Strategy ist das größte börsennotierte Bitcoin-Treasury-Unternehmen der Welt mit einem BTC-Bestand von über 840.000 Bitcoin. Wie wir bereits berichteten, hat das Unternehmen unter Federführung von CEO Phong Le zuletzt 1.690 BTC verkauft, um Bargeldreserve aufzubauen.

Dadurch gab es Zweifel, ob Bitcoin unter einem dauerhaft anhaltenden Kaufdruck überhaupt aus eigener Kraft genügend Käufer findet, um den derzeitigen Bärenmarkt in absehbarer Zeit zu beenden.

In einem kürzlich geführten Interview mit Fox News erklärte Le, warum Strategy BTC verkauft hat und ob Strategy in absehbarer Zeit wieder Bitcoin kaufen wird.

Strategy hat 2026 7.000 BTC verkauft

Wenngleich Strategy im Jahr 2026 knapp 7.000 Bitcoin verkauft hat, steht dieser Veräußerungssumme ein Zukauf in Höhe von 175.000 BTC entgegen. Damit hat Strategy insgesamt 25-mal mehr BTC gekauft als verkauft. Noch klarer wird der Vergleich im Gesamtbestand.

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Insgesamt besitzt Strategy laut Aussage von Le mehr als 840.000 BTC. Dies bedeutet, dass nicht einmal 1 % des Gesamtbestandes verkauft wurden. Le führt aus, dass die finanziellen Reserven des Unternehmens sehr gesund sind:

„Wir verfügen nun über 840.000 Bitcoin. Seit Jahresbeginn haben wir 175.000 Bitcoin gekauft und 7.000 verkauft. Das entspricht also etwa dem 25-Fachen. Und in den letzten drei Monaten sind wir vom zweitgrößten institutionellen Bitcoin-Besitzer der Welt zur Nummer eins aufgestiegen.“

Le bezeichnet Strategy auch als das JPMorgan der digitalen Wirtschaft:

„Wir haben unseren BTC-Bestand um 25 % erhöht. Ich habe gesagt, dass wir nun das JP Morgan der digitalen Wirtschaft sind.“

Die aktuellen Verkäufe markieren keine Abkehr von der bisherigen Bitcoin-Strategie. Vielmehr nutzt Strategy die Phase, um Bitcoin-Bestand, Liquiditätsreserven und Kapitalmarktfinanzierung gezielt neu auszubalancieren und damit die Grundlage für die nächste Wachstumsphase des Unternehmens zu schaffen.

Warum Strategy derzeit Bitcoin verkauft

Ein wesentlicher Grund für die Verkäufe ist der Aufbau zusätzlicher Liquidität. Strategy hat seine US-Dollar-Reserve von rund 800 Millionen auf 4,75 Milliarden Dollar erhöht.

Diese Liquiditätsreserve verschafft Strategy zusätzlichen finanziellen Spielraum. Strategy hat neben seinen Stammaktien inzwischen mehrere Finanzierungsinstrumente am Markt lanciert und muss unter anderem Dividendenzahlungen an Besitzer seiner Preferred Shares bedienen.

Der Schwerpunkt habe deshalb zuletzt bewusst auf dem Ausbau der Dollarreserve gelegen, erklärt Le. Die Kaufpause bei Bitcoin sei dabei nicht das Ergebnis einer negativen Einschätzung des Bitcoin-Kurses:

„Das hat nicht wirklich etwas mit dem Preis zu tun. In den letzten Monaten haben wir unsere US-Dollar-Reserven aufgestockt. […] Wir haben unsere US-Dollar-Reserve tatsächlich von etwa 800 Millionen auf 4,75 Milliarden erhöht. Das war also unser Schwerpunkt in den letzten Wochen. Und das hat nichts mit dem Preis zu tun.“

Der entscheidende Punkt ist damit: Strategy wartet nicht zwingend auf einen niedrigeren Bitcoin-Kurs. Das Management prüft vielmehr, unter welchen Bedingungen neue Bitcoin-Käufe für die Stammaktionäre wertsteigernd finanziert werden können.

