Der Bitcoin-Kurs hat am Wochenende die wichtige Unterstützung bei 80.000 USD nach unten durchbrochen und fiel zeitweise auf 79.150 USD. Zum Redaktionszeitpunkt konnte sich BTC bei 79.650 USD stabilisieren, bewegt sich aber weiterhin seitwärts in einer engen Handelsspanne zwischen dem jüngsten lokalen Tief bei 79.150 USD und 81.000 USD. (Der Artikel wird nach dem Chart fortgesetzt.)
Geopolitischer Druck steigt weiter
Laut Reuters ist das US-Militär im Nahen Osten massiv aufgerüstet und für einen möglichen Präventivschlag gegen den Iran bereit. Analysten warnen, dass es nicht mehr darum gehe, ob der Konflikt erneut eskaliert, sondern wann.
Darüber hinaus stehen heute in Israel Parlamentswahlen an, sodass ein Angriff erst für Ende der Woche erwartet wird. Sollte Netanjahu an der Macht bleiben, gilt eine Fortsetzung des Krieges als wahrscheinlich. Gewinnt hingegen sein Herausforderer Gadi Eisenkot, könnte es laut Einschätzungen von Militäranalysten zu einer Entspannung kommen.
Angesichts der angespannten Lage befinden sich die weltweiten Ölpreise auf einem historisch hohen Niveau. Die Sorte Brent notiert zum Redaktionszeitpunkt bei 109,79 USD. Die Großbank HSBC hat ihre Goldposition reduziert und Öl hingegen übergewichtet.
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Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass auch große Banken mit einer weiteren Eskalation und möglicherweise steigenden Ölpreisen rechnen. Höhere Energiepreise können die Inflation antreiben und damit Abwärtsdruck auf Bitcoin und den Kryptomarkt ausüben.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist seit Jahresbeginn von 4,2 auf 4,97 Prozent zum Redaktionszeitpunkt gestiegen. Steigende Renditen machen vergleichsweise sichere Anlagen wie Staatsanleihen attraktiver und können zu einer Kapitalrotation zulasten von Bitcoin führen.
Die Fed gibt morgen, am 28. Oktober 2026, ihren Zinsentscheid bekannt. Laut dem CME FedWatch Tool ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf 10 Prozent gesunken. Gleichzeitig gehen Mitglieder der US-Notenbank davon aus, dass spätestens im Dezember eine weitere Zinserhöhung folgen soll.
Am Donnerstag veröffentlicht das Bureau of Economic Analysis um 13:30 Uhr deutscher Zeit den PCE-Preisindex für September, einen wichtigen Inflationsindikator der US-Notenbank, sowie die erste BIP-Schätzung für das dritte Quartal. Erwartet werden derzeit eine jährliche PCE-Inflation von 3,6 Prozent und eine Kernrate ohne Energie und Lebensmittel von 3,1 Prozent.
Für das US-BIP im dritten Quartal wird ein annualisiertes Wachstum von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwartet. Für Bitcoin dürfte entscheidend sein, wie die Daten die Erwartungen an die Geldpolitik verändern.
Schwächere Wachstumszahlen könnten Hoffnungen auf niedrigere Zinsen stärken. Eine fallende Inflation wäre ebenfalls ein bullisches Signal für den BTC-Kurs. Andererseits könnten die Bären profitieren, wenn die Inflation weiter hoch bleibt bzw. noch höher steigt.
| Indikator | September 2026 | Bewertung für Bitcoin |
|---|---|---|
| US-Inflation (CPI, jährlich) | 3,7 % statt 3,4 % im August | Bärisch |
| Kerninflation (jährlich) | 2,6 % statt 2,4 % | Bärisch |
| Inflation (monatlich) | +0,6 % | Bärisch |
| Einzelhandelsumsätze | +0,8 % zum Vormonat | Gemischt |
| Neue Arbeitsplätze | +29.000 | Eher bullisch |
| Arbeitslosenquote | 4,2 % | Eher bullisch |
Darüber hinaus stehen in dieser Woche mehr als 36 Quartalsberichte wichtiger US-Technologiekonzerne wie Alphabet, Meta, Amazon und Sandisk sowie weiterer Schwergewichte an. Zwar zeigte Bitcoin bislang relative Stärke gegenüber Tech-Aktien, doch der Abwärtsdruck erreicht zunehmend auch den Kryptomarkt.
