Der Bitcoin-Kurs ist heute Nacht kurzzeitig auf 79.150 USD gefallen, nachdem die wichtige Unterstützung bei 80.000 USD nach unten durchbrochen wurde. Zwar fand Bitcoin Käufer, die den Kurs wieder auf 80.700 USD trieben, doch BTC steht weiter unter massivem Korrekturdruck. Zum Redaktionszeitpunkt notiert Bitcoin bei 80.418 USD. (Artikel geht nach dem Chart weiter.)
Iran-Konflikt steht kurz vor Eskalation
Die geopolitische Lage bleibt angespannt: Berichten zufolge sind weitere Kriegsschiffe mit Truppen auf dem Weg in Richtung Iran. Zugleich stehen mögliche Präventivschläge im Raum.
Darüber hinaus berichtete Reuters über iranische Pläne, bei einer erneuten Eskalation Unterseekabel im Persischen Golf anzugreifen. Berichten zufolge gab es zudem Gespräche zwischen Vertretern der USA und Israels über mögliche weitere militärische Ziele.
Die USA haben einen Teil ihres Diplomatenpersonals aus mehreren Ländern des Nahen Ostens abgezogen. Ohne auf sämtliche geopolitischen Details einzugehen, wird deutlich: Das Risiko einer weiteren militärischen Eskalation bleibt hoch.
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Diese Entwicklungen sorgen für anhaltenden Druck auf Bitcoin und den Kryptomarkt. Die damit verbundene Unsicherheit hat auch wirtschaftliche Folgen: Steigende Ölpreise können die Strom- und Energiekosten erhöhen und damit den Inflationsdruck verstärken. Das wiederum könnte den geldpolitischen Spielraum der US-Notenbank (Fed) einschränken.
Brent notiert zum Redaktionszeitpunkt weiterhin oberhalb der Marke von 111 USD. Zwar liegt die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am 28. Oktober bei nur 10 %, für Dezember wird jedoch nahezu sicher mit einer Zinserhöhung gerechnet. Zusätzlicher Abwärtsdruck kommt vom Aktienmarkt.
In der vergangenen Woche gab der Nasdaq mehr als 3 % nach. In den 14 Tagen zuvor wurden zudem mehr als 3 Billionen USD an Marktkapitalisierung bei Tech-Aktien vernichtet. Im direkten Vergleich konnte sich Bitcoin bislang zwar teilweise vom Aktienmarkt abkoppeln, doch der anhaltende Druck scheint auch Bitcoin-Anleger zu verunsichern. Das zeigt sich im Kaufverhalten bei Bitcoin-ETFs.
Von Montag bis Mittwoch konnten US-Spot-Bitcoin-ETFs 1,07 Milliarden USD an frischem Kapital anziehen. Am Donnerstag und Freitag folgten jedoch Abflüsse von fast 800 Millionen USD, die einen Großteil der vorherigen Zuflüsse wieder aufzehrten. Unterdessen fiel Bitcoin erstmals seit dem 18. September 2026 unter die Marke von 80.000 USD.
In den vergangenen vier Wochen handelte Bitcoin in einer engen Preisspanne zwischen 80.000 und 87.000 USD, ohne dass ein entscheidender Ausbruch nach oben oder unten gelang. Dieser erfolgte nun in den heutigen Morgenstunden nach unten.
Droht Bitcoin ein massiver Kurssturz?
Der Bruch der 80.000-USD-Marke könnte für Bitcoin weitreichende Folgen haben. Während der Kurs zeitweise auf 79.150 USD zurückfiel, zeigen mehrere Indikatoren, dass der Verkaufsdruck weiterhin hoch ist. Besonders die Entwicklung am Derivatemarkt gibt Anlass zur Sorge.
Das Open Interest, also die Summe aller offenen Futures-Positionen, ist trotz fallender Bitcoin-Kurse in der betrachteten Auswertung auf rund 278.000 BTC gestiegen. Das bedeutet, dass weiterhin neue Positionen aufgebaut werden, obwohl der Markt bereits deutlich unter Druck steht.
Gleichzeitig bleibt die Funding Rate mit +0,0054 % positiv. Long-Trader zahlen somit weiterhin Gebühren an Short-Trader. Dies deutet darauf hin, dass viele Marktteilnehmer trotz der jüngsten Verluste auf steigende Kurse setzen.