Damit unterscheidet sich die aktuelle Strategie deutlich von einem simplen „Buy the Dip“-Ansatz. Strategy betrachtet nicht nur den Bitcoin-Preis, sondern auch die Bewertung der eigenen Aktie, die Finanzierungskosten und die Möglichkeiten, über Preferred Shares oder andere Kapitalmarktinstrumente zusätzliches Kapital aufzunehmen.

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Das Geschäftsmodell bietet durch breite Diversifizierung mehr Möglichkeiten

Auch das Geschäftsmodell von Strategy hat sich verändert. Noch vor einigen Jahren bestand die Strategie im Kern darin, Kapital über Aktien oder Schulden aufzunehmen und die Einnahmen anschließend in Bitcoin zu investieren.

Heute verfügt das Unternehmen über wesentlich mehr Instrumente. Es kann eigene Aktien oder Preferred Shares ausgeben, Dollarreserven aufbauen, Bitcoin kaufen und – wie zuletzt – auch Bitcoin verkaufen.

Diese größere Flexibilität beschrieb Le im Interview als wesentlichen Unterschied zur früheren Strategy:

„Der große Unterschied zu unserem Geschäftsmodell vor vier Jahren besteht darin, dass wir damals im Grunde genommen Bitcoin gekauft, Schuldtitel ausgegeben und dann noch mehr Bitcoin gekauft haben. Wir haben Bitcoin mit Fremdkapital finanziert. Was sich inzwischen geändert hat: Wir haben viel mehr Optionen. “

Die Bitcoin-Bestände werden damit zunehmend wie ein Teil einer größeren Unternehmensbilanz gesteuert. Verkäufe müssen nicht automatisch bedeuten, dass Strategy seine langfristige Überzeugung gegenüber Bitcoin verändert hat. Sie sind vielmehr Bestandteil des laufenden Kapitalmanagements.

Die Verkäufe haben dennoch Spekulationen ausgelöst, Strategy könne aufgrund des deutlichen Rückgangs der eigenen Aktie unter finanziellen Druck geraten sein.

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Le weist diese Interpretation zurück:

„Wir haben eine Verschuldungsquote von vier Prozent, eine Dividendenabdeckung für 2,7 Jahre und Bitcoin im Wert von 55 Milliarden Dollar in der Bilanz. Nichts davon deutet auf finanzielle Schwierigkeiten hin.“

Bitcoin-Kaufstrategie soll noch 2026 fortgesetzt werden

Die wohl wichtigste Frage für Bitcoin-Investoren ist, ob Strategy zeitnah wieder Bitcoin kaufen wird. Le führt im Interview aus, dass zu keinem Zeitpunkt in der bisherigen Firmengeschichte Zweifel daran bestanden hätten, dass das Unternehmen seine Bitcoin-Käufe fortsetzt:

„Im Laufe des Jahres werden wir wieder mehr Bitcoin kaufen.“

Bitcoin-Verkäufe können auch in weiterer Zukunft auftreten, da die komplexen Marktbedingungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Maßnahmen erfordern:

„Wir können US-Dollar verkaufen, wir können Bitcoin verkaufen, wir können unsere Vorzugsaktien verkaufen, wir können unsere Aktien verkaufen, und wir können all diese Dinge kaufen. Das Geschäft bietet also einfach viel mehr Möglichkeiten.“

Wie wir bereits berichteten, erklärt auch Chairman Michael Saylor, dass Strategy hochkomplexe Finanzprodukte entwickelt, für deren Einsatz eine gewisse finanzielle Sicherheit und damit eine Bargeldreserve benötigt wird. Die aktuelle Verkaufsserie dient einem höheren Ziel und erfolgt nicht aufgrund finanzieller Schwierigkeiten.

Du kannst das komplette Interview hier ansehen: