Im jüngsten Q3-Earnings-Call von Strategy gaben Michael Saylor und CEO Phong Le einen Einblick in die künftige Ausrichtung des Unternehmens. Für Bitcoin-Investoren stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob und in welchem Umfang das Unternehmen mit der weltweit größten Bitcoin-Reserve unter börsennotierten Firmen weitere BTC nachkaufen wird.
Strategy will Milliarden über Vorzugsaktien einsammeln
Auf die Frage eines Analysten, wie Strategy künftig zusätzliche Bitcoin-Käufe finanzieren wolle, erklärte CEO Phong Le:
„Der wichtigste Weg, um Bitcoin zu erwerben, ist die Ausgabe digitaler Kreditinstrumente wie STRC oder anderer Produkte, die wir künftig weiter ausbauen wollen.“
Strategy will weiterhin Kapital aufnehmen und einen erheblichen Teil davon für neue Bitcoin-Käufe einsetzen. Le erläuterte:
„Wenn wir über Stretch monatlich eine oder zwei Milliarden Dollar einsammeln, werden wir diesmal wahrscheinlich einen Teil davon in unsere US-Dollar-Reserve stecken und den Rest verwenden, um Bitcoin zu kaufen. Anschließend könnten wir bei einem entsprechenden Aufschlag auf unseren Nettoinventarwert neue Aktien ausgeben, um die Dividenden und Zinszahlungen auf die digitalen Kreditinstrumente zu finanzieren.“
Die genannten Milliardenbeträge stellen allerdings keine verbindliche Prognose dar. Wie viel Kapital Strategy tatsächlich aufnehmen kann, hängt insbesondere von der Nachfrage nach den Finanzprodukten des Unternehmens ab.
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Für die Aufnahme von frischem Kapital setzt Strategy vor allem auf STRC, eine Vorzugsaktie mit einer jährlichen Dividende von rund zwölf Prozent. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen das Ziel, die Bitcoin-Menge je Aktie innerhalb der nächsten sieben Jahre zu verdoppeln:
„Unser Ziel bleibt unverändert: Wir wollen die Bitcoin-Menge je Aktie innerhalb der nächsten sieben Jahre verdoppeln. Und wir glauben, dass wir auf einem guten Weg sind, dieses Ziel zu erreichen.“
Wie ambitioniert dieses Ziel ist, zeigt die Entwicklung der Aktienzahl. Ende 2019 hatte Strategy, damals noch unter dem Namen MicroStrategy, rund 10,1 Millionen ausstehende Stammaktien.
Bereinigt um den Aktiensplit im Verhältnis 10:1 aus dem Jahr 2024 entspricht das etwa 101 Millionen Aktien. Ende September 2026 waren es bereits knapp 422 Millionen. Die Zahl der ausstehenden Aktien ist damit innerhalb von knapp sieben Jahren um rund 318 Prozent gestiegen.
Für das angekündigte Ziel hat das erhebliche Auswirkungen. Würde die Aktienzahl künftig konstant bleiben, müsste Strategy seinen Bitcoin-Bestand von derzeit rund 848.500 auf knapp 1,7 Millionen BTC verdoppeln. Sollte sich allerdings auch die Aktienzahl verdoppeln, wären rechnerisch bereits rund 3,4 Millionen Bitcoin erforderlich, um die Bitcoin-Menge je Aktie auf das Doppelte zu steigern.
Würde die Aktienzahl in den kommenden sieben Jahren erneut so stark wachsen wie zwischen 2019 und 2026, müsste Strategy rechnerisch rund 7,1 Millionen Bitcoin halten. Das wäre etwa ein Drittel der maximal verfügbaren 21 Millionen BTC.
Allerdings handelt es sich dabei ausrücklich um ein vereinfachtes Rechenbeispiel, nicht um eine Prognose oder ein offiziell angekündigtes Kaufziel. Strategy legt für seine Zielsetzung zudem die vollständig verwässerte Aktienzahl zugrunde, die auch potenziell neu entstehende Aktien berücksichtigt.
Phong Le bestätigte mehrfach, dass die Bitcoin-Menge pro Aktie verdoppelt werden soll.
Michael Saylor sieht Spielraum für bis zu 30 Milliarden Dollar an neuem Kapital
Executive Chairman Michael Saylor erklärte, dass die inzwischen milliardenschwere Bilanz von Strategy weitreichende Möglichkeiten für zusätzliche Kapitalbeschaffungsmaßnahmen eröffne. Dafür müsse das Unternehmen weder neues Eigenkapital aufnehmen noch auf einen steigenden Bitcoin-Kurs angewiesen sein:
„Wir könnten bereits jetzt zehn, zwanzig oder dreißig Milliarden Dollar an digitalen Kreditinstrumenten mit unserer bestehenden Kapitalstruktur schaffen, ohne zusätzliches Eigenkapital aufzunehmen und ohne dass Bitcoin im Preis steigen muss.“
Zum Redaktionszeitpunkt hält Strategy 848.517 BTC mit einem ungefähren Gegenwert von 65,51 Milliarden US-Dollar. Allein im dritten Quartal verbuchte das Unternehmen einen nicht realisierten Bewertungsgewinn von rund 20,9 Milliarden US-Dollar auf seine Bitcoin-Bestände.
Den größten Bitcoin-Kauf im Oktober unter den Unternehmen meldete Strive mit einem Zukauf von über 6.000 BTC für 511 Millionen US-Dollar.
Der vollständige Earnings-Call von Strategy mit einer Laufzeit von rund zwei Stunden und elf Minuten ist hier abrufbar:












