Pokémon-Karten entwickeln sich zu einer milliardenschweren alternativen Anlageklasse, während Krypto-Plattformen einen Anteil an dem Milliardenmarkt erobern. Der Markt wächst ausgerechnet in einer Phase, in der Bitcoin und der breitere Kryptomarkt tief im Bärenmarkt feststecken.
Pokémon-Karten schlagen Bitcoin und den S&P 500
Der weltweite Markt für Sammelkarten wird je nach Methodik auf 10 bis 15 Milliarden US-Dollar geschätzt. Allein die Marktkapitalisierung professionell bewerteter Karten liegt laut TCGCharts bei rund 10,8 Milliarden US-Dollar. Über eBay wechselten 2025 einzelne Sammelkarten für 2,62 Milliarden US-Dollar den Besitzer.
Und die Wertentwicklung der Karten ist höchst lukrativ. Ein von CoinDesk herangezogener Pokémon-Kartenindex legte 2026 bislang um 28 Prozent zu, während der S&P 500 13 Prozent gewann und Bitcoin 29 Prozent verlor. BTC notiert aktuell bei rund 64.100 US-Dollar.

Über 20 Jahre erreichten die von Card Ladder erfassten Pokémon-Karten laut Fortune sogar ein Plus von 3.261 Prozent; allein binnen eines Jahres waren es bis Mitte 2025 rund 46 Prozent.
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Wichtig zu wissen ist allerdings, dass die Zahlen keinen vollständigen Gesamtmarkt abbilden. Sie konzentrieren sich auf seltene Sammlerstücke, während Milliarden gewöhnlicher Karten kaum einen Wert haben.
Darum hält der Pokémon-Hype an
Der aktuelle Boom hat mehrere Gründe: Millennials kehren zu einem Hobby ihrer Kindheit zurück, neue Sets erzeugen regelmäßig Knappheit, Influencer und Rekordauktionen bringen Aufmerksamkeit, und das 30-jährige Pokémon-Jubiläum verstärkt den Sammlertrieb.
Auf eBay wurde 2025 mehr als 360-mal pro Minute nach Pokémon gesucht. Die Zahl verkaufter Pikachu-Artikel stieg im Vorfeld des Jubiläums gegenüber dem Vorjahr um mehr als 120 Prozent.
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Gleichzeitig reicht selbst eine massiv erhöhte Produktion nicht aus, um jeden Drop problemlos verfügbar zu machen. Bis Ende März 2026 wurden laut Pokémon Company mehr als 85 Milliarden Karten hergestellt – rund 10 Milliarden davon innerhalb eines Jahres. Barry Sams von der Pokémon Company erklärte gegenüber Fortune:
„Angesichts der explosionsartig gestiegenen Nachfrage drucken wir mit maximaler Kapazität. […] Wer mit Pokémon aufgewachsen ist, hat inzwischen eigene Kinder, mit denen er diese Leidenschaft teilt.“
Tokenisierte Karten als neuer Krypto-Trend?
Plattformen wie Courtyard auf Polygon, Collector Crypt auf Solana und Deadstock auf Arbitrum hinterlegen bewertete physische Karten in Tresoren und bilden das Eigentum jeweils durch einen Token ab. Die Karte bleibt verwahrt, während der Token rund um die Uhr gehandelt und bei Bedarf gegen das Original eingelöst werden kann.
Die Nachfrage ist bereits erheblich. Collector Crypt steigerte sein Monatsvolumen laut CoinGecko von 97 Millionen US-Dollar im Januar auf 406 Millionen US-Dollar im Juni und erreichte damit 62,8 Prozent des Marktes für tokenisierte Sammlerstücke.
Die entscheidende Hürde ist aber der Sekundärmarkt. CoinGecko zufolge entfielen im Juni durchschnittlich mehr als 98 Prozent des Volumens der tokenisierten Kartenplattformen auf „Gacha“-Mechaniken, also auf zufällige digitale Packs und nicht auf den klassischen Handel zwischen Sammlern.













