IOTA hat „Proof of Inclusion“ als dritte Komponente in sein Notarization Toolkit integriert. Die neue Funktion erstellt kryptografische Nachweise dafür, dass eine Transaktion, ein Ereignis oder eine bestimmte Objektversion tatsächlich in einem zertifizierten IOTA-Checkpoint enthalten ist.
Die Integration erfolgte bereits am 8. September im offiziellen GitHub-Repository. Eine offizielle Ankündigung der IOTA Foundation steht bislang aus.
Der zugrunde liegende Pull Request #305 wurde am 3. Juli eröffnet und nach gut zwei Monaten Entwicklungsarbeit zusammengeführt. Er umfasst 107 geänderte Dateien, 15.951 hinzugefügte und 91 entfernte Codezeilen. Die vorerst letzten Anpassungen wurden am 11. September in den Hauptentwicklungszweig aufgenommen.
Das weist der neue IOTA-Nachweis nach
In der technischen Dokumentation beschreibt IOTA die Funktion folgendermaßen:
„Das Proof-of-Inclusion-Rust-Paket erstellt und überprüft transportierbare Nachweise dafür, dass IOTA-Ledger-Daten in einem zertifizierten Checkpoint enthalten sind.“
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Ein Checkpoint fasst bestätigte Aktivitäten des Netzwerks zusammen und wird vom zuständigen Validatorenkomitee zertifiziert. Der Nachweis verbindet die ausgewählten Daten mit diesem Checkpoint und dessen kryptografischer Bestätigung.
Proof of Inclusion kann drei Arten von IOTA-Daten nachweisen. Bei einer Transaktion bestätigt der Beweis, dass die Transaktion und ihre Auswirkungen Bestandteil des Checkpoints sind.
Bei einem Event wird zusätzlich geprüft, ob das ausgewählte Ereignis zur betreffenden Transaktion gehört und sein Inhalt mit den im Netzwerk gespeicherten Daten übereinstimmt. Bei einem Objekt weist das System nach, dass dessen konkrete Version durch die bestätigte Transaktion geschrieben wurde.
Mehrere Objekte und Events können in einem Nachweis gebündelt werden, müssen jedoch aus derselben Transaktion stammen.
Der größte Vorteil liegt in der Trennung zwischen Erstellung und Überprüfung. Der sogenannte ProofBuilder sammelt die erforderlichen Transaktions-, Objekt-, Event- und Checkpoint-Daten aus einer IOTA-Netzwerkquelle und erstellt daraus einen Nachweis.
Der Empfänger muss der Quelle, die ihm diesen Nachweis übermittelt, nicht vertrauen. Der ProofVerifier prüft die enthaltenen Daten lokal gegen ein Validatorenkomitee, das der Empfänger zuvor als vertrauenswürdig festgelegt hat.
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Vollständig vertrauensfrei ist der Vorgang damit nicht: Der Prüfer benötigt entweder ein vertrauenswürdiges Komitee, einen IOTA-Genesis-Datensatz oder einen Node innerhalb seiner eigenen Vertrauensgrenze. Die eigentliche Prüfung des Nachweises erfolgt anschließend jedoch ohne weitere Netzwerkanfragen.
Unterschied zu Notarization und Audit Trails
Das bisherige IOTA Notarization Toolkit bestand aus Single Notarization und Audit Trails. Single Notarization speichert einzelne Dokumente, Hashwerte oder veränderbare Datensätze auf IOTA. Audit Trails erzeugt geordnete und rollenbasierte Ereignisverläufe.
Proof of Inclusion erstellt dagegen kein eigenes Onchain-Objekt und benötigt kein separates Move-Paket. Die Funktion weist bereits vorhandene Netzwerkaktivitäten nach. Sie ist deshalb nicht auf Daten beschränkt, die zuvor mit den beiden Notarization-Komponenten erstellt wurden, sondern kann auch Aktivitäten anderer IOTA-Anwendungen überprüfen.
Für IOTAs Strategie rund um digitalen Handel, Produktpässe und Identitätsnachweise könnte die Funktion von zentraler Bedeutung werden. Ein Unternehmen könnte beispielsweise einem Kreditgeber, einer Zollbehörde oder einem Auditor einen kryptografischen Nachweis übermitteln, der anschließend unabhängig geprüft wird.
Das Grundkonzept ist für IOTA nicht vollkommen neu. Bereits 2024 beschrieb die Foundation Proof of Inclusion im Zusammenhang mit digitalen Produktpässen für Kunststoffabfälle. Neu ist die umfangreiche Implementierung für die aktuelle, Move-basierte IOTA-Architektur und ihre Einbindung in das Notarization Toolkit.
Wichtig zu wissen ist, dass ein offizieller Produktstart noch aussteht. Zum Redaktionszeitpunkt führt das öffentliche IOTA-Dokumentationsportal weiterhin lediglich Single Notarization und Audit Trails als Bestandteile des Toolkits auf. Auch ein eigener Blogbeitrag zur neuen Funktion wurde bislang nicht veröffentlicht.












