wurden zurückgezahlt.
Separat dokumentiert das Whitepaper informelle Leistungstests mit einem einzelnen Head-Peer. Dabei konnten durchschnittlich 3.400 und zeitweise sogar rund 4.000 Transaktionen pro Sekunde erzielt werden.
Wie Gummiworm funktioniert
Gummiworm verteilt die Aufgaben auf zwei Gruppen. Die sogenannten Head-Peers, eine kleine Gruppe von Rechnern, bringen Transaktionen in die richtige Reihenfolge und führen sie aus.
Ein größeres Netzwerk namens Coil kontrolliert die Ergebnisse. Sollen Gelder auf Cardano ausgezahlt werden, müssen alle Head-Peers und eine festgelegte Mindestzahl der Coil-Teilnehmer zustimmen.
Für einen dauerhaften Ausfall sieht das Protokoll eine Fallback-Transaktion vor. Das ist ein bereits unterschriebener Notfallauftrag, der nach einer Wartefrist einen geregelten Rückzahlungsprozess starten kann. Welcher Kontostand dabei gilt, hängt vom jüngsten zulässigen, „hart bestätigten“ Zustand ab, also einem Stand, den die erforderlichen Teilnehmer bereits bestätigt haben.
Sugar Rush soll außerdem Orders verschlüsseln und innerhalb einer Intel-TDX-Enklave verarbeiten. Dieser abgeschirmte Bereich eines Rechners soll Handelsaufträge vor fremden Blicken schützen. Das dient auch dem MEV-Schutz: Andere Beteiligte sollen die Kenntnis einer Order nicht nutzen können, um sich einen Vorteil zu verschaffen.
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Gummiworm steht noch völlig am Anfang steht. Für ein produktionsfähiges MVP, also eine erste im regulären Betrieb einsetzbare Version, nennt die Roadmap noch mehrere größere Aufgaben. Dazu gehören der Coil-Konsens, das gemeinsame Bestätigungsverfahren der Kontrollgruppe, und die TDX-Datenschutzfunktionen.
Anschließend soll Sugar Rush sechs bis zwölf Monate mit ausgewählten Coil-Teilnehmern und einem Market Maker erprobt werden. Dieser soll durch Kauf- und Verkaufsangebote den Handel unterstützen. Verbindliche Termine stehen noch nicht fest.
Zudem enthält das Whitepaper zahlreiche weitere Pläne für Gummiworm. Die Cardano-Vorschläge CIP-112 und CIP-118 sollen Abläufe vereinfachen. Hinzukommen sollen Oracles, die externe Daten bereitstellen, temporäre L2-Token und ein erlaubnisfreies Betreiber-Netzwerk.
Auch Midnight als zusätzliche Basisschicht und ein EVM-kompatibles Ledger sind vorgesehen. Letzteres wäre eine Umgebung innerhalb eines Heads, die mit der Ausführungslogik von Ethereum kompatibel ist. Zunächst steht laut Roadmap jedoch an, die offenen Funktionen zu ergänzen und das System über längere Zeit im Betrieb zu erproben.













