Der Kurs von Bitcoin ist weiter gefallen und verzeichnet in den vergangenen 24 Stunden ein Minus von 1,85 % auf 82.505,02 USD. Analysten sind sich derzeit uneinig, ob der Mitte August gestartete Bullenlauf vorerst unterbrochen ist und eine ausgedehnte Abwärtsbewegung folgen könnte.
Fed: Es hätte schlimmer kommen können
Gestern Abend um 20 Uhr deutscher Zeit hat die US-Notenbank Fed das FOMC-Sitzungsprotokoll vom September veröffentlicht. Es enthält wichtige Hinweise zur möglichen Zinspolitik bis zum Jahresende.
Dabei gibt es mehrere Punkte, die für Bitcoin und den Kryptomarkt besonders relevant sind. Die Mehrheit der Fed-Mitglieder hält eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende für angemessen. Zuletzt hatte die Fed im September den Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 % angehoben.
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Dies war die erste Zinserhöhung seit mehr als drei Jahren. Weder diese Entscheidung noch das Scheitern des Clarity Acts konnten Bitcoin zunächst bremsen. Der BTC-Kurs stieg bis zum 23. September 2026 weiter auf 87.150 USD.
Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass für Oktober offenbar keine Zinserhöhung vorgesehen ist. Zunächst soll die weitere wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere bei den Energiepreisen, beobachtet werden. Der Inflationsdruck bleibt hoch, da der Preis für Brent-Rohöl erneut auf 102,42 USD gestiegen ist.
Die Konflikte im Nahen Osten belasten weiterhin die globalen Öltransportwege. Dadurch besteht das Risiko, dass die Ölpreise weiter steigen. Ein positives Signal in der angespannten makroökonomischen Lage ist hingegen, dass die Fed offenbar keine aggressive Serie weiterer Zinserhöhungen plant.
Ein weiterer Belastungsfaktor ist der Anstieg der Rendite von US-Staatsanleihen auf 5,365 % und damit auf den höchsten Stand seit 2002. Dies belastet Bitcoin und den breiten Kryptomarkt, da höhere Anleiherenditen vergleichsweise sichere Anlagen wie Staatsanleihen attraktiver machen. Dadurch könnte Kapital aus risikoreicheren Anlageklassen wie Bitcoin abfließen.
Zusätzlicher Abwärtsdruck kommt von den Bitcoin-ETFs. Gestern verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von insgesamt 487,07 Millionen USD. Damit handelt es sich um den größten Kapitalabfluss seit dem 2. Juni 2026, als 519 Millionen USD abgezogen wurden. Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der vergangenen drei Monate. Der letzte große rote Balken stammt vom 7. Oktober 2026.

Zusätzlichen Verkaufsdruck könnte der starke US-Dollar ausüben. Der US-Dollar-Index (DXY) stieg am 7. Oktober um 0,40 % auf 102,24 Punkte und bewegt sich damit in der Nähe seines höchsten Niveaus seit April 2025.
Allein im vergangenen Monat legte der Index um rund 3,3 % zu. Die Dollarstärke könnte Bitcoin zusätzlich belasten, da sie Kryptowährungen für internationale Anleger verteuert und Kapital in die US-Währung beziehungsweise verzinste Anlagen lenken kann.

Krypto-Infrastruktur wächst auch während der Korrektur
Trotz der angespannten makroökonomischen Lage gibt es auch positive Entwicklungen. Die milliardenschwere Handelsplattform Robinhood hat laut Krypto-Chef Johann Kerbrat Bitcoin im Wert von rund 25 Millionen US-Dollar gekauft. Auch wenn die Summe vergleichsweise gering ist, könnte der Kauf ein positives Signal für die institutionelle Akzeptanz von Bitcoin senden.
Darüber hinaus hat Coinbase die Integration von Deribit abgeschlossen. Dadurch erhalten institutionelle Investoren einen erweiterten Zugang zu Krypto-Optionen und Perpetual Futures. Dies könnte sich positiv auf die Liquidität am Kryptomarkt auswirken, gleichzeitig aber auch die Volatilität erhöhen.
Auch die US-Großbank Wells Fargo führt Gespräche mit der Kraken-Muttergesellschaft Payward über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Bereitstellung von Krypto-Liquidität. Eine endgültige Vereinbarung wurde bislang nicht getroffen.
Im Ökosystem von Ethereum gibt es ebenfalls technische Fortschritte. Beim geplanten Glamsterdam-Upgrade konnte das Gas-Limit im Testnetz von rund 60 Millionen auf nahezu 200 Millionen erhöht werden. Langfristig soll dies den Transaktionsdurchsatz deutlich steigern und Transaktionen schneller und günstiger machen.
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Die weltweite Infrastruktur für Bitcoin und andere Kryptowährungen wächst weiter. Dennoch sorgen Belastungsfaktoren aus dem makroökonomischen Umfeld derzeit für eine Korrektur. Hinzu kommt, dass Bitcoin vom 1. Juli 2026 bei 58.500 USD bis zum 23. September zwischenzeitlich auf 87.150 USD gestiegen war. Das entspricht einem Kursgewinn von rund 49 % beziehungsweise fast 30.000 USD.
Nach diesem starken Anstieg wäre eine Konsolidierungsphase nicht ungewöhnlich. Sie könnte dazu beitragen, überhitzte Marktbedingungen abzubauen. Ob die aktuelle Korrektur bereits ihren Tiefpunkt erreicht hat, dürften die kommenden Handelstage zeigen.
Der Chartanalyst MacroCRG weist darauf hin, dass eine wichtige technische Unterstützung für die weitere Kursentwicklung entscheidend werden könnte. Dabei handelt es sich um den exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Perioden im Vier-Stunden-Chart (200 EMA), der derzeit bei rund 82.000 USD verläuft. Bereits beim letzten Kontakt mit dieser Trendlinie Mitte September reagierte Bitcoin mit einem deutlichen Kursanstieg.

Nach Einschätzung von MacroCRG könnte sich in diesem Bereich erneut ein lokaler Boden bilden, zumal die Unterstützung mit einer möglichen Abweichung unterhalb der bisherigen Handelsspanne zusammenfällt.
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Sollte Bitcoin die Unterstützung bei 82.000 USD nachhaltig verlieren, hält Analyst MacroCRG eine deutlich stärkere Korrektur bis zum gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (200 MA) im Tageschart für möglich. Dieser verläuft derzeit bei rund 71.800 USD. Ausgehend vom aktuellen Bitcoin-Kurs von 82.505 USD würde dies einem weiteren Rückgang von knapp 13 % entsprechen.












