Der internationale Zahlungsdienstleister SWIFT hat seinen neuen blockchainbasierten Shared-Ledger-Überweisungsdienst für 17 internationale Banken und Zahlungsdienstleister freigegeben.
Tokenisierte Einlagen sollen schneller zwischen Banken bewegt werden
Nach einer Entwicklungsarbeit von mehr als 9 Monaten hat SWIFT bekanntgegeben, den neuen Zahlungsdienst für die erste Testphase offiziell freizugeben. Am Pilotprojekt nehmen 17 Finanzinstitute aus Asien, Europa, dem Nahen Osten, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Australien teil.
Zu den namhaften Schwergewichten der Branche gehören HSBC, Citi, UBS, BNP Paribas, Standard Chartered, Wells Fargo und BNY. Ob Ripple in der weiteren Roadmap auftaucht, erklären wir an späterer Stelle.
Das anvisierte Ziel der Kooperation ist es, grenzüberschreitende Zahlungen künftig auch nachts, an Wochenenden und außerhalb der üblichen Banköffnungszeiten zu ermöglichen. Quasi jene Dienstleistung, die eine normale durchschnittliche Kryptowährung wie Bitcoin oder XRP schon seit mehreren Jahren erbringen kann.
Im Mittelpunkt des Projektes stehen tokenisierte Einlagen. Dabei handelt es sich um digital abgebildete Forderungen gegenüber einer Bank, die auf einer Blockchain oder einer vergleichbaren Distributed-Ledger-Infrastruktur gespeichert werden.
Anders als privat ausgegebene Stablecoins bleiben tokenisierte Einlagen direkte Verbindlichkeiten der jeweiligen Geschäftsbank. Die Kundengelder werden weiterhin auf den Systemen der beteiligten Institute geführt.
Das neue Swift-Ledger soll dabei als gemeinsame Koordinations- und Abwicklungsebene dienen. Banken können darüber Zahlungsanweisungen und tokenisierte Werte zwischen ihren eigenen Systemen übertragen. Die endgültige Verrechnung erfolgt zunächst weiterhin über bestehende Zahlungs- und Settlement-Strukturen.
Durch dieses Modell sollen Banken Zahlungen auch außerhalb regulärer Geschäftszeiten vorbereiten und ausführen können, ohne etablierte Anforderungen an Compliance, Risikomanagement, Kreditkontrollen und Sicherheit aufzugeben.
Thierry Chilosi, Chief Business Officer bei SWIFT, führt aus, dass dieser Schritt das Vertrauen in die bereits seit Jahrzehnten etablierten Zahlungsdienste weiter stärken wird:
“Mit unserer neuen Ledger-Funktion übertragen wir das Vertrauen und die Stabilität etablierter Finanzsysteme auf die Zukunft des digitalen Geldes. Sie ermöglicht es, tokenisierte Werte grenzüberschreitend mit der Geschwindigkeit und Flexibilität zu übertragen, die der moderne Handel erwartet – und dabei zugleich die hohen Standards an Resilienz, Sicherheit und Compliance zu gewährleisten, die der globale Finanzsektor voraussetzt.
Die breite Unterstützung durch Banken unterstreicht den praktischen Mehrwert dieses Ansatzes. Er schafft die Voraussetzungen dafür, seine Vorteile weltweit zu skalieren, und legt zugleich das Fundament für künftige Innovationen in Bereichen wie programmierbarem Geld und agentenbasiertem Handel.”
Laut offiziellen Angaben des Unternehmens erreichen heute schon 75 Prozent der Zahlungen im SWIFT-Netzwerk die Bank des Begünstigten innerhalb von zehn Minuten – häufig sogar innerhalb weniger Sekunden.
Ehemaliger SWIFT-CIO räumt endgültig mit Gerüchten auf
Das Gerücht einer vermeintlichen Zusammenarbeit zwischen Ripple und SWIFT kursiert bereits seit mehreren Jahren auf X. XRP-Fans haben diese Zukunftsvision als bald stattfindendes Ereignis fast wöchentlich durch die Gerüchteküche getrieben. Auch über eine vermeintliche Integration von XRP in das Zahlungsnetzwerk SWIFT wurde immer wieder disktiert.
Jetzt hat sich jedoch der ehemalige Chief Innovation Officer von SWIFT, Tom Zschach, auf X offiziell zu Wort gemeldet und diese Gerüchte endgültig zerstreut. In einem kurzen und knappen Tweet auf X schreibt er über eine angebliche Integration von XRP in das SWIFT-Blockchain-Netzwerk sinngemäß:
“Das wird nicht stattfinden.”
Not happening
— Tom Zschach (@TomZschach) July 10, 2026








