T54-Gründer und ehemaliger Ripple-Manager Chandler Fang erwartet, dass KI-Agenten einen neuen Markt für Mikrozahlungen auf dem XRP Ledger schaffen. Innerhalb der kommenden zehn Jahre könnten diese nach seiner Einschätzung bereits 20 Prozent aller Transaktionen weltweit ausmachen. Der XRP Ledger könnte die mögliche Abwicklungsinfrastruktur bieten.

KI-Agenten schaffen neuen Zahlungsmarkt

Fang arbeitete zunächst an KI-gestützten Zahlungslösungen bei JPMorgan und wechselte 2021 zu Ripple. Anfang 2025 gründete er T54, das von Ripple finanziert wurde, am XRPL Accelerator teilnahm und den XRP Ledger als primäre Blockchain nutzt.

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Laut Fang sollen autonome Programme künftig eigenständig Dienstleistungen, Daten und Rechenleistung erwerben:

„Wenn wir zehn Jahre vorausblicken und immer mehr Agenten Menschen unterstützen, werden vermutlich weiterhin 80 Prozent der Transaktionen über bekannte Zahlungswege laufen. Es wird jedoch einen neuen Markt geben. Nach meiner Schätzung könnten 20 Prozent von Mikrotransaktionen getrieben werden.“

Die ersten Anwendungsfälle betreffen vor allem digitale Produkte. Ein KI-Agent, der beispielsweise eine Aktienanalyse erstellt, kann proprietäre Daten, Research-Berichte oder Rechenleistung erwerben, andere Agenten beauftragen und Bezahlschranken überwinden.

Dadurch könnte sich das bisherige Abonnementmodell teilweise in eine nutzungsabhängige Abrechnung verwandeln:

„Viele Nutzer sagen: Ich möchte nicht den gesamten Dienst, sondern nur einen einzelnen Datensatz. Ich möchte für das Ergebnis bezahlen und nicht für ein Abonnement. In diesem Fall kann der Agent dem Anbieter beispielsweise zwei US-Dollar zahlen.“

Gerade bei Zahlungen über 0,50 oder einen US-Dollar seien geringe Transaktionskosten entscheidend. Fang sieht den XRP Ledger aufgrund seines hohen Durchsatzes von 1.500 Transaktionen pro Sekunde (TPS) und seiner niedrigen Gebühren gegenüber anderen Blockchains im Vorteil.

T54 verbindet KI-Agenten mit XRP und RLUSD

T54 hat dafür einen sogenannten XRPL-Facilitator entwickelt, der über das x402-Protokoll Zahlungsanfragen von KI-Agenten verarbeitet und auf dem XRP Ledger abwickelt. Hinzu kommt Cloud Credit, womit Agenten eine eigene Kreditlinie erhalten und XRP oder den Ripple-Stablecoin RLUSD für Ausgaben nutzen können.

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Langfristig sollen Menschen ihren Agenten vorab definierte Rechte und Ausgabenlimits erteilen. Der Agent könnte anschließend ohne erneute Freigabe einzelne Zahlungen ausführen:

„Eine vorab signierte Freigabe könnte ausschließlich meinem Agenten erlauben, bestimmte programmierbare Aktionen innerhalb eines festgelegten Ausgabenlimits auszuführen. Während ich schlafe, kann der Agent dann ein gutes Hotelangebot finden und die Transaktion vornehmen, weil ich ihm zuvor die Erlaubnis erteilt habe.“

T54 hat dem XRPL-Entwicklerteam nach eigenen Angaben bereits Vorschläge für mögliche Protokolländerungen vorgelegt. Details zu den diskutierten Anpassungen nannte Fang nicht.

Wie stark die Nutzung ist, zeigen die jüngsten Zahlen. Rund 1,5 Millionen Transaktionen sollen bereits von KI-Agenten auf dem XRP Ledger ausgeführt worden sein. Dazu zählen Käufe von Daten, Rechenleistung, Research-Berichten und Dienstleistungen anderer Agenten.

Nachfolgend findest du das gesamte Interview, wenn du mehr Details über die Pläne von T54 erfahren möchtest: