Südkorea nimmt die Tokenisierung seiner Kapitalmärkte ins Visier. Dafür wollen die Financial Services Commission (Finanzaufsichtsbehörde) und der Korea Securities Depository (koreanische Wertpapiersammelbank) große Teile der Marktinfrastruktur auf Avalanche onchain bringen.
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Dabei geht es nicht nur um die digitale Ausgabe einzelner Wertpapiere. Nach den bisher bekannten Eckpunkten soll die gesamte Prozesskette erfasst werden: von der Emission über Handel und Clearing bis zur Abwicklung. Auch Rechte von Anlegern sollen in die neue Infrastruktur einbezogen werden.
Der stellvertretende Vorsitzende der Finanzaufsicht, Kwon Dae-young, machte deutlich, dass die Pläne über bisherige Modelle hinausgehen:
„Wir wollen Token Securities nicht auf Fractional Investments beschränken. Mit einem strategischen und schrittweisen Ansatz wollen wir die Grundlage dafür schaffen, dass auch bestehende Finanzprodukte wie Aktien, Anleihen und Fonds in Token-Form ausgegeben und gehandelt werden können.“
BREAKING: South Korea is bringing its entire capital markets infrastructure onchain, powered by Avalanche
The Financial Services Commission and Korea Securities Depository are laying the groundwork to bring stocks, bonds and funds onchain, connecting the full capital markets… pic.twitter.com/JfrWxpIOO9
— Avalanche🔺 (@avax) September 4, 2026
Nicht nur Tokenisierung, sondern Marktinfrastruktur
Das ist der entscheidende Unterschied zu vielen bisherigen Blockchain-Projekten im Wertpapierbereich. Häufig wurden tokenisierte Anleihen oder Fondsanteile zwar auf einer Blockchain ausgegeben, wesentliche Prozesse im Hintergrund blieben jedoch in traditionellen Systemen.
Südkoreas Ansatz geht deutlich darüber hinaus. Wenn Ausgabe, Eigentumsübertragung, Clearing und Settlement tatsächlich innerhalb einer zusammenhängenden Onchain-Struktur organisiert werden, betrifft die Umstellung einen erheblichen Teil der technischen Architektur des Kapitalmarkts.
Auch Anlegerrechte sind dabei relevant. Bei Wertpapieren reicht es nicht aus, lediglich einen digitalen Token einem Wallet zuzuordnen. Dividenden, Zinszahlungen, Stimmrechte oder andere Ansprüche müssen eindeutig mit dem jeweiligen Eigentümer verknüpft und rechtlich durchsetzbar bleiben.
Kwon beschreibt den Ansatz entsprechend als Verbindung der gesamten Prozesskette:
„Wir wollen Ausgabe, Handel, Clearing, Settlement, die Ausübung von Rechten und die zugrunde liegenden Vermögenswerte aus der Perspektive eines einheitlichen digitalen Kapitalmarkts miteinander verbinden.“
Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich, ob eine Blockchain-Lösung nur als technische Abbildung bestehender Wertpapiere dient oder tatsächlich zu einem Bestandteil der regulierten Finanzmarktinfrastruktur wird.
Avalanche als Infrastruktur für Südkoreas Kapitalmarkt
Südkorea will Avalanche nicht nur für einzelne tokenisierte Produkte nutzen. Aktien, Anleihen und Fonds sollen über die Infrastruktur ausgegeben, gehandelt, gecleart und abgewickelt werden.
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Damit geht das Projekt über typische Blockchain-Piloten hinaus. Auch Anlegerrechte sollen onchain erfasst werden. Für Avalanche wäre das ein Einsatz direkt innerhalb regulierter Kapitalmarktprozesse.













