Chainlink und Hedera haben zum Wochenauftakt kräftig zugelegt. Zwar fielen beide Altcoins von ihren Höchstständen zurück, verzeichneten am Dienstagmittag aber deutliche Gewinne. Bullische Nachrichten liefern eine mögliche Erklärung für ihre Stärke.
LINK notierte am Dienstagmorgen bei rund 15,17 US-Dollar, etwa elf Prozent über dem Stand 24 Stunden zuvor. Zeitweise waren es sogar mehr als 15 Prozent Kursgewinn. Vom Hoch hatte LINK damit rund 4 Prozent abgegeben. Das Handelsvolumen stieg um rund 227 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar.
Bei HBAR fiel der Rücksetzer stärker aus. Nach einem 24-Stunden-Hoch von 0,1306 Dollar lag der Kurs zum Redaktionsschluss bei rund 0,1173 Dollar, etwa 10,2 Prozent darunter. Dennoch verblieb ein Tagesplus von rund 20 Prozent. Das Handelsvolumen erreichte 1,37 Milliarden Dollar, ein Anstieg um etwa 753 Prozent.
Die Gründe für die Rallye von Chainlink
Chainlink kündigte am Montag an, Finanzinstituten die Anbindung ihrer bestehenden Systeme und Signierinfrastruktur an Swifts Blockchain-Ledger ermöglichen zu wollen. Im Zentrum steht das Chainlink Runtime Environment, kurz CRE.
Es soll die Abläufe koordinieren, während Banken selbst die Kontrolle über die Schlüssel behalten, mit denen sie Transaktionen autorisieren. Bestehende Freigabeprozesse und Sicherheitsvorgaben sollen erhalten bleiben.
Tipp der Redaktion: Hedera-Interview: FedEx, Dell und IBM stärken die institutionelle HBAR-Adoption
Das Swift-Ledger ist für die Koordination grenzüberschreitender Zahlungen mit tokenisierten Bankeinlagen vorgesehen, auch nachts und am Wochenende. Die Einlagen verbleiben auf den eigenen Ledgers und in den Bilanzen der Banken. Die endgültige Abwicklung erfolgt weiterhin über vereinbarte Mechanismen, etwa Echtzeit-Bruttozahlungssysteme.
Laut Chainlink wurde das Ledger gemeinsam mit mehr als 40 Finanzinstituten entwickelt. Zunächst erproben 17 Institute Transaktionen mit tokenisierten Einlagen. Swift verbindet insgesamt mehr als 11.500 Finanzinstitute und Unternehmen in über 200 Märkten. Diese Reichweite erklärt die Bedeutung der angekündigten Anbindung, bedeutet aber keine Nutzung von Chainlink durch alle Swift-Teilnehmer.
Parallel ging gestern CCIP 2.0 live. Institutionen können damit eigene oder externe Cross-Chain-Verifier einsetzen, die Transaktionen prüfen und signieren. Chainlinks dezentrales Oracle-Netzwerk bleibt aber die Standardabsicherung. Außerdem neu sind konfigurierbare Compliance-Prüfungen, etwa für Kundenidentifizierung, Geldwäschekontrollen und Transaktionslimits.
CCIP 2.0 is officially live.
The infrastructure for the next $600 trillion in onchain finance is now in your hands.
🧵⬇️ pic.twitter.com/5fvK4A4X40
— Chainlink (@chainlink) September 28, 2026
Auch das Verhältnis zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit lässt sich anpassen. Anwendungen können schnellere Ausführungen vor vollständiger Finalität wählen, während die Standardeinstellung weiterhin auf die vollständige Finalität wartet. Damit sollen Finanzinstitute mehr Kontrolle darüber erhalten, unter welchen Bedingungen ihre Vermögenswerte zwischen Blockchains übertragen werden.
Chainlink beziffert den gesamten Cross-Chain-Tokenwert im CCIP-Umfeld auf mehr als 84 Milliarden Dollar. Innerhalb der vergangenen vier Monate seien Tokenwerte von über 15 Milliarden Dollar zu CCIP migriert. Zu den genannten Partnern und Unterstützern gehören unter anderem ANZ, Fidelity International, Google Cloud und die zur Deutschen Börse gehörende Crypto Finance.
Lesetipp: 13-Billionen-Dollar-Gigant öffnet Plattform für Solana, Chainlink und AVAX
Krypto-Datenanbieter Santiment hat während der Rallye starke Gewinnmitnahmen beobachtet. Auffällig war laut Santiment, dass die Zahl der Wallets mit positivem LINK-Bestand gleichzeitig auf 912.020 sank. Die Analysten sehen darin Hinweise darauf, dass kleinere Anleger Gewinne mitnahmen:
„Dieser Rückgang der Halterzahl ist nicht automatisch negativ. Wenn der Kurs steigt, während einige Kleinanleger ihre Wallets leeren, könnten Anleger mit längerfristiger Überzeugung das Angebot aufnehmen, statt dem Anstieg erst spät hinterherzulaufen. Die verbleibende Halterbasis von LINK liegt nach ihrem stetigen Wachstum im Jahresverlauf 2026 weiterhin nahe historischen Höchstständen.“

NVIDIA-News treibt den Hedera-Kurs an
Bei Hedera steht NVIDIAs Open Agent Safety Platform im Fokus. Das Projekt verwies auf X darauf, dass Mitglieder seines Councils daran beteiligt seien. Zu den Partnern gehören IBM, Dell Technologies und ServiceNow. Hedera schrieb via X:
„Es ist großartig, den Hedera Council auf der NVIDIA Open Agent Safety Platform vertreten zu sehen. Vertrauen und Sicherheit sind entscheidend, damit die KI-Wirtschaft verantwortungsvoll skalieren kann.“
Die Plattform verbindet OpenShell mit Sentry. OpenShell setzt während der Ausführung Grenzen für KI-Agenten durch. Sentry überwacht deren Verhalten unabhängig auf BlueField-4-Prozessoren und kann Agenten, die ihre erlaubten Grenzen überschreiten, innerhalb von Millisekunden isolieren.
NVIDIA-Chef Jensen Huang schrieb im von Hedera geteilten Beitrag:
„Das geht über ein einzelnes Produkt hinaus. Es ist der Beginn eines offenen Ökosystems, das die Vertrauensgrundlage für sichere Agentensysteme schaffen soll. Gemeinsam bauen wir das Fundament der KI-Wirtschaft.“
Für NVIDIAs neue Open Agent Safety Platform ist bislang keine direkte Rolle des Hedera-Netzwerks bekannt. Hedera verweist darauf, dass Council-Mitglieder zum beteiligten Ökosystem gehören. NVIDIAs Ankündigung beschreibt aber weder eine Integration von Hedera noch eine Funktion für HBAR.












