RedotPay hat eine neue, auf dem XRP Ledger basierende Zahlungskarte mit RLUSD-Integration vorgestellt. Nutzer können ihre XRP-Bestände als Sicherheit hinterlegen und dadurch eine Kreditlinie erhalten. Verkaufen müssen sie ihre Token dafür nicht.
Neben XRP soll sich auch RLUSD als Sicherheit verwenden lassen. Bei RLUSD handelt es sich um einen an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin, der von Ripple in das XRP-Ledger-Ökosystem integriert wurde.
Nach Angaben des Zahlungsdienstleisters wird gegen die hinterlegten Vermögenswerte eine Stablecoin-Kreditlinie mit einem Beleihungsauslauf von rund 50 Prozent bereitgestellt. Wer beispielsweise XRP oder RLUSD im Wert von 1.000 US-Dollar hinterlegt, erhält demnach bis zu 500 Dollar verfügbares Guthaben.
Die als Sicherheit hinterlegten Vermögenswerte bleiben dabei im Besitz des Nutzers. Die Kreditlinie ermöglicht es, Liquidität aus den Beständen zu erhalten, ohne XRP oder RLUSD unmittelbar am Markt verkaufen zu müssen. Allerdings hängt der verfügbare Kredit vom Wert der hinterlegten Sicherheiten ab.
Die Karte ist virtuell und physisch erhältlich. Nach Angaben von RedotPay kann sie in mehr als 100 Ländern und bei über 130 Millionen Händlern eingesetzt werden – grundsätzlich überall dort, wo Visa akzeptiert wird.
Dazu zählen Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie die meisten Länder Europas, Lateinamerikas, Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens. Einschränkungen gelten insbesondere in sanktionierten Staaten und Regionen sowie dort, wo lokale Vorschriften oder einzelne Händler internationale beziehungsweise kryptobasierte Karten nicht akzeptieren.
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Die Zahlungen werden über die weltweiten Visa-Zahlungsschienen abgewickelt. Mobile Zahlungen sollen zudem über Apple Pay oder Google Pay möglich sein. Dadurch lässt sich das auf Basis der hinterlegten XRP- oder RLUSD-Bestände bereitgestellte Guthaben im Alltag ähnlich wie bei einer herkömmlichen Zahlungskarte einsetzen.
Für Kartentransaktionen verlangt RedotPay nach eigenen Angaben eine Gebühr von etwa einem Prozent. Je nach Region, Währung und Art der Transaktion können zusätzliche Kosten oder Wechselkursaufschläge anfallen.
RLUSD verbindet das XRP Ledger mit dem Fiat-System
Der Händler erhält bei einer Kartenzahlung keine Kryptowährung. Im Hintergrund wird das verfügbare Stablecoin-Guthaben über Bank- und Zahlungspartner in die jeweilige Landeswährung umgewandelt. Welche Partner beteiligt sind, unterscheidet sich je nach Markt.
RLUSD übernimmt bei diesem Modell eine wichtige Brückenfunktion. Der Stablecoin bildet einen digitalen US-Dollar innerhalb des Krypto-Ökosystems ab und kann für die Bereitstellung sowie Abrechnung der Kreditlinie eingesetzt werden. XRP dient hingegen unter anderem als hinterlegter Vermögenswert, gegen dessen Wert Liquidität bereitgestellt werden kann.
Damit folgt RedotPay einem Modell, das sich bei Krypto-Zahlungskarten zunehmend durchsetzt. Blockchain-Netzwerke übernehmen die Übertragung und Abrechnung digitaler Vermögenswerte, während bestehende Kartensysteme dafür sorgen, dass die Zahlung am Terminal wie gewohnt funktioniert.
Die XRP-Ledger-Anbindung soll dabei schnelle und kostengünstige Transaktionen ermöglichen. Gleichzeitig erlaubt die Integration in das Visa-Netzwerk den Einsatz des verfügbaren Guthabens bei klassischen Händlern, ohne dass diese selbst XRP oder RLUSD akzeptieren müssen.
Das Unternehmen gibt an, mehr als acht Millionen registrierte Nutzer in rund 100 Ländern zu haben. Das annualisierte Zahlungsvolumen liege bei etwa zwölf Milliarden Dollar. Besonders häufig werde das Angebot für alltägliche Ausgaben und grenzüberschreitende Überweisungen genutzt, vor allem in Lateinamerika, Afrika und im Nahen Osten.
XRP als Sicherheit statt als Zahlungsmittel
Bei der neuen Karte werden die hinterlegten XRP nicht direkt bei jeder Zahlung verkauft. Stattdessen dienen sie als Sicherheit für eine Kreditlinie. Das unterscheidet das Modell von vielen klassischen Krypto-Debitkarten, bei denen digitale Vermögenswerte zum Zeitpunkt des Einkaufs automatisch in eine Fiatwährung umgetauscht werden.
Der Beleihungsauslauf von rund 50 Prozent soll das Risiko von Kursschwankungen begrenzen. Fällt der Wert der hinterlegten XRP deutlich, kann sich das Verhältnis zwischen Kredit und Sicherheit jedoch verändern. Nutzer sollten deshalb berücksichtigen, dass je nach Ausgestaltung zusätzliche Sicherheiten oder eine Rückzahlung erforderlich werden könnten.
Wer RLUSD als Sicherheit hinterlegt, ist dagegen nicht unmittelbar den gleichen Kursschwankungen wie bei XRP ausgesetzt, da der Stablecoin an den US-Dollar gekoppelt ist. Dennoch können auch bei Stablecoins technische, regulatorische und emittentenbezogene Risiken bestehen.
Überweisungen und QR-Zahlungen rücken in den Fokus
RedotPay richtet sich unter anderem an Menschen ohne stabilen Zugang zu klassischen Bankdienstleistungen, an ausländische Arbeitskräfte und digitale Nomaden. Kryptowährungen können über die Plattform versendet und beim Empfänger als lokale Fiatwährung ausgezahlt werden.
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In Vietnam und auf den Philippinen unterstützt die App zudem direkte QR-Zahlungen. Weitere Blockchain-Netzwerke, Währungen und automatisierte Zahlungsfunktionen für KI-Anwendungen sollen folgen.
Mit der XRP-Ledger-basierten Karte erweitert RedotPay dieses Angebot nun um eine besicherte Kreditlösung. Nutzer können XRP oder RLUSD als Collateral hinterlegen, eine Kreditlinie von rund 50 Prozent des hinterlegten Wertes erhalten und das Guthaben anschließend über Visa, Apple Pay oder Google Pay verwenden.
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