Bitcoin ist am Freitag erneut unter 80.000 US-Dollar gefallen, nachdem der Kurs gestern über 82.000 US-Dollar stieg. Die Bewegung ist damit an der derzeit wichtigsten Widerstandszone abgeprallt, an der sich entscheiden dürfte, ob aus der Rally die Trendwende zum Bullenmarkt wird.
Ist die Bitcoin-Rally nachhaltig?
Die aktuellen Daten liefern mehr Substanz als bei einer reinen Short-Squeeze-Rally. Laut einer heutigen CryptoQuant-Analyse lag das tägliche Spotvolumen zuletzt etwa drei- bis viermal so hoch wie Anfang August.
Allerdings überstiegen einzelne Whale-Zuflüsse zu Börsen wiederholt 2.000 BTC. Auf Binance stieg die durchschnittliche Einzahlung von zuvor rund 20 bis 30 BTC auf mehr als 50 BTC, mit Spitzen nahe 75 BTC.
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Das zeigt zwar eine erhöhte Marktaktivität, ist aber auch ein Warnsignal: Große Börseneinzahlungen können zusätzliches Verkaufsangebot ankündigen.
Das in Singapur ansässige Krypto-Handelsunternehmen QCP verweist zugleich auf 730,9 Millionen US-Dollar Nettozuflüsse in US-Spot-ETFs am Donnerstag. Dass dieses Kapital keinen höheren Tagesschluss erzwang, wertet der Handelsdesk als Hinweis auf erhebliches Angebot oberhalb des aktuellen Kurses.
Furkan Yildirim sieht im Orderflow dennoch einen konstruktiven Unterschied zur ersten Aufwärtswelle von Ende letzter Woche:
„In den Orderflow-Daten ist eindeutig zu sehen, wie die Short-Positionen aus dem Markt gespült wurden. Gleichzeitig kommen jetzt neue Long-Positionen in den Markt. Das Positive: Der Ausbruch wird auch von Spot-Nachfrage getragen.“
Die neuen Long-Positionen haben laut Yildirim bei 76.000 US-Dollar ein bislang dünnes Liquidationscluster erzeugt. Bleibt die Spot-Nachfrage stabil, könnte Bitcoin das jüngste Hoch erneut testen. Wenn die Nachfrage verschwindet, könnte BTC aber auf das dort gebildete Liquiditätscluster zurückfallen.
Laut QCP spricht die Gesamtpositionierung aber noch gegen einen überfüllten Long-Trade. QCP zufolge liegt das Futures-Open-Interest nahe einem Fünfmonatstief, Krypto-besicherte Kontrakte machen nur etwa elf Prozent des gesamten Open Interest aus und die annualisierte Funding-Rate blieb unter zehn Prozent. QCP schlussfolgert:
„Die aktuelle Marktstruktur ist weniger von überfüllten Long-Positionen abhängig. Der Engpass liegt offenbar eher bei Spot-Verkäufen um 81.000 US-Dollar.“
Kommt jetzt die Trendwende?
Im Wochenchart bleibt die Lage dennoch unbestätigt. CryptoQuant-Analyst Maartunn fasst sie nüchtern zusammen:
„Tiefere Hochs, tiefere Tiefs. Jetzt stehen wir am Wochenwiderstand. Eine Trendwende erfordert einen Ausbruch darüber.“

Wie wir bereits heute früh berichteten, liegt die entscheidende Zone genau dort. Charttechniker Aksel Kibar verortet bei 82.800 US-Dollar die entscheidende Trendwende. CryptoQuant-Research-Chef Julio Moreno nennt 83.000 US-Dollar als zentrale Hürde, weil dort die 365-Tage-Linie verläuft.
Für eine nachhaltige Trendwende zählt charttechnisch vor allem eins: ein Wochenschluss des Bitcoin-Kurses oberhalb der Spanne von 82.800 bis 83.000 US-Dollar.













