Der US-Bitcoin-Miner Riot Platforms finanziert seinen Umbau zum Rechenzentrumsbetreiber zunehmend aus eigenen Bitcoin-Beständen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 verkaufte das Unternehmen insgesamt 20.264 BTC und nahm damit rund 1,5 Milliarden US-Dollar ein. Das Kapital fließt vor allem in den Ausbau seiner Rechenzentrumsinfrastruktur.
Gleichzeitig hat Riot seine mit Bitcoin besicherte Kreditlinie bei Coinbase Credit über 200 Millionen Dollar vollständig zurückgezahlt. Damit entfällt eine Finanzierungsverpflichtung, die bislang Teile der Kryptowährungsbestände als Sicherheit gebunden hatte.
Bitcoin-Verkäufe finanzieren den Infrastrukturwechsel
Die Verkäufe zeigen, wie stark Riot seine Kapitalstrategie verändert hat. Während Bitcoin-Miner über Jahre einen erheblichen Teil ihrer produzierten Coins als langfristige Reserve hielten, nutzt Riot seine Bestände inzwischen gezielt zur Finanzierung neuer Infrastruktur.
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Auch andere Mining-Unternehmen verfolgen diesen Ansatz. So verkaufte MARA bereits Bitcoin im Wert von 1,6 Milliarden Dollar, um eigene Infrastrukturprojekte zu finanzieren.
Der Aufbau großer Rechenzentren erfordert beträchtliche Vorabinvestitionen in Stromversorgung, Kühlung, Gebäude und Netzwerktechnik. Einnahmen aus langfristigen Mietverträgen entstehen dagegen häufig erst nach der Fertigstellung einzelner Bauabschnitte.
Durch den Verkauf von Bitcoin kann Riot einen Teil dieser Ausgaben decken, ohne ausschließlich auf zusätzliche Schulden oder die Ausgabe neuer Aktien angewiesen zu sein.
Allerdings reduziert das Unternehmen damit auch seine unmittelbare Beteiligung an möglichen künftigen Bitcoin-Kurssteigerungen.
Corsicana: 28 Milliarden Dollar Vertragsvolumen stehen im Raum
Im Mittelpunkt der Expansion steht der Standort Corsicana im US-Bundesstaat Texas. Nach den vorliegenden Angaben ist für das gesamte Areal ein Mietvertrag über 15 Jahre vorgesehen, der eine Kapazität von 910 Megawatt und ein Gesamtvolumen von rund 28 Milliarden Dollar umfassen soll.
Eine endgültige Unterzeichnung zu diesen Konditionen ließ sich bislang allerdings nicht unabhängig bestätigen. Riot hatte zuvor eine unverbindliche Absichtserklärung mit einem potenziellen Mieter für den gesamten Standort bekannt gegeben.
Bei einem Vertragsvolumen von 28 Milliarden Dollar würden sich die rechnerischen Einnahmen auf durchschnittlich rund 1,87 Milliarden Dollar jährlich belaufen. Das entspricht jedoch keinem Nettogewinn. Baukosten, Finanzierung und laufende Betriebsausgaben müssten davon noch abgezogen werden.
Riot hat bereits an anderer Stelle langfristige Verträge abgeschlossen. Im August wurde ein 9,1 Milliarden Dollar schwerer Rechenzentrumsvertrag mit Anthropic bekannt, der 191 Megawatt am Standort Rockdale umfasst.
Texas entwickelt sich damit zu einem wichtigen Standort für die Verbindung von Bitcoin-Mining und KI-Infrastruktur. Auch Konkurrent MARA plant dort einen milliardenschweren Infrastruktur-Campus.
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Für Riot bleiben der Zeitplan für die Bereitstellung der Kapazitäten, verbindliche Mietverträge und die Kosten der weiteren Bauphasen die entscheidenden Faktoren. Die langfristigen Verpflichtungen gehen weit über das bisherige Bitcoin-Mining-Geschäft hinaus.












