Ein Sicherheitsvorfall beim Analysedienstleister Amplitude hat Kontaktdaten eines Teils der Coinbase-Kunden offengelegt. Die Kryptobörse weist Berichte über einen Einbruch in ihre eigenen Systeme zurück, während für europäische Privatkunden unabhängig davon eine Frist zur Auszahlung mehrerer Stablecoins ausläuft.
Coinbase widerspricht Hack-Berichten
In einer Stellungnahme auf X vom 28. Oktober erklärt Coinbase Support:
„Bei Coinbase hat es kein Datenleck gegeben. Beim Analysedienstleister Amplitude kam es zu einem Sicherheitsvorfall, der einen kleinen Teil der Kontaktdaten von Coinbase-Kunden sowie Daten weiterer Amplitude-Kunden betraf. Wir haben keine Hinweise auf unbefugten Zugriff auf Coinbase-Systeme gefunden, und Kundengelder waren nicht betroffen.“
Betroffene Kunden und Aufsichtsbehörden würden entsprechend den gesetzlichen Verpflichtungen informiert. Wie viele Nutzer betroffen sind, welche Kontaktfelder offengelegt wurden und wie Angreifer an die Daten gelangten, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Auch der Zeitpunkt des eigentlichen Vorfalls bleibt offen.
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Der Vorgang ist von dem im Mai 2025 offengelegten Fall zu unterscheiden. Damals hatten Kriminelle Supportmitarbeiter im Ausland bestochen, um Kundendaten zu kopieren, und anschließend 20 Millionen US-Dollar von Coinbase verlangt. Die Börse verweigerte die Zahlung.
Auch ohne nachgewiesenen Zugriff auf Handelskonten können offengelegte Kontaktdaten gezielte Täuschungsversuche erleichtern. Coinbase betont in seinen Sicherheitshinweisen, dass Mitarbeiter weder Passwörter oder Zwei-Faktor-Codes noch Überweisungen an angebliche Sicherheitswallets verlangen.
MiCA: Automatische Umwandlung am 30. Oktober
Parallel steht für Privatkunden im Europäischen Wirtschaftsraum eine Änderung bei Stablecoins an. Nach einer Coinbase-Mitteilung werden verbliebene Bestände bestimmter, als nicht MiCA-konform eingestufter Token am 30. Oktober 2026 automatisch umgewandelt. Betroffen sind USDT, PAX, PYUSD, GUSD, GYEN, DAI, BUST, UST, RAI, PAXG, MUSD, USD1, USDS und TGBP. Auf der Hilfeseite heißt es:
„Kauf, Verkauf und Umtausch dieser Vermögenswerte auf Coinbase sind eingeschränkt. Wenn Sie sie weiterhin halten möchten, ist eine Auszahlung die einzige verfügbare Option. Übertragen Sie sie bis zum 30. Oktober 2026 auf eine externe Wallet, sofern dies unterstützt wird“
Die Umwandlung erfolgt einmalig zum dann geltenden Marktpreis, grundsätzlich in USDC. Wo USDC ungeeignet ist, verwendet Coinbase einen anderen unterstützten Kryptowert oder eine Währung. Während der Verarbeitung kann der Saldo vorübergehend null anzeigen, anschließend werden Umwandlung und neues Guthaben verbucht.
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Für GYEN gilt zusätzlich eine gesonderte Statusmeldung: Wegen der Einstellung des Tokens durch den Emittenten wurden Ein- und Auszahlungen bereits zum 26. Oktober deaktiviert. Verbliebene Bestände sollen zwischen dem 26. und 30. Oktober in USDC umgewandelt werden.
Nach dem 30. Oktober eingehende betroffene Token werden laut Hilfeseite weder gutgeschrieben noch in den automatischen Umtausch einbezogen. Eine Wiederherstellung über das Verfahren für nicht unterstützte Kryptowährungen ist allenfalls technisch bedingt möglich und nicht garantiert. Coinbase weist außerdem auf mögliche steuerliche Folgen eines Token-Tauschs hin.
Die Börse begründet die Einschränkungen mit fehlenden MiCA-Zulassungen der Emittenten. Sollte ein Stablecoin künftig die Anforderungen erfüllen, will Coinbase dessen Unterstützung erneut prüfen. Bereits abgeschlossene Umwandlungen würden dadurch jedoch nicht rückgängig gemacht.













