Der Bitcoin-Miner MARA hat im ersten Halbjahr 23.039 BTC im Gegenwert von knapp 1,6 Milliarden USD verkauft. Der weitaus größte Teil dieser Verkäufe entfiel allerdings bereits auf die ersten drei Monate des Jahres 2026.

Aus den veröffentlichten Zahlen geht im Detail hervor, dass MARA im ersten Quartal 20.880 BTC veräußerte. Im zweiten Quartal wurden hingegen insgesamt 2.159 BTC verkauft. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den ersten drei Monaten und zeigt vor allem, wie stark die Halbjahreszahl von den Transaktionen zu Jahresbeginn geprägt ist.

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Bitcoin-Bestand steigt trotz Verkäufen

Aussagekräftiger als die reine Zahl der verkauften BTC ist die Entwicklung des Bitcoin-Bestands in der Bilanz. MARA hielt zum Ende des zweiten Quartals 35.577 BTC und damit 274 BTC mehr als zum 31. März, als der Bestand bei 35.303 BTC lag.

Dass die Position trotz fortgesetzter Verkäufe leicht zunahm, zeigt, dass die Abflüsse im zweiten Quartal durch neu geschürfte Bitcoin mehr als kompensiert wurden. Für die Einordnung der Strategie ist diese Entwicklung entscheidend. Die ausgewiesenen Verkäufe bilden nur einen Teil der tatsächlichen Bewegungen in der Bitcoin-Bilanz ab.

MARA hat den Verkaufserlös von rund 1,6 Milliarden USD für den Ausbau seiner Infrastruktur eingesetzt. Wie wir bereits berichteten, übernahm der Bitcoin-Miner eine Projektgesellschaft von HIF USA, die Zugriff auf mehr als 1.200 Acres Land im texanischen Matagorda County sowie auf eine geplante Stromkapazität von bis zu zwei Gigawatt besitzt.

MARA will dort einen großflächigen Rechenzentrumscampus entwickeln, der sowohl für High-Performance-Computing als auch für Bitcoin-Mining genutzt werden kann.

Die Größenordnung ist für MARA erheblich. Nach Unternehmensangaben könnte die potenzielle Stromkapazität des gesamten Portfolios nach vollständiger Inbetriebnahme des Texas-Standorts und dem geplanten Abschluss der Long-Ridge-Übernahme auf rund 4,8 Gigawatt steigen.

Die ersten Kapazitäten in Texas sollen nach aktueller Planung ab Oktober 2027 verfügbar sein. Bis April 2028 könnte der Standort eine Kapazität von zwei Gigawatt erreichen. Interesse potenzieller HPC-Mieter besteht laut MARA bereits.

Der Kaufpreis von bis zu 600 Millionen Dollar wird allerdings nicht sofort vollständig fällig. Die Zahlungen sind an Projektmeilensteine wie regulatorische Genehmigungen, die Sicherung weiterer Grundstücke und den Abschluss eines Rechenzentrumsmietvertrags gekoppelt. Damit bleibt ein wesentlicher Teil des Kapitaleinsatzes vom tatsächlichen Fortschritt des Projekts abhängig.

600 Millionen Dollar Bitcoin-Kredit sichert Expansion

Anfang August sicherte sich MARA zusätzlichen finanziellen Spielraum. Das Unternehmen vereinbarte mit Coinbase Credit und Two Prime Bitcoin-besicherte Kreditfazilitäten über insgesamt 600 Millionen Dollar, die teilweise zur Finanzierung der geplanten Long-Ridge-Übernahme eingesetzt werden sollen.

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Als Sicherheit hinterlegte MARA zunächst 18.750 BTC im damaligen Gegenwert von rund 1,2 Milliarden Dollar. Damit kann das Unternehmen Liquidität aus seinem Bitcoin-Bestand ziehen, ohne die hinterlegten Coins direkt verkaufen zu müssen.

Gleichzeitig steigt jedoch die Abhängigkeit vom Bitcoin-Kurs, da bei fallenden Kursen eine zusätzliche Besicherung erforderlich werden kann.