Bitcoin stieg über 87.000 US-Dollar, die US-Spot-ETFs verzeichneten an einem Handelstag fast eine Milliarde Dollar an Zuflüssen, und in Deutschland wuchsen die Zweifel am Widerstand der Union gegen die geplante Abschaffung der Krypto-Haltefrist.
Dazu kamen ein schwerer Angriff auf Bitget und neue Schritte der US-Aufsichtsbehörden nach dem Scheitern des CLARITY Acts. Das waren die wichtigsten Themen auf Kryptorevolution in der Woche vom 21. bis zum 26. September.
Bitcoin bricht über 87.000 Dollar aus
Die stärkste Marktbewegung kam zum Wochenauftakt. Bitcoin stieg am Montag zeitweise über 87.000 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar. Der Ausbruch wurde durch einen Short-Squeeze beschleunigt. Innerhalb von 24 Stunden wurden laut den im Marktbericht ausgewerteten CoinGlass-Daten Krypto-Shorts über rund 1,06 Milliarden Dollar liquidiert. Mehr als 558 Millionen Dollar entfielen auf Bitcoin.
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Die Gewinne hielten nicht vollständig. Am Freitag notierte BTC laut unserem Kursupdate wieder bei etwa 84.500 Dollar. Analysten rückten deshalb die Unterstützung zwischen 82.500 und 82.800 Dollar in den Mittelpunkt. Hält sie, bleibt eine Fortsetzung der Erholung möglich. Bei einem Bruch sehen sie Raum für einen Rückgang in Richtung 79.000 bis 80.000 Dollar.
Ein weiteres Signal lieferte Glassnode-Mitbegründer Rafael Schultze-Kraft. Am 23. September stieg der 30-Tage-Durchschnitt erstmals seit 2023 wieder über den 50-Wochen-Durchschnitt. In sechs früheren Fällen lag Bitcoin ein Jahr später im Median rund 230 Prozent höher. Die historische Auswertung ist für Anleger interessant, sagt aber nichts Verlässliches über die Höhe künftiger Gewinne aus.
Bitcoin-ETFs sammeln in einer Woche 2,39 Milliarden Dollar ein
Neben den Liquidationen war die Nachfrage über ETFs ein zentraler Faktor. Vom 21. bis zum 25. September flossen laut Farside Investors netto rund 2,39 Milliarden US-Dollar in die US-Spot-Bitcoin-ETFs. Alle fünf Handelstage schlossen mit Zuflüssen. Den größten Anteil lieferte Montag mit rund 999 Millionen Dollar, wie wir bereits im Bericht über den Bitcoin-Ausbruch beschrieben haben.
Danach ließ das Tempo nach: Am Dienstag kamen 714,7 Millionen Dollar hinzu, am Mittwoch 346,9 Millionen, am Donnerstag 190,7 Millionen und am Freitag 134,5 Millionen Dollar. BlackRocks IBIT sammelte über die fünf Tage rund 1,16 Milliarden Dollar ein, Fidelitys FBTC etwa 701,6 Millionen. Die Fonds verzeichneten damit selbst nach dem Rücksetzer des Bitcoin-Kurses weiter Nettozuflüsse.
Krypto-Haltefrist: Lässt die Union Klingbeil gewähren?
Für deutsche Anleger war die Steuerdebatte das politisch wichtigste Thema. WELT-Reporter Daniel Eckert schrieb auf X, er habe gehört, die Union wolle für den Erhalt der Krypto-Haltefrist nicht zu viel „politisches Kapital“ einsetzen. Das verstärkte die Sorge, CDU und CSU könnten die Pläne des SPD-geführten Bundesfinanzministeriums passieren lassen.
Auslöser war eine Antwort des CDU-Bundestagsabgeordneten Lars Ehm auf eine Bürgeranfrage. Ehm sagte weder zu, die Reform vor einem Kabinettsbeschluss zu stoppen, noch versprach er, im Bundestag dagegenzustimmen. Sein Abstimmungsverhalten wolle er vom tatsächlich vorgelegten Gesetzentwurf abhängig machen. Er verwies zugleich auf Bedenken gegen eine steuerliche Ungleichbehandlung von Kryptowährungen, Edelmetallen und Fremdwährungen.
Die Meldung über mögliche Zweifel am Unionswiderstand belegt noch keine Zustimmung der CDU zu Klingbeils Plänen. Eckert nannte keine konkreten Gesprächspartner und keinen Beschluss der Parteiführung. Der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler hatte zuvor eine Briefkampagne an CDU-Wahlkreisabgeordnete gestartet, um den Druck noch vor der Kabinettsbefassung zu erhöhen.
Nach dem bekannt gewordenen Referentenentwurf soll die Steuerfreiheit nach einem Jahr für ab 2027 neu erworbene Kryptowerte entfallen. Für ältere Bestände ist Schutz vorgesehen. Beschlossen ist diese Neuregelung bislang nicht.
Bitget-Hack: Schadenssumme steigt auf 387,5 Millionen Dollar
Eine der schwerwiegendsten Meldungen betraf Bitget. Bei einem Angriff am 24. September wurden nach Angaben der Börse zunächst auf rund 351,6 Millionen Dollar geschätzte Kryptowerte aus ihrer operativen Wallet-Infrastruktur entwendet. Wie wir am Freitag berichteten, stoppte Bitget vorsorglich die Auszahlungen.
