- TeraWulf erzielte im Quartal 34 Millionen Dollar Umsatz, davon rund 21 Millionen Dollar aus HPC-Leasing.
- Der Bitcoin-Mining-Umsatz fiel um 50 Prozent auf etwa 13 Millionen Dollar, während der Quartalsverlust 427 Millionen Dollar erreichte.
TeraWulf verschiebt sein Geschäftsmodell sichtbar in Richtung KI-Infrastruktur. Die Zahlen zeigen aber auch, wie teuer dieser Übergang ist und wie stark sich das Profil früherer Bitcoin-Miner gerade verändert.
Das Unternehmen meldete für das Quartal einen Verlust von 427 Millionen Dollar, während die Einnahmen aus dem klassischen Bitcoin-Mining deutlich zurückgingen.
KI-Infrastruktur trägt inzwischen den Großteil des Umsatzes
Der Gesamtumsatz lag im Quartal bei 34 Millionen Dollar. Davon entfielen 21 Millionen Dollar auf Leasing-Einnahmen aus High-Performance-Computing-Infrastruktur. Das entspricht rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes und einem Anstieg von 117 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Damit wird klar, wohin TeraWulf steuert. Das Unternehmen ist nicht mehr nur als Bitcoin-Miner zu lesen, sondern zunehmend als Betreiber von Energie- und Rechenzentrumsinfrastruktur für KI- und HPC-Kunden. Das ist kein kleiner semantischer Wechsel.
Bei Bitcoin-Mining verkauft ein Unternehmen letztlich Rechenleistung an das Netzwerk und ist direkt vom Bitcoin-Preis, der Mining-Schwierigkeit und den Stromkosten abhängig. Bei HPC-Leasing geht es dagegen stärker um langfristig vermietete Kapazität, planbare Auslastung und technische Zuverlässigkeit.
Der wichtigste Beitrag kam aus 60 Megawatt operativer kritischer IT-Kapazität am Standort Lake Mariner, einem der größeren HPC-Campusse in Nordamerika. Diese Kapazität ist an Core42 vermietet. Für TeraWulf ist das strategisch wichtig, weil genau solche Verträge dem Unternehmen ein anderes Umsatzprofil geben können als klassisches Mining.
HPC-Leasing ist allerdings nicht automatisch weniger riskant. Der Ausbau von Rechenzentren bindet viel Kapital, braucht Stromzugang, Kühlung, Netzanschlüsse und Kunden, die Kapazität über längere Zeit tatsächlich abnehmen. Der Vorteil liegt eher in der Berechenbarkeit.
Wenn Verträge halten und die Infrastruktur rechtzeitig geliefert wird, können die Zahlungsströme stabiler sein als Mining-Einnahmen, die täglich mit Marktpreisen schwanken.
Bitcoin-Mining verliert an Gewicht in der Bilanz
Die Mining-Einnahmen sanken im Quartal um 50 Prozent auf rund 13 Millionen Dollar. Damit liegt das einstige Kerngeschäft inzwischen deutlich hinter dem HPC-Bereich.
Für einen börsennotierten Miner ist das eine spürbare Veränderung, auch wenn viele Wettbewerber ähnliche Wege prüfen. Rechenzentren, Stromzugang und Kühlung sind im KI-Boom plötzlich wertvoller als reine Mining-Kapazität.
Der hohe Quartalsverlust zeigt aber, dass der Umbau nicht geräuschlos verläuft. 427 Millionen Dollar Verlust stehen einem Umsatz von 34 Millionen Dollar gegenüber. Das macht deutlich, dass TeraWulf derzeit weniger wie ein reifer Cashflow-Titel aussieht, sondern eher wie ein Infrastrukturunternehmen in einer teuren Übergangsphase.
Der Markt wird deshalb genau prüfen, ob die neuen HPC-Einnahmen schnell genug wachsen, um die schwächeren Mining-Erträge und die hohen Ausbaukosten aufzufangen.
TeraWulf arbeitet zudem mit Fluidstack und Google an der weiteren Infrastrukturbereitstellung. Zusätzliche Kapazitätsgebäude sollen 2026 ausgeliefert werden. Das Unternehmen beendete das Quartal mit rund 3,1 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln.
Finanzchef Patrick Fleury verwies darauf, dass die Kapitalstruktur langfristige Finanzierung mit vertraglich gesicherten Cashflows verbinden soll. Genau dort liegt nun der Kern der Wette.
TeraWulf muss zeigen, dass der KI-Infrastruktur-Ausbau nicht nur ein Ausweg aus schwächeren Mining-Margen ist, sondern ein belastbares zweites Geschäftsfeld mit eigener Nachfrage, eigenen Kunden und ausreichender Rendite auf das eingesetzte Kapital.







