Trezor warnt nach dem Bericht über ein Hardware-Implantat in einem Trezor Safe 5 vor möglichen Risiken für Kunden des früheren Wiederverkäufers CryptoBilis. Wer dort seit März 2026 ein Trezor-Gerät gekauft hat und nutzt, soll seine Bestände vorsorglich schnellstmöglich auf eine neu erstellte Wallet mit neuem Seed übertragen.
Trezor nimmt Bericht ernst, Untersuchung steht noch aus
Der gemeldete Fall betrifft ein im August 2026 bei CryptoBilis gekauftes Safe-5-Gerät. Trezor erhielt den Hinweis über sein Responsible-Disclosure-Programm zur vertraulichen Meldung von Sicherheitsproblemen und veröffentlichte am 30. Oktober eine Warnung auf X sowie einen begleitenden Blogbeitrag. Dem Unternehmen zufolge hat bisher kein CryptoBilis-Käufer einen Verlust von Guthaben an Trezor gemeldet.
Tipp der Redaktion: Krypto-Haltefrist: Grünen-Mann Lucks macht gegen Bitcoin mobil – neue Aussagen sorgen für Zündstoff
Die technische Bestätigung steht allerdings aus. Trezor erklärte auf X:
„Wir haben das Gerät noch nicht erhalten, um diesen Bericht zu bestätigen. Aufgrund der Beschreibung des Kunden halten wir ihn jedoch für glaubwürdig und veröffentlichen ihn bereits jetzt, damit Kunden, die einen Trezor über CryptoBilis gekauft haben, ihre Guthaben vorsorglich sichern können. Unser Sicherheitsteam wird das Gerät untersuchen, sobald es eintrifft.“
Damit unterscheidet das Unternehmen zwischen einem ernst genommenen Verdacht und einem selbst überprüften Befund. Die Warnung betrifft einen konkreten Vertriebsweg. Aus der Mitteilung lässt sich weder eine Manipulation sämtlicher dort verkaufter Geräte noch eine allgemeine Kompromittierung von Trezor-Wallets ableiten.
Neuer Seed erforderlich, bloßer Gerätewechsel reicht nicht
Für bereits verwendete Geräte formuliert Trezor eine eindeutige Empfehlung:
„Übertragen Sie Ihre Guthaben so schnell wie möglich auf eine neu erstellte Wallet mit einem neuen Seed. Verwenden Sie den alten Seed in keiner Wallet erneut, weder in einer Hardware- noch in einer Software-Wallet.“
Entscheidend ist damit nicht allein der Wechsel des Geräts, sondern der Wechsel zu neuen Schlüsseln. Wer den bisherigen Seed auf einer anderen Wallet wiederherstellt, erfüllt diese Sicherheitsvorgabe nicht. Falls keine weitere sichere Hardware-Wallet verfügbar ist, empfiehlt Trezor vorübergehend eine vertraute Software-Wallet oder eine Börse, mit der der Nutzer bereits vertraut ist.
Noch nicht eingerichtete Geräte aus dem betroffenen Kaufzeitraum sollen nicht in Betrieb genommen werden. Nutzer sollen darauf auch keinesfalls das Backup einer bestehenden Wallet eingeben.
Mt. Gox-Gründer Mark Karpelès griff die Warnung am 30. Oktober auf X auf und schrieb:
„Ledger ist nicht der einzige betroffene Hersteller. Auch von CryptoBilis verkaufte Trezor-Geräte hatten ein Implantat. WICHTIG: Wenn Sie seit März 2026 einen Trezor bei CryptoBilis gekauft haben und ihn zur Aufbewahrung von Guthaben nutzen, übertragen Sie Ihre Guthaben bitte so schnell wie möglich auf eine neu erstellte Wallet mit einem neuen Seed.“
Lesetipp: Krypto-Haltefrist: CDU-Finanzpolitiker stellt sich gegen Klingbeils Steuerpläne
Karpelès formuliert den Befund damit bestimmter als Trezor selbst. Zusätzlich bot er an, wie bereits bei Ledger, Geräte bei Unsicherheit zu analysieren und die Versandkosten zu übernehmen.
Bereits am 9. Oktober hatte Trezor CryptoBilis nach Berichten über manipulierte Ledger-Geräte aus seinem Händlernetz entfernt. Über die Reaktion Trezors auf den Ledger-Skandal berichtete Kryptorevolution bereits. Seitdem untersuchte Trezor vier von CryptoBilis-Kunden eingesandte Geräte und fand bei keinem Manipulationsspuren.
Betroffene sollen ihr CryptoBilis-Gerät aufbewahren und den offiziellen Trezor-Support kontaktieren, um eine neue Hardware-Wallet zu erhalten. Das Wallet-Backup darf dabei niemals weitergegeben werden. Trezor betont, dass sein Support die Wiederherstellungsphrase nicht abfragt, eine auch angesichts früherer Phishing-Versuche gegen Wallet-Nutzer relevante Abgrenzung.
Trezor arbeitet bei der Reaktion mit SEAL 911 zusammen und kündigt weitere Informationen an. Erst die Untersuchung des gemeldeten Safe 5 kann den Verdacht technisch bestätigen. Bis dahin setzt der Hersteller auf eine vorsorgliche Absicherung aller seit März über CryptoBilis gekauften Trezor-Geräte.













