- Hyperliquid hat laut Analyse seit dem Start nahezu alle Handelsgebühren, mehr als 1,16 Milliarden Dollar, für HYPE-Rückkäufe eingesetzt.
- Der Assistance Fund kauft HYPE am offenen Markt, bleibt aber stark vom Handelsvolumen und damit von der Marktaktivität abhängig.
Hyperliquids HYPE-Rally könnte weniger mit ETF-Erwartungen zu tun haben als mit einem sehr direkten Mechanismus im Protokoll selbst.
Laut Forbes-Autor Zennon Kapron fließen nahezu alle Handelsgebühren von Hyperliquid in den sogenannten Assistance Fund, der HYPE am offenen Markt kauft.
Der Assistance Fund als dauerhafter Käufer
Nach Kaprons Darstellung hat Hyperliquid seit dem Start mehr als 1,16 Milliarden Dollar an kumulierten Einnahmen erzielt. Ein Großteil davon sei in Rückkäufe des eigenen Tokens geflossen. Allein im dritten Quartal 2025 soll das Protokoll HYPE im Wert von 316,76 Millionen Dollar gekauft haben.
Der entscheidende Unterschied zu klassischen Aktienrückkäufen liegt in der Struktur. Bei börsennotierten Unternehmen entscheidet ein Vorstand oder Verwaltungsrat meist regelmäßig, ob Kapital an Aktionäre zurückgegeben wird.
Bei Hyperliquid ist der Kaufmechanismus dagegen fester Bestandteil des Umsatzmodells. Wenn Gebühren entstehen, fließen sie in den Fonds. Der Rückkauf ist damit weniger eine Managemententscheidung als ein laufender Prozess.
Das macht HYPE für viele Trader interessant. Der Token bekommt nicht nur Nachfrage aus Spekulation, ETF-Produkten oder allgemeinem Marktinteresse. Er erhält auch Nachfrage aus der eigenen Handelsaktivität des Protokolls.
Solange auf Hyperliquid viel gehandelt wird, entsteht Gebührenertrag. Und solange dieser Ertrag in Rückkäufe fließt, entsteht ein sichtbarer Käufer im Markt.
Starke Stütze, aber kein risikoloser Boden
Kapron argumentiert, dass diese Rückkaufmaschine kurzfristig mehr Preisunterstützung bieten könnte als frühe ETF-Zuflüsse. Das ist plausibel, zumindest rechnerisch. ETF-Produkte können Kapital anziehen, aber ihre Anfangsvolumen sind oft schwankend. Protokollgebühren dagegen entstehen direkt aus Nutzung.
Der Haken ist offensichtlich: Der Mechanismus hängt am Handelsvolumen. Wenn Märkte ruhiger werden, Perpetual-Trader Risiko abbauen oder Liquidität aus On-Chain-Derivaten abwandert, sinken auch die Gebühren. Dann wird der Assistance Fund kleiner, und die Rückkäufe verlieren an Kraft.







