• Cardano-Gründer Hoskinson verteidigt das KI-Video von Input Output als Experiment für Midnight City.
  • KI-Agenten sollen helfen, Midnight City auf Millionen Nutzer zu skalieren.

Charles Hoskinson hat in einem Livestream vom 20. Juni die Kritik an einem KI-generierten Influencer-Video vom Input-Output-Account zurückgewiesen. Der Cardano-Gründer sagte, dass künstliche Intelligenz (KI) zukünftig Teil der Unternehmensstrategie sei, bei der Input Output stärker wie ein Startup agiere.

Auslöser war ein Beitrag auf X, der im Zusammenhang mit Midnight City stand. Einige Community-Mitglieder interpretierten das Video laut Hoskinson als Angriff auf die „KOLs of Cardano“ oder als Signal, dass reale Influencer künftig durch KI ersetzt werden sollten. Hoskinson widersprach:

„Das geschah in gutem Glauben, einfach um ein paar interessante neue Dinge und die Möglichkeiten dieser Dinge zu zeigen. Es wurde offensichtlich sehr negativ aufgenommen, und viele Menschen schienen zu denken, dass dies ein Angriff auf die KOLs von Cardano sei oder irgendwie bedeute, dass wir sie nicht für wertvoll halten und sie alle durch KI ersetzen wollen.“

Hoskinson erklärte, dass früher X-Beiträge durch lange interne Prüfprozesse gegangen seien, einschließlich rechtlicher Kontrolle. Das habe den Account aus seiner Sicht zwar sicher, aber auch „langweilig“ gemacht. Im Rahmen einer Umstrukturierung sei das Team nun kleiner und mit mehr Befugnissen ausgestattet:

„Wir sind keine Regierungsbehörde. Wir denken nicht in Jahren und Jahrzehnten, und nicht jede einzelne Kommunikation und Handlung läuft durch viele Schichten Bürokratie, die ich persönlich prüfe und abzeichne. Hier gibt es viele Menschen, die wie Startup-Gründer denken, schnell handeln und neue Dinge ausprobieren.“

Diese neue Arbeitsweise bringe zwangsläufig Fehler mit sich, so Hoskinson. Entscheidend sei, daraus zu lernen, statt jeden Fehlgriff als böswilligen Angriff zu interpretieren. Er betonte, dass nicht jeder Tweet auf seinem Schreibtisch lande.

Als Hintergrund für den KI-Test nannte Hoskinson das Projekt „Midnight City“. Dieses soll laut dem Cardano-Gründer eines der wichtigsten Projekte innerhalb des Ökosystems werden. Das Projekt soll digitale Zwillinge, KI-Agenten und neue Formen agentischer Interaktion erproben.

Wenn Midnight City erfolgreich sei, könne es laut Hoskinson innerhalb der kommenden zwölf Monate Hunderttausende oder sogar Millionen Nutzer erreichen. Für ein solches Wachstum wird KI benötigt.

Hoskinson verwies in diesem Zusammenhang auf zwei zentrale Kennzahlen für Midnight City: „Watchability“ und „Empathy“:

„Die Kombination dieser beiden Faktoren kann, wenn sie richtig funktioniert, das Netzwerk auf Millionen bis Dutzende Millionen Menschen wachsen lassen. Wenn man dann Fähigkeiten wie agentisches Trading und Affiliate-Partnerschaften hinzufügt, kann das Millionen Nutzer zu Midnight bringen. Deshalb ist es eines unserer wichtigsten Projekte.“

Hoskinson ordnete die Debatte auch in die rasante Entwicklung von KI ein, versicherte aber auch:

„Wir versuchen nicht, die KOLs von Cardano zu ersetzen. Wir schätzen sie, wir halten sie für wichtig. Und wir werden mit unserem Twitter-Account und unseren anderen Accounts weiter neue Dinge ausprobieren. Manche werdet ihr mögen, manche nicht.“

Damit reißt die Kritik an Hoskinson nicht ab. Zuvor gab es Anschuldigungen, dass Hoskinson durch neue Reformen bei der Governance eine Machtübernahme plant. Zudem musste die Cardano-Stiftung ihren 2026 Summit wegen fehlender Finanzierungszusage durch die Community absagen.