In den vergangenen 14 Tagen verloren führende Tech-Aktien zusammen mehr als 3 Billionen USD an Börsenwert, während Bitcoin im gleichen Zeitraum um einige Tausend USD fiel. Dieser Einflussfaktor könnte an Bedeutung gewinnen, sollte der Aktienmarkt insgesamt noch deutlicher nachgeben.
On-Chain- und Bitcoin-ETF-Daten machen Hoffnung
US-Bitcoin-ETFs konnten erstmals seit Mittwoch vergangener Woche wieder Nettozuflüsse in Höhe von 110 Millionen USD verzeichnen. Am 22. Oktober 2026 hatten die Fonds mit Abflüssen von 635 Millionen USD noch den stärksten Mittelabzug seit vier Monaten erlebt.

Laut CryptoQuant halten Wale weiterhin an ihren Bitcoin-Beständen fest. Zwischen dem 18. August und dem 14. Oktober 2026 haben BTC-Investoren mit mehr als 1.000 BTC ihre Bestände von 2,94 Millionen auf 3 Millionen BTC ausgebaut.
Kleinanleger mit weniger als zehn BTC überweisen ihre Kryptowährungen dagegen häufiger an Börsen wie Binance. Das kann auf Verkaufsabsichten hindeuten, ist aber kein eindeutiger Beleg für bevorstehende Verkäufe. Die folgende Grafik zeigt diese Entwicklung.

Strategy hat in der vergangenen Woche keine neuen Bitcoin gekauft, sondern eigene Aktien im Wert von mehreren Hundert Millionen USD zurückgekauft. Auch BitMine verzichtete auf weitere Zukäufe und blieb vorerst an der Seitenlinie. Größere Käufe meldete dagegen Strive: Das Unternehmen erwarb 6.182 Bitcoin für mehr als 511 Millionen USD.
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Der Kryptoanalyst Michael van de Poppe sieht trotz der jüngsten Kursschwäche weiterhin Chancen auf eine zeitnahe Erholung. Er erklärt auf X, dass eine Rückeroberung der Marke von 81.000 USD ein wichtiges bullisches Signal wäre:
„Ich bleibe vorerst zurückhaltend und werde erst wieder bullisch, wenn Bitcoin die Marke von 81.000 USD nachhaltig zurückerobert oder das bisherige Tief bei 79.000 USD kurzzeitig unterschreitet. Sollte es nach einem solchen Rücksetzer zu einer schnellen und deutlichen Kurserholung kommen, wäre das ein positives Signal.
Unabhängig davon rechne ich derzeit nicht mit einer wesentlich längeren oder tiefergehenden Korrektur. Bei der Positionierung bevorzuge ich daher Long-Positionen gegenüber Short-Positionen.“
Chartanalyst Ali Martinez zeigt sich ebenfalls leicht optimistisch, solange Bitcoin oberhalb der Marke von 73.000 USD notiert. Auf diesem Niveau liegt die sogenannte Short-Term Holder Cost Basis, wie er auf X erläutert:
„In der Vergangenheit konnte Bitcoin während etablierter Bullenmärkte nach stärkeren Kurskorrekturen häufig im Bereich dieses Preisniveaus eine Unterstützung ausbilden.
Ein Rücksetzer auf 73.000 USD könnte daher zu einer entscheidenden Bewährungsprobe werden. Dabei dürfte sich zeigen, ob die Käufer weiterhin bereit sind, den übergeordneten Aufwärtstrend zu verteidigen. Eine nachhaltige Kurserholung von diesem Niveau aus würde die bullischen Aussichten deutlich stärken.“
Wir rechnen für diese und die kommende Woche mit erhöhter Volatilität. Angesichts der bevorstehenden Ereignisse in Israel und im Nahen Osten sowie der US-Zwischenwahlen sind jederzeit stärkere Kursbewegungen in beide Richtungen möglich.













