Der Bitcoin-Kurs ist am 05.10.2026 in einem Flash-Crash innerhalb von nur zehn Minuten um fast 2.000 USD von 85.500 USD auf 83.500 USD gefallen.

Gestern setzte sich die Korrektur fort und Bitcoin erreichte um 19:25 Uhr deutscher Zeit ein Tief von 80.464 USD. Seitdem zeigt BTC eine moderate Erholung auf 82.374 USD zum Redaktionszeitpunkt. (Artikel geht nach dem Chart weiter)

Kann Bitcoin weiter fallen?

Der makroökonomische Druck und die Inflationssorgen nehmen weiter zu und sorgen am Kryptomarkt für zusätzliche Kapitalabflüsse. Bei den Bitcoin-ETFs wurde gestern erneut ein deutlicher Nettoabfluss von 244 Millionen USD verzeichnet. Dieser fiel allerdings geringer aus als am Vortag, als Anleger 487 Millionen USD abzogen.

Bitcoin-ETF-Nettozuflüsse und -abflüsse der letzten drei Monate von Juli bis Oktober 2026 im Vergleich zum Bitcoin-Kurs und dem verwalteten ETF-Vermögen.
Bitcoin-ETF-Flüsse von Juli bis Oktober 2026: Grüne Balken zeigen tägliche Kapitalzuflüsse, rote Balken Abflüsse. Die Linien stellen den Bitcoin-Kurs und das gesamte verwaltete ETF-Vermögen dar. Quelle: SoSoValue.

Solange institutionelle Investoren ihre Positionen weiter abbauen, ist besondere Vorsicht geboten, da diese den letzten Kursanstieg maßgeblich mitgetragen haben. Donald Trump sorgte gestern für eine kurzfristige Entspannung an den Märkten, als er auf Truth Social erklärte, dass die USA den Iran vor den Midterms nicht angreifen würden.

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Die vergangenen Monate haben jedoch gezeigt, dass solche Äußerungen keineswegs als Garantie gewertet werden können. Eine erneute militärische Eskalation bereits am Wochenende lässt sich daher nicht ausschließen. Die Midterms finden am 03.11.2026 statt. Dabei gilt es als wahrscheinlich, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Senat an die Demokraten verlieren.

Je nach Wahlausgang ergeben sich unterschiedliche Szenarien, die den regulatorischen Fortschritt in den USA zumindest verlangsamen könnten. Die folgende Tabelle zeigt vier mögliche Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf den Kryptomarkt:

Szenario nach den Midterms Mögliche Auswirkung
Republikaner behalten den Senat Politische Kontinuität; Kryptogesetze bleiben dennoch verhandlungsabhängig
Demokraten gewinnen nur den Senat Mehr Blockaden und Verhandlungen bei neuen Kryptogesetzen
Demokraten gewinnen beide Kammern Größere Verhandlungsmacht, aber weiterhin Trumps Vetorecht
Parteien einigen sich auf Kryptoregeln Mehr Rechtssicherheit könnte institutionelle Investitionen begünstigen

Insgesamt behält US-Präsident Trump weiterhin weitreichende politische Befugnisse. Allerdings hat das Scheitern des Clarity Act gezeigt, wie groß der Widerstand gegen neue, für den Kryptomarkt förderliche Gesetze sein kann.

Der Ölpreis ist von 104 USD auf 101 USD gefallen. Ein weiterer Rückgang bis zu den Midterms ist möglich, bevor die Preise anschließend wieder steigen könnten. Ein erneuter Preisanstieg könnte insbesondere dann ausgelöst werden, wenn Israel den Konflikt mit dem Iran weiter eskaliert. Dennoch sorgt ein Ölpreis von über 90 USD weiterhin für einen erhöhten Inflationsdruck, der auch Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt belasten könnte.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist zwischenzeitlich auf 5,35 % und damit auf den höchsten Stand seit 2002 gestiegen. Nach der zunächst positiv aufgenommenen Nachricht von Trump ist sie wieder leicht auf 5,23 % gefallen.

Die hohen Anleiherenditen verstärken den Druck auf risikoreiche Anlageklassen wie Bitcoin, da US-Staatsanleihen zunehmend attraktive Ertragsmöglichkeiten bei vergleichsweise geringem Risiko bieten. Auch am Anleihemarkt rechnen Analysten mit einer vorübergehenden Entspannung bis zu den Midterms. Anschließend könnte sich jedoch die Entwicklung der vergangenen Wochen fortsetzen.

Die FOMC-Minutes (Sitzungsprotokoll der Fed) zeichnen ein leicht bärisches Bild: Bis zum Jahresende wird eine weitere Zinserhöhung erwartet. Ein längerer Zinserhöhungszyklus, wie ihn einige Analysten befürchtet hatten, zeichnet sich demnach jedoch nicht ab.

Die letzte Zinserhöhung wurde am 16. September 2026 beschlossen. Dabei hob die US-Notenbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 % an, um dem anhaltenden Inflationsdruck entgegenzuwirken. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Oktober mittlerweile bei nur noch 17,2 %.

Analysten sehen kurzfristiges Korrekturpotenzial, halten den Bullenmarkt jedoch für intakt

Der Gründer des Analyseunternehmens CryptoQuant, Ki Young Ju, sieht Bitcoin weiterhin am Beginn eines starken Bullenzyklus. Auf X schreibt er dazu:

“Verwechsle eine Korrektur im Bullenmarkt nicht mit einem Bärenmarkt. Bitcoin befindet sich weiterhin in der frühen Phase des Bullenmarktes. Nutze den Kursrückgang zum Nachkaufen!”

Auch Bitcoin-Analyst Will Clemente erklärt, dass Bitcoin seiner Einschätzung nach das Schlimmste bereits hinter sich haben könnte und das Zyklustief wahrscheinlich schon ausgebildet wurde:

“Übergeordnet bin ich ziemlich zuversichtlich, dass Bitcoin das Schlimmste bereits hinter sich hat. Ich glaube, dass die Tiefststände dieses Zyklus höchstwahrscheinlich bereits erreicht wurden. Kurzfristig habe ich keine besonders starke Überzeugung, neige aber zur Vorsicht.”

Der niederländische Analyst und Investor Michaël van de Poppe zeigt sich ebenfalls ausgesprochen optimistisch für den Kryptomarkt.

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Er erklärt, dass seine Erwartungen an die weitere Marktentwicklung so bullisch seien wie seit zehn Jahren nicht mehr:

“Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Marktzyklus mit dem Jahr 2017 vergleichbar ist. Zum ersten Mal seit zehn Jahren bin ich aus fundamentaler Sicht extrem bullisch für den Kryptomarkt. Die breite Akzeptanz und Verbreitung von Kryptowährungen wird Realität werden. In fünf Jahren werden wir auf den bevorstehenden Zyklus als die ‚Krypto-Blase‘ zurückblicken – eine Phase, in der Netzwerkeffekte ihre volle Wirkung entfalten und die Kurse massiv steigen.”

Das makroökonomische Umfeld bleibt weiterhin angespannt. Dennoch könnte es bis zu den Midterms zu einer Erholung des Bitcoin-Kurses kommen. Historisch war die Zeit rund um die Zwischenwahlen häufig von erhöhter Volatilität geprägt, weshalb insbesondere Tagestrader die Marktentwicklung aufmerksam verfolgen sollten.

Einen detaillierten Überblick über die aktuelle Marktlage gibt es auch in unserem Video-Update: