Cloudflare hat vor wenigen Stunden ein neues Wallet-System angekündigt, mit dem KI-Agenten eigenständig für digitale Dienste bezahlen können. Die Zahlungen sollen über Stablecoin-Mikrotransaktionen und das x402-Protokoll abgewickelt werden.

Nutzer können bereits jetzt persönliche Handles über cloudflare.pay reservieren. Die vollständige Wallet-Funktionalität soll zu einem späteren Zeitpunkt freigeschaltet werden.

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Wallets bleiben unter menschlicher Kontrolle

Das Modell trennt sogenannte Account Wallets von Virtual Wallets. Account Wallets werden direkt von Menschen oder Organisationen kontrolliert und dienen als zentrale Finanzierungsquelle. Sie halten die verfügbaren Mittel und definieren, wie viel Kapital automatisierten Systemen zugänglich gemacht wird.

Virtual Wallets sind dagegen für einzelne KI-Agenten vorgesehen. Ein Agent könnte damit beispielsweise eine kostenpflichtige Programmierschnittstelle aufrufen, einen Datensatz erwerben oder auf Inhalte hinter einer Bezahlschranke zugreifen, ohne dass ein Mensch jede Transaktion einzeln bestätigen muss.

Der Zugriff bleibt allerdings eingeschränkt. Betreiber können Ausgabenobergrenzen, zulässige Empfänger und maximale Transaktionsbeträge festlegen. Auch zeitliche Limits oder spezifische Regeln für einzelne Dienste sind denkbar. Ein Agent erhält damit einen begrenzten finanziellen Handlungsspielraum, aber keinen freien Zugriff auf das gesamte Guthaben.

Diese Trennung greift ein praktisches Problem autonomer Software auf. KI-Agenten können zwar Webseiten durchsuchen, Angebote vergleichen und technische Dienste ansprechen. Sobald eine Zahlung erforderlich ist, endet der automatisierte Ablauf bislang häufig. Klassische Kreditkartensysteme sind für zahlreiche kleine, maschinell ausgelöste Transaktionen kaum ausgelegt.

x402 verbindet Web-Anfragen mit Mikrozahlungen

Cloudflare setzt dabei auf das x402-Protokoll, das Zahlungsabwicklungen unmittelbar in webbasierte Anfragen einbettet. Anbieter können auf dieser Grundlage kleinste Beträge in Stablecoins verlangen, etwa für einzelne API-Aufrufe, Rechenkapazität oder den Zugriff auf einen kostenpflichtigen Artikel.

Für autonome Software ist ein solches nutzungsabhängiges Bezahlmodell häufig geeigneter als klassische Abonnements mit festen Monatsgebühren. Offen bleiben vorerst Details zur unterstützten Blockchain-Infrastruktur, zu Stablecoins, Gebühren und regulatorischen Anforderungen.

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Wie wir bereits berichteten ist auch Ripple Mitglied der x402 Foundation. Auf dem XRP Ledger lassen sich solche Transaktionen bereits mit XRP und dem Stablecoin RLUSD abwickeln.

Laut dem XRPL AI Hub wurden in den letzten Monaten bereits mehr als 1,785 Millionen x402-Zahlungen bei 137 angebundenen Diensten über das XRPL abgewickelt. Die überwiegend kleinen Beträge zeigen den Fokus auf automatisierte Mikrozahlungen.

XRPL-AI-Hub-Dashboard mit x402-Mikrozahlungen in XRP und RLUSD sowie Anzahl der Transaktionen und angebundenen Dienste.
Das XRPL AI Hub verzeichnet mehr als 1,78 Millionen x402-Transaktionen sowie Mikrozahlungen in XRP und RLUSD über 137 angebundene Dienste. Quelle: https://xrpl-ai.org/

Die x402 Foundation ist organisatorisch bei der Linux Foundation angesiedelt und vereint derzeit 40 Mitglieder. Zur höchsten Mitgliedsstufe zählen neben Ripple unter anderem Coinbase, Circle, Stripe, Visa, Mastercard, Google, Amazon Web Services, Shopify und die Solana Foundation.