Gregg Bell, seines Zeichens Chief Investment Officer bei Hedera Hashgraph, führt in einem Interview mit Jane King aus, dass trotz des jetzigen Bärenmarktes die Adaption von Hedera weiter stark voranschreitet.
Starke Partnerschaften sorgen für weiteres Ökosystemwachstum
Für Bell steht die aktuelle Schwäche des Kryptomarktes in deutlichem Kontrast zu den Entwicklungen hinter den Kulissen.
Während Bitcoin und andere Digital Assets zuletzt unter Druck geraten sind, nimmt das Interesse von Banken, Technologieunternehmen und internationalen Konzernen weiter zu. Gerade diese Diskrepanz sei derzeit eines der auffälligsten Merkmale des Marktes.
Bell führt dazu aus:
“Ich glaube, wir befinden uns derzeit in einer Phase, in der der Markt in krassem Gegensatz zur Entwicklung der Akzeptanz steht. Bitcoin und Krypto-Assets haben im letzten Jahr insgesamt an Wert verloren, doch in Wirklichkeit war die Akzeptanz durch institutionelle Anleger noch nie so greifbar wie heute. Und das ist wirklich spannend, denn wir beobachten ein immer stärkeres Engagement, insbesondere aus dem Finanzsektor, aber auch von Unternehmen weltweit.”
Hedera sieht sich dabei in einer besonderen Position. Das Netzwerk ist eng mit etablierten Unternehmen verbunden. Bell nennt unter anderem Google, IBM und Dell sowie Finanzkonzerne wie Nomura, Shinhan Bank und Standard Bank.
Für institutionelle Akteure sei insbesondere entscheidend, dass Hedera über bekannte Validatoren, eine klare Governance-Struktur und vorhersehbare Transaktionsgebühren verfügt.
Zu den jüngeren Namen im Ökosystem gehört FedEx. Der Logistikkonzern beschäftigt sich mit der Frage, wie digitale Assets und Distributed-Ledger-Technologie bestehende Geschäftsmodelle effizienter gestalten könnten.
Daneben nennt Bell auch McLaren Racing, LG, Tata und Mondelēz als Beispiele für die branchenübergreifende Ausrichtung des Netzwerks.
Entscheidend für weiteres Wachstum sei jedoch, dass verschiedene Blockchain-Netzwerke künftig miteinander kommunizieren können.
Geschlossene Systeme und isolierte Liquidität seien für Unternehmen langfristig kaum attraktiv. Hashgraph arbeitet deshalb an Technologien, über die Vermögenswerte zwischen öffentlichen und privaten Netzwerken bewegt werden können.
Bell beschreibt im Detail:
“Niemand möchte in einem Silo feststecken – sei es ein Liquiditätssilo, ein Technologiesilo oder eine Anbieterabhängigkeit. Und wenn wir heute über die Blockchain-Branche sprechen, bezeichnen wir sie oft als Web3. In Wirklichkeit gibt es dabei jedoch keine echte Web-Komponente. Die Branche ist stark in eine Reihe von Integrationen und Infrastrukturen aufgespalten, die für die Bereitstellung jeglicher Anwendungen erforderlich sind.”
Ein besonders greifbares Beispiel für die institutionelle Nutzung von Hedera liefert der Finanzsektor. Bell verweist auf Aberdeen Investments und Lloyds Bank, die tokenisierte Geldmarktfonds im Rahmen von Besicherungsprozessen eingesetzt haben.
Der Ansatz zeigt, wo der praktische Mehrwert der Tokenisierung liegen könnte: Vermögenswerte lassen sich potenziell schneller, programmatischer und mit weniger operativer Reibung als Collateral zwischen Finanzmarktteilnehmern übertragen.
Für Bell ist dies Teil einer größeren Entwicklung, bei der klassische Finanzinstrumente zunehmend auf Blockchain-Infrastruktur übertragen werden:
“Das beobachten wir derzeit bei der DTC und anderen Institutionen, die digitale Vermögenswerte als Sicherheiten nutzen, um Verbesserungen in ihren Geschäftsabläufen zu ermöglichen. So haben wir im vergangenen Jahr gesehen, wie Aberdeen und die Lloyds Bank auf Hedera tokenisierte Geldmarktfonds einsetzten, um die Mobilität ihrer Sicherheiten zu erhöhen und einige ihrer Intraday-Risiken zu mindern.”
Auch Stablecoins sollen nach Bells Einschätzung eine größere Rolle spielen. Der Großteil des heutigen Stablecoin-Volumens entfalle noch auf den Handel mit Kryptowährungen.
Durch die Integration in Treasury-Management- und ERP-Systeme könnten sie jedoch zunehmend für Unternehmenszahlungen, Rechnungen und grenzüberschreitende Transaktionen eingesetzt werden.
KI wird zum nächsten Adoptionstreiber für Hedera
Neben Finanzmärkten sieht Bell insbesondere die Verbindung von Blockchain und künstlicher Intelligenz als potenziellen Wachstumstreiber.
Er verweist dabei auf EQTY Lab sowie Technologien von Nvidia, Intel und Dell. Ziel ist es, kryptografisch nachvollziehbar zu machen, welche Aktionen KI-Systeme oder autonome Agenten tatsächlich ausgeführt haben.
Hedera fungiert dabei als unabhängige Audit- und Vertrauensschicht. Bell sieht gerade angesichts der Fehleranfälligkeit generativer KI einen stetig wachsenden Bedarf:
“Wir wissen, dass Agenten und LLMs Halluzinationen erzeugen. Daher ist es eine unglaubliche Anwendungsmöglichkeit auf Hedera, wenn wir etwas haben, das wir überprüfen können und sagen können: „Hier ist der Prüfpfad. Hier ist der validierte Nachweis für die Aktion, die ein LLM ausgeführt hat. Wir haben gesehen, dass Unternehmen wie EQTY Labs Partnerschaften mit einer Vielzahl von Firmen eingegangen sind, unter anderem um diese Art von Hash-Funktionalität direkt in Nvidia- und Intel-Chips zu integrieren.”
Damit besteht die zentrale Botschaft des Interviews weniger in einer einzelnen neuen Partnerschaft. Bell zeichnet vielmehr das Bild eines Netzwerks, das sich zunehmend mit bestehender Unternehmens- und Finanzinfrastruktur verzahnt.
FedEx, Lloyds, Aberdeen, Dell und weitere Großunternehmen stehen dabei für unterschiedliche Stadien dieser Entwicklung – von Governance und Pilotprojekten bis zu konkreten Anwendungen rund um Tokenisierung, Stablecoins, Collateral und künstliche Intelligenz.
Du kannst das komplette Interview hier anschauen:













