Der Kryptomarkt startet erneut in eine wichtige Woche. Dabei stehen drei Ereignisse im Fokus: die Verhandlungen im Iran-Krieg, die US-Inflationsdaten für Juli und ein inverses Schulter-Kopf-Schulter-Muster bei Bitcoin.

Iran-Krieg: Trump setzt vorerst auf Deeskalation

US-Präsident Donald Trump deutete am Sonntag an, vorerst keine neuen Militärschläge gegen Iran anzuordnen. Stattdessen will Washington den wirtschaftlichen Druck wirken lassen. Gegenüber Axios erklärte er:

„Wir verhandeln nur halbherzig mit ihnen. Wir beobachten Iran mit seiner enormen Inflation und der Tatsache, dass dem Land das Geld ausgeht.“

Hinter den Kulissen soll Trump sogar erwogen haben, den Krieg ohne Atomabkommen zu beenden, falls Iran die Straße von Hormus vollständig wieder öffnet. Eine schnelle Lösung ist dennoch fraglich: Teheran fordert inzwischen unter anderem Milliardenentschädigungen, den Abzug amerikanischer Truppen, ein Ende der Seeblockade, die Aufhebung der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Gelder.

Tipp der Redaktion: 30.000 Mitzeichnungen erreicht: Petition zur Krypto-Haltefrist bekommt öffentliche Anhörung

Für Krypto ist vor allem der Ölpreis entscheidend. Eine Einigung könnte Inflationssorgen dämpfen, ein Scheitern der Gespräche oder neue Angriffe könnten die jüngste Entspannung umkehren. Bitcoin und der breitere Kryptomarkt profitierten in der letzten Woche von der Deeskalation.

US-Inflation wird zum wichtigsten Makrotest

Am Mittwoch um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics die Verbraucherpreise (CPI) für Juli. Der Konsens erwartet eine Abschwächung der jährlichen Inflationsrate von 3,5 auf 3,4 Prozent und der Kernrate von 2,6 auf 2,5 Prozent.

Monatlich werden plus 0,1 Prozent beim Gesamtindex (nach minus 0,4 Prozent im Juni) sowie plus 0,2 Prozent bei der Kernrate (nach zuvor 0,0 Prozent) erwartet. Damit würde sich die Abkühlung fortsetzen: Die Gesamtinflation war im Mai noch auf 4,2 Prozent gestiegen, bevor sie im Juni deutlich zurückfiel. Die Kerninflation sank im selben Zeitraum von 2,9 auf 2,6 Prozent.

Am Donnerstag um 14:30 Uhr folgen die Produzentenpreise (PPI). Der Konsens liegt bei plus 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach minus 0,3 beziehungsweise 5,5 Prozent im Juni. Für die Kernrate werden unverändert plus 0,2 Prozent monatlich und 4,7 Prozent jährlich erwartet.

Schwächer als erwartet ausfallende Inflationsdaten könnten den US-Dollar unter Druck setzen und Bitcoin im Gegenzug zusätzlichen Auftrieb verleihen. Überraschend hohe Inflationswerte würden hingegen die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinsschritte durch die US-Notenbank erhöhen und könnten entsprechend Verkaufsdruck bei Bitcoin und Altcoins auslösen. In diesem Szenario wäre mit einem erneuten Kursrücksetzer zu rechnen.

Bitcoin vor Ausbruch auf 76.000 USD?

Bitcoin notierte am Montagmorgen bei rund 65.100 US-Dollar und damit genau zwischen den Marken, die der renommierte technische Analyst Aksel Kibar als Bestätigung oder Widerlegung eines Bodens bezeichnet:

„Beim Bitcoin-Kurs zeichnet sich eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit einer horizontalen Nackenlinie bei 67.200 US-Dollar ab. Das Tief der rechten Schulter liegt bei 62.300 US-Dollar. Beide Möglichkeiten bleiben relevant: ein erfolgreicher Abschluss durch den Ausbruch über 67.200 US-Dollar oder das Scheitern bei einem Bruch von 62.300 US-Dollar.“

inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation bei Bitcoin
Inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation im Tageschart von Bitcoin, Quelle: X @TechCharts

Sowohl neue Entwicklungen im Iran-Krieg als auch die US-Inflationsdaten haben das Potenzial, als Katalysator für einen Ausbruch nach oben und unten zu dienen. Bitcoin-Investoren sollten deswegen die Preismarken von 67.200 und 62.300 US-Dollar im Auge behalten.

Lesetipp – Tom Lee: Quantencomputer könnten Bitcoin in 2 Jahren knacken

Wichtig ist: Die Formation ist bislang nicht bestätigt. Ein nachhaltiger Ausbruch über 67.200 US-Dollar würde sie vollenden und laut Kibar ein Kursziel von 76.000 US-Dollar zur logischen Konsequenz machen. Das entspricht einem Kurspotenzial von rund 16 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.