Inzwischen hat Bitget die Schadenssumme auf etwa 387,5 Millionen Dollar erhöht. Nach Darstellung der Börse kamen bei der genaueren Zuordnung betroffene Vermögenswerte auf Zcash und TRON hinzu. Die Differenz beruhe demnach auf einer vollständigeren Erfassung des ursprünglichen Angriffs und nicht auf weiteren unbefugten Transfers.
Bitget teilte außerdem mit, die Schwachstelle behoben zu haben. Mandiant und SlowMist unterstützen die Untersuchung, während für Hinweise zur Sicherung oder Rückholung gestohlener Mittel Prämien ausgelobt wurden.
Für Kunden ist vor allem der neue Zeitplan für Auszahlungen relevant. Bitcoin-Auszahlungen sollen am 28. September um 8 Uhr UTC wieder anlaufen, Ether am 29. September und USDT am 30. September. Für weitere Token sowie Fiat- und P2P-Auszahlungen nennt Bitget den 2. Oktober. Die Dienste waren am Samstagabend noch nicht entsprechend wiederhergestellt. Bitget erklärt, Kundenguthaben seien gedeckt, und verweist auf seinen Schutzfonds.
BlackRock entwickelt Strategien für Ondos neue Token
Bei der Tokenisierung traditioneller Anlagen sorgte Ondo Finance für eine wichtige Meldung. Das Unternehmen stellte drei Portfoliotoken vor, deren Anlagestrategien BlackRock eigens für Ondo entwickelt hat.
Die Produkte decken unterschiedliche Ausrichtungen von laufenden Erträgen bis zu stärkerem Wachstum ab. BlackRock bestimmt die Vermögensauswahl und Zielgewichtung. Ondo übernimmt die Umsetzung, Neugewichtung sowie Ausgabe und Rücknahme. BlackRock selbst emittiert oder verwaltet die Token nicht. Anleger erwerben auch keine Anteile an einem BlackRock-Fonds, sondern eine wirtschaftliche Beteiligung an der Entwicklung des jeweiligen Korbs.
Binance listet HYPE, doch die Kursreaktion bleibt verhalten
Hyperliquid erhielt am Donnerstag Zugang zu einem weiteren großen Spot-Markt. Binance eröffnete den Handel mit HYPE gegen USDT, USDC und unter zusätzlichen Zugangsvoraussetzungen gegen die türkische Lira.
Der Kurs reagierte zunächst positiv auf die Ankündigung, konnte den Impuls aber nicht halten. Kurz nach Handelsbeginn lag HYPE im damaligen Bericht bei rund 90,27 Dollar und etwa 5,6 Prozent im Tagesminus. Auf Wochensicht stand zu diesem Zeitpunkt dennoch ein Plus von 12,6 Prozent. Der Rückgang hatte bereits vor dem Listing begonnen.
IOTA aktiviert StarfishSpeed und baut DeFi-Infrastruktur aus
IOTA schaltete am 24. September Protokoll 36 im Mainnet frei. Die wichtigste Neuerung, StarfishSpeed, soll Transaktionen unter günstigen Bedingungen schneller bestätigen. Hinzu kommen Änderungen für Validatoren, Smart Contracts und die Dateninfrastruktur.
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Parallel berichteten wir über USDT0 auf dem IOTA-Mainnet. Der erste bestätigte Transfer aus Ethereum fand bereits am 17. September statt. Seit dem 23. September liegen außerdem Verträge für eine Perpetual-Börse vor, die USDT0 als Sicherheit vorsieht. Bei der damaligen Prüfung waren lediglich rund 1,27 USDT0 ausgegeben. Ein eröffneter Markt oder laufender Derivatehandel war noch nicht nachgewiesen.
Nach dem CLARITY-Rückschlag handeln SEC und CFTC selbst
Der CLARITY Act scheiterte bereits am 15. September an der Hürde für die Aufnahme der Beratung im US-Senat. Seither treiben die Aufsichtsbehörden einzelne Schritte innerhalb ihrer bestehenden Zuständigkeiten voran. Die SEC eröffnete unter engen, befristeten Bedingungen einen Weg für den Handel mit bestimmten tokenisierten US-Aktien. Die CFTC entlastete Anbieter passiver Handelssoftware, wenn ihre Anwendungen Nutzer mit registrierten Terminmärkten verbinden.
Ein Vorhaben für die Regulierung von Kryptotransaktionen und Kryptomärkten hat die CFTC außerdem zur Prüfung an das Weiße Haus übermittelt. Es befindet sich noch in einer frühen Phase. Der Regeltext ist nicht öffentlich und wurde noch nicht verabschiedet.
Am 24. September aktualisierte die CFTC ihre Hinweise für registrierte Marktteilnehmer. Sie behandeln zulässige Anlagen von Kundengeldern in tokenisierter Form und die Erfüllung von Aufzeichnungspflichten mithilfe von Blockchain-Technologie.
Einen Tag später veröffentlichte die SEC-Fachabteilung neue Fragen und Antworten zur Anwendung des Wertpapierrechts auf Kryptowerte. Die Hinweise betreffen unter anderem Staking-Belegtokens, Marketing und Tokenrückkäufe. Sie erläutern die Sicht der Mitarbeiter, schaffen aber kein neues Gesetz.
Auch die US-Notenbank legte am 24. September Vorschläge für die Aufsicht über Stablecoin-Emittenten nach dem GENIUS Act vor, darunter Vorgaben zu Reserven, Kapital und Genehmigungsverfahren. Damit geht die Regulierung an mehreren Stellen weiter, auch wenn die umfassende gesetzliche Neuordnung des Kryptomarkts vorerst aussteht.












