Die MARA Holdings hat beschlossen ein rund 1.200 Hektar großes Grundstück im US-Bundesstaat Texas zu kaufen und dort einen großflächigen Campus für Hochleistungsrechenzentren und Bitcoin-Mining aufzubauen. Dies geht aus der neuesten Einreichung des Unternehmens mit der SEC hervor.

Bis zu 600 Millionen US-Dollar an Meilensteinzahlungen

Dabei ist die Transaktion nicht als klassische Sofortübernahme strukturiert. Die Ausschüttung des Geldes ist an konkrete Meilensteine gekoppelt. MARA muss nur zahlen, wenn die tatsächlich vereinbarten Entwicklungsschritte auf regulatorischer und operativer Seite erreicht werden.

Dazu zählen unter anderem behördliche Genehmigungen, der Abschluss des Grundstückserwerbs, der gesicherte Zugang zum Gelände, die Freigabe für den Strombezug sowie die spätere Unterzeichnung eines Vertrags mit einem Rechenzentrumskunden. Der Verkäufer HIF soll nach der Gewinnung eines Kunden aus dem Bereich High Performance Computing eine Minderheitsbeteiligung an dem Projekt behalten.

Das Gelände liegt im Matagorda County südwestlich von Houston. Nach Angaben von MARA soll der Standort bis Oktober 2027 eine Netzkapazität von einem Gigawatt erreichen. Bis zum zweiten Quartal 2028 könnte die Kapazität auf bis zu zwei Gigawatt steigen. Voraussetzung dafür sind entsprechende Genehmigungen des texanischen Netzbetreibers ERCOT.

KI-Rechenzentren und Bitcoin-Mining werden weiter ausgebaut

Der geplante Campus soll sowohl für Hochleistungsrechnen als auch für Bitcoin-Mining genutzt werden können. Das gesamte Projekt wird mit dem Partner Starwood Digital Ventures umgesetzt.

Das hochgesteckte Ziel ist es Hyperscale- und KI-Rechenzentren an verschiedenen Standorten im MARA-Portfolio zu errichten. Starwood übernimmt dabei unter anderem Planung, Entwicklung, Bau und Mietersuche, während MARA die erschlossenen Standorte sowie die notwendige Energieinfrastruktur bereitstellt.

Sollte der Standort in Texas vollständig ans Netz angeschlossen werden, könnte MARA sein gesamtes Energieportfolio auf rund 4,8 Gigawatt ausbauen. Nach Angaben des Unternehmens könnte das Projekt zudem Tausende dauerhafte Arbeitsplätze schaffen:

“Der Aufbau dieser digitalen Infrastruktur dient als starker wirtschaftlicher Anker, um den Landkreis Matagorda zu stärken und lokale Beschäftigungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen.”

MARA-Chef Fred Thiel sieht vor allem den Zugang zu zuverlässiger und skalierbarer Energie als entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Er führt dazu im Detail aus:

“Diese Transaktion treibt unsere Strategie voran, strategisch günstig gelegene Infrastruktur-Assets zu sichern, die Hochleistungsrechner und Bitcoin-Workloads unterstützen können.”

Die MARA-Aktie reagierte positiv auf die Ankündigung. Im frühen Handel stieg der Kurs zeitweise um rund 15 Prozent und erreichte ein Tageshoch von 14,38 US-Dollar. Zum Handelsschluss blieb ein Plus von etwa 10 bis 11 Prozent. Anleger werten den geplanten Standort vor allem als weiteren Schritt des Unternehmens vom klassischen Bitcoin-Mining hin zu KI-, Hochleistungsrechen- und Rechenzentrumsinfrastruktur.