Der Wettkampf unter den Layer-1-Blockchains hat nach Einschätzung von Jim Ferraioli längst klare Gewinner und Verlierer hervorgebracht. Der Leiter der Krypto-Forschung bei Charles Schwab sieht Ethereum, Solana, Tron und das XRP Ledger bereits in klaren Marktsegmenten positioniert. Cardano zählt für ihn dagegen zu den bisherigen Verlierern.

In einem am Montag veröffentlichten Interview mit Thinking Crypto erklärte Ferraioli, dass es zu viele konkurrierende Layer-1-Netzwerke gibt, die langfristig kaum Bestand haben werden. Wie in traditionellen Branchen werden wenige große Plattformen den überwiegenden Teil des Marktes kontrollieren, ergänzt durch kleinere Spezialanbieter. Ferraioli führt aus:

„In praktisch jeder anderen Branche gibt es zwei oder drei große Akteure und daneben einige spezialisierte Anbieter. Ich denke, bei Layer-1-Blockchains sollte es genauso aussehen. In Bereichen wie Kreditvergabe, Handel oder möglicherweise sozialen Anwendungen wird es jeweils zwei oder drei führende Plattformen sowie einige spezialisierte Netzwerke geben.“

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Ferraioli hält es für möglich, dass in zehn Jahren noch etwa 20 relevante Blockchains existieren. Der Großteil der On-Chain-Aktivität werde sich seiner Einschätzung nach jedoch auf lediglich drei oder vier Netzwerke konzentrieren.

Ethereum, Solana und Tron sind die Gewinner

Ethereum ist für den Schwab-Manager weiterhin der größte Gewinner und die führende allgemeine Smart-Contract-Plattform. Besonders bei tokenisierten Real-World-Assets gewinnt Ethereum momentan deutlich.

Solana hat sich dagegen als Infrastruktur für intensive Handelsaktivität bewiesen. Zwar waren Memecoins bisher der wichtigste Anwendungsfall – der dadurch entstandene Belastungstest habe jedoch gezeigt, dass das Netzwerk große Mengen aktiver Transaktionen verarbeiten kann, so der Charles-Schwab-Analyst:

„Vielleicht bleibt Ethereum die universelle Smart-Contract-Plattform, während Solana stärker auf den Handel ausgerichtet ist. Dann gibt es Tron, das inzwischen praktisch ein reines Stablecoin-Netzwerk ist. Jeder wird letztlich seine eigene Nische finden.“

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XRP Ledger findet Nische, Cardano verliert

Auch das XRP Ledger zählt Ferraioli zu den Netzwerken, die eine konkrete Rolle gefunden haben. Die Blockchain entwickle sich von ihrer ursprünglichen Positionierung für grenzüberschreitende Zahlungen zunehmend zu einer Infrastruktur für Stablecoin-Transaktionen.

„Das XRP Ledger vollzieht den Wandel von einem Zahlungsnetzwerk zu einem Netzwerk für Stablecoin-Transaktionen. Die DTCC hat zudem angekündigt, mit verschiedenen Blockchains zusammenzuarbeiten; dabei wurde unter anderem Stellar genannt. Diese Entwicklung findet also bereits statt – die Gewinner haben sich klar herauskristallisiert.“

Ferraiolis Einschätzung für Cardano fällt deutlich schlechter aus. Das Netzwerk sei als Ethereum-Konkurrent gestartet, habe jedoch weder ausreichend Marktanteile noch eine vergleichbare wirtschaftliche Aktivität aufgebaut.

„Cardano wurde als potenzieller Konkurrent zu Ethereum gestartet. Bei allem Respekt vor der Arbeit, die zweifellos in die Entwicklung geflossen ist: Das Netzwerk hat einfach keine bedeutenden Marktanteile erobert, und dort passiert nicht besonders viel. Deshalb denke ich, dass sich die Gewinner und Verlierer bereits abzeichnen.“

Nachfolgend findest du das gesamte Interview von Thinking Crypto mit Jim Ferraioli.