Avalanche ist ein Projekt am Kryptomarkt mit zahlreichen Anwendungsfällen und sogar Regierungskooperationen. Vor wenigen Stunden haben die Vereinigten Arabischen Emirate angekündigt, ihre nationale digitale Identitätsplattform UAE PASS auf Avalanche zu lancieren.
Eigene Avalanche-Layer-1 statt öffentlicher Datenspeicherung
Der UAE PASS ist das Pendant zur noch einzuführenden Bürger-ID in Deutschland. Konkret wird der UAE PASS von Bürgern, Einwohnern und Besuchern genutzt, um Zugang zu mehr als 15.000 digitalen Dienstleistungen und über 30 staatlichen und privaten Einrichtungen zu erhalten.
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Die neue auf dem Avalanche-Netzwerk basierende Blockchain soll dabei nicht die bestehenden technischen Systeme ersetzen, sondern erweitern. Avalanche erbringt dabei den kryptografischen Nachweis, mit dem verifiziert werden kann, dass digitale Dokumente echt sind und nicht manipuliert wurden.
Für die Umsetzung arbeitet die Telecommunications and Digital Government Regulatory Authority mit Deca4 und Ava Labs zusammen. Technisch läuft das System auf einer dedizierten Avalanche-Layer-1 und damit nicht einfach auf einer gemeinsam genutzten öffentlichen Blockchain.
Dieser Aufbau gibt den beteiligten Behörden die vollständige Kontrolle über Leistung, Betrieb und technische Parameter des Netzwerks. Avalanche gehört gemessen an Durchsatz und Finalität zu den leistungsfähigeren Blockchain-Netzwerken.
Laut der eigenen technischen Dokumentation verarbeitet Avalanche beziehungsweise eine Avalanche-L1 rund 2.500 Transaktionen pro Sekunde bei einer durchschnittlichen Finalität von etwa 0,8 Sekunden.
Der UAE PASS muss eine hohe Zahl alltäglicher Anfragen verarbeiten, ohne dass Schwankungen eines öffentlichen Netzwerks direkt auf den Dienst durchschlagen oder es zu Verzögerungen bei der Nutzung kommt. Aufgrund dieser technischen Daten eignet sich Avalanche sehr gut für die Umsetzung:
“Die Kapazität wird nicht durch unabhängige Aktivitäten an anderen Stellen im Netzwerk beansprucht. Wenn jemand am Bankschalter eine Gewerbelizenz vorlegt, wird die Überprüfung nicht hinter Datenverkehr in die Warteschlange gestellt, der nichts mit den VAE zu tun hat. Die Leistung bleibt vorhersehbar und schwankt nicht aufgrund von Bedingungen, auf die der Betreiber keinen Einfluss hat. Genau darin liegt der Sinn einer Aufrüstung, deren erklärtes Ziel es ist, das anhaltende Wachstum im Bereich der digitalen Identität und der überprüfbaren Dokumente im ganzen Land zu unterstützen.”
Persönliche Informationen werden dabei nicht auf der Blockchain gespeichert. Stattdessen dient das Netzwerk als Verifizierungsschicht. Dokumente können so auf ihre Echtheit geprüft werden, während sensible Nutzerdaten außerhalb der Chain verbleiben.
Avalanche-Adoption weltweit steigt stetig
Wie wir bereits berichteten, setzt die nationale Prüfungsbehörde KNEC in Kenia Avalanche ein, um Schulzeugnisse auf der Blockchain zu digitalisieren. Dabei werden mehr als 15 Millionen Datensätze verarbeitet, die bis in das Jahr 1989 zurückreichen.
Darüber hinaus wird Avalanche bereits von US-Behörden für Anwendungen in großem Maßstab eingesetzt. Das kalifornische Verkehrsamt DMV digitalisierte rund 42 Millionen Fahrzeugtitel auf einer Avalanche-basierten Blockchain. Das System soll Eigentumsübertragungen vereinfachen und Manipulationen an Fahrzeugdokumenten erschweren.
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Auch in Indien wird Avalanche für institutionelle Infrastruktur genutzt: Der Agrar- und Lagerdienstleister Arya.ag will Vermögens- und Kreditdaten im Umfang von rund 2 Milliarden US-Dollar auf einer eigenen Avalanche-Layer-1 erfassen. Das Netzwerk umfasst rund 12.000 Lagerhäuser und soll unter anderem verhindern, dass dieselben eingelagerten Agrargüter mehrfach als Kreditsicherheit verpfändet werden.












