Core Scientific treibt den Umbau seines Kerngeschäfts weiter voran: vom einstigen Bitcoin-Miner zu einem breiter aufgestellten Infrastrukturunternehmen mit wachsender Expertise im KI-Sektor. Der US-Rechenzentrumsbetreiber hat AMD als langfristigen Kunden gewonnen und rückt damit weiter vom Bitcoin-Mining ab.
AMD sichert sich Kapazitäten für KI-Infrastruktur
Die Vereinbarung läuft über 15 Jahre und umfasst zunächst rund 530 Megawatt an fünf Standorten. Nach Angaben von Core Scientific könnten daraus vertraglich gebundene Erlöse von mehr als 14 Milliarden Dollar entstehen. Die ersten Kapazitäten sollen ab 2027 verfügbar sein.
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Genutzt werden sollen die Anlagen von Kunden, die KI-Systeme auf Basis von AMD-Prozessoren, Beschleunigern und Software betreiben. Core Scientific stellt dafür vor allem Stromanschlüsse, Grundstücke, Gebäude und technische Infrastruktur bereit. Genau diese Ressourcen sind knapp geworden, da der Ausbau großer KI-Rechenzentren deutlich schneller voranschreitet als der Bau neuer Strom- und Netzkapazitäten.
Der Vertrag enthält zudem Optionen für eine Ausweitung auf bis zu 2,5 Gigawatt. AMD kann unter bestimmten Bedingungen Optionsscheine auf Aktien von Core Scientific erhalten. Weitere finanzielle Einzelheiten veröffentlichten die Unternehmen nicht.
Bitcoin-Mining wird zum Nebengeschäft
Für Core Scientific markiert der AMD-Vertrag den nächsten Schritt weg vom klassischen Mining-Modell. Das Unternehmen will das Bitcoin-Mining bis Ende 2026 auf ein oder zwei Standorte begrenzen.
Die bestehenden Energieflächen lassen sich im Geschäft mit KI-Rechenzentren langfristiger vermieten. Zugleich sinkt die direkte Abhängigkeit vom Bitcoin-Preis, den Mining-Schwierigkeiten und den regelmäßigen Halbierungen der Blockvergütung.
Der Übergang kostet allerdings Kapital. Core Scientific verkaufte im ersten Quartal Bitcoin im Wert von rund 208 Millionen Dollar, um den Ausbau der Rechenzentren mitzufinanzieren. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf 164,2 Millionen Dollar.
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An der Börse fielen die Reaktionen gegensätzlich aus. Die Aktie von Core Scientific legte im vorbörslichen US-Handel um rund 6 Prozent zu. Anleger reagierten damit vor allem auf die langfristig gebundenen Rechenzentrumskapazitäten und die Aussicht auf zusätzliche Erlöse außerhalb des schwankungsanfälligen Bitcoin-Minings.
AMD-Papiere verloren dagegen etwa 4 Prozent. Der Rückgang stand allerdings im Zusammenhang mit einer breiteren Schwäche bei Halbleiterwerten und lässt sich daher nicht allein auf die Vereinbarung mit Core Scientific zurückführen.