Problematisch wird diese Kombination insbesondere dann, wenn der Bitcoin-Kurs weiter fällt. Denn ein steigendes Open Interest bei gleichzeitig positiver Funding Rate kann das Risiko weiterer Long-Liquidationen erhöhen, sofern sich hinter den neuen Positionen überwiegend gehebelte Long-Wetten verbergen.
Ein weiteres Warnsignal liefern die Cumulative Volume Delta (CVD)-Indikatoren. Sowohl der Futures-CVD als auch der Spot-CVD zeigen zuletzt deutlich nach unten. Damit kommt der Verkaufsdruck nicht ausschließlich von gehebelten Positionen am Derivatemarkt, sondern auch von tatsächlichen Verkäufen am Spotmarkt.
Dies ist besonders entscheidend, da ein Rückgang am Spotmarkt auf eine nachlassende Nachfrage nach Bitcoin hindeutet und eine nachhaltige Kurserholung erschweren kann.
Die jüngsten Liquidationsdaten bestätigen ebenfalls das angespannte Marktumfeld. Infolge des Kursrückgangs wurden zahlreiche gehebelte Long-Positionen zwangsweise geschlossen. Ein großer Teil der zuvor sichtbaren Liquiditätscluster auf der 7-Tage-Heatmap wurde dadurch bereits abgeholt.
Interessanterweise bleiben ausgerechnet die großen Marktteilnehmer weiterhin optimistisch. Laut den betrachteten Top-Trader-Positionierungsdaten entfallen rund 62,7 % des erfassten Positionsvolumens auf Long-Positionen. Dieser Anteil ist zuletzt sogar gestiegen, obwohl Bitcoin gleichzeitig an Wert verloren hat.
Das kann einerseits darauf hindeuten, dass größere Trader die aktuellen Kurse als Kaufgelegenheit betrachten. Andererseits entsteht dadurch eine gefährliche Situation: Sollte Bitcoin weiter nachgeben, könnten zusätzliche Long-Liquidationen den Abverkauf beschleunigen.
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Diese Kursmarken werden jetzt für Bitcoin entscheidend
Ein Blick auf die Liquidations-Heatmaps von CoinGlass zeigt, welche Preisbereiche in den kommenden Stunden besonders relevant werden könnten.
Auf der 7-Tage-Heatmap konzentriert sich unterhalb des aktuellen Bitcoin-Kurses weitere Liquidität zwischen 78.500 und 79.000 USD. Sollte die jüngste Erholung erneut scheitern, könnte dieser Bereich als Nächstes in den Fokus der Marktteilnehmer rücken.

Die kurzfristigere 3-Tage-Heatmap bestätigt dieses Bild. Hier liegen größere Liquiditätsansammlungen insbesondere zwischen 78.700 und 79.000 USD.
Auf der Oberseite zeichnet sich dagegen ein anderes Bild ab. Zwischen 80.000 und 80.500 USD befinden sich größere Liquiditätscluster. Weitere relevante Bereiche liegen bei 82.000 und 83.000 USD. Auf der 7-Tage-Heatmap befindet sich zudem eine größere Ansammlung bei 85.000 USD.
Allerdings handelt es sich bei diesen Liquiditätszonen nicht um garantierte Kursziele. Sie zeigen vielmehr, in welchen Preisbereichen erhöhte Liquidationsaktivität entstehen könnte.
Die aktuelle Marktlage bleibt angespannt. Zwar konnte Bitcoin nach dem nächtlichen Einbruch erste Käufer finden, eine überzeugende Stabilisierung ist bislang jedoch nicht erkennbar.
Insbesondere die Kombination aus steigendem Open Interest, positiver Funding Rate und fallenden Spot- sowie Futures-CVDs spricht dafür, dass der Verkaufsdruck noch nicht vollständig abgearbeitet sein könnte.
Eine kurzfristige Gegenbewegung ist jederzeit möglich. Sollte Bitcoin die 80.500-USD-Marke zurückerobern, könnten durch die Auflösung von Short-Positionen sogar schnelle Kursanstiege in Richtung 82.000 bis 83.000 USD entstehen.
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Solange die Käufer jedoch keine nachhaltige Trendwende durchsetzen können, überwiegen kurzfristig die Abwärtsrisiken. Ein erneuter Test der Zone zwischen 78.500 und 79.000 USD wäre dann möglich.
In welche Richtung sich der Bitcoin-Kurs in den kommenden Tagen und nach den US-Zwischenwahlen entwickeln könnte, diskutieren wir im neuesten Video-Update:












