Strategy lockert seine Bitcoin-Allokationsstrategie weiter. Während des Earnings-Calls zum zweiten Quartal 2026 stellte das Management klar, dass es weiterhin Bitcoin verkaufen will, wenn das wirtschaftlich sinnvoll ist. Zukünftige Kapitalaufnahmen sollen zudem flexibler zwischen Bitcoin-Käufen und der eigenen US-Dollar-Reserve aufgeteilt werden.
Strategy wird weiter Bitcoin verkaufen
Das Management führt aus, dass die jüngsten Bitcoin-Verkäufe keine Ausnahme bleiben werden. Strategy will Teile seiner Bestände auch künftig monetarisieren, um die Dollarreserve aufzufüllen, Dividenden auf die ausgegebenen Vorzugsaktien und Zinsen zu bedienen oder Aktienrückkäufe zu finanzieren.
Im aktuellen Earnings-Call beschrieb CEO Phong Le den Kurswechsel als Übergang von einer reinen Bitcoin-Akkumulation zu einem aktiven Bilanzmanagement:
„Wir sind von einer einseitigen Kapitalaufnahme, bei der wir durch die Ausgabe von MSTR-Aktien, Vorzugsaktien und Wandelanleihen Bitcoin kauften, zu dem übergegangen, was wir aktives Kapitalmanagement nennen. Wir können MSTR-Aktien verkaufen, um Bitcoin zu kaufen, die US-Dollar-Reserve aufzubauen, Schulden zu tilgen oder Vorzugsaktien zurückzukaufen. Ebenso können wir Bitcoin verkaufen, um US-Dollar aufzubauen, Schulden zu reduzieren sowie Vorzugsaktien oder MSTR-Aktien zurückzukaufen.“
Strategy bleibt dennoch ein Netto-Käufer. Seit Jahresbeginn habe das Unternehmen 174.895 BTC erworben und lediglich 3.620 BTC verkauft – damit kaufte es nach Angaben von Le 48-mal mehr Bitcoin, als es veräußerte.
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Ende Mai verkaufte Strategy erstmals 32 BTC für rund 2,5 Millionen US-Dollar. Ende Juni und Anfang Juli folgte eine deutlich größere Transaktion: Zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli veräußerte das Unternehmen 3.588 BTC für insgesamt rund 216 Millionen US-Dollar.
Die Erlöse dienten zur Finanzierung von Ausschüttungen auf die Vorzugsaktien und zur Wiederauffüllung der Dollarreserve. Diese Strategie hatte sich bereits in den letzten Wochen deutlich gezeigt.
Noch wichtiger für den Bitcoin-Markt ist die veränderte Verwendung neuer Finanzierungsmittel. Erlöse aus Aktien- oder Wertpapieremissionen sollen nicht länger automatisch vollständig für Bitcoin-Käufe eingesetzt werden.
Strategy hatte diesen Kurswechsel bereits im Mai mit der Rückzahlung von Wandelanleihen vorbereitet. Phong Le erklärte dazu:
„In unserem Earnings-Call zum ersten Quartal haben wir gesagt, dass wir unsere Wandelanleihen aktiv verwalten und das gesamte Spektrum der verfügbaren Instrumente nutzen werden, einschließlich des disziplinierten Verkaufs von Bitcoin. Diese Transaktionen spiegeln genau diesen Ansatz wider. Unsere Maßnahmen zeigen den anhaltenden Fokus auf eine disziplinierte Kapitalallokation.“
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Die Dollarreserve dient vor allem zur Finanzierung von Vorzugsdividenden und Zinszahlungen. Nach der vom Verwaltungsrat beschlossenen Richtlinie muss sie grundsätzlich mindestens zwölf Monate der erwarteten Verpflichtungen abdecken.
Keine Bitcoin-besicherten Kredite geplant
Bitcoin-besicherte Darlehen zieht Strategy derzeit nicht in Betracht, um zusätzliches Kapital einzunehmen. Le verwies im Call auf Gegenparteirisiken sowie die Gefahr von Nachschussforderungen, die bei starken Kursbewegungen zusätzlichen Liquiditätsdruck erzeugen könnten:
„Wie sich manche vielleicht erinnern, hatten wir während unseres ersten Bärenmarktes im Jahr 2022 besicherte Verbindlichkeiten mit für das Unternehmen recht restriktiven Auflagen sowie ein durch Bitcoin besichertes Darlehen, das Nachschusspflichten unterlag. Die wichtigste Lehre aus 2022 lautete: Beides sollte man nicht tun. […] Das war eine wichtige Erkenntnis aus 2022, und ich denke, wir haben unsere Kapitalstruktur dadurch verbessert.“
Zum Redaktionszeitpunkt handelt BTC bei 63,641 US-Dollar und damit nahezu unverändert zum Vortag.













