Zcash (ZEC) und Quant (QNT) entwickeln sich derzeit deutlich besser als der breite Kryptomarkt. Während Bitcoin und Ethereum seitwärts tendieren, legte ZEC am Samstagmorgen um 4,9 Prozent auf 1.314 US-Dollar zu. QNT gewann innerhalb von 24 Stunden knapp 7,73 Prozent und stieg auf 202 US-Dollar.
Die Kursgewinne fallen in eine Phase zunehmender Unsicherheit an den Finanzmärkten. Nach den US-Zwischenwahlen gerieten vor allem amerikanische Technologie- und KI-Aktien unter Verkaufsdruck.
Die Schwäche griff auf den Kryptomarkt über, wo gehebelte Positionen im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar liquidiert wurden. Gleichzeitig dämpften die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten die Hoffnung auf rasche Zinssenkungen.
Im Oktober entstanden 165.000 neue Stellen, was der US-Notenbank zusätzlichen Spielraum gibt, die Zinsen länger auf einem erhöhten Niveau zu halten.
Zcash: Netzwerk-Upgrade trifft auf steigendes Interesse an Privatsphäre
Der stärkste Kurstreiber für Zcash ist das am 6. November aktivierte Netzwerk-Upgrade NU7. Die Aktualisierung verkürzt die Blockzeit von bislang 75 auf 25 Sekunden und ermöglicht damit eine deutlich schnellere Bestätigung von Transaktionen.
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Gleichzeitig wird die Verteilung der Transaktionsgebühren neu geregelt. Künftig fließen 60 Prozent der Gebühren in eine Reserve, aus der langfristig zusätzliche Blockbelohnungen finanziert werden sollen. Die maximale Umlaufmenge bleibt auf 21 Millionen ZEC begrenzt.
Mit dem Upgrade wurden zudem ältere Transaktionsformate abgeschaltet. Davon betroffen sind rund 12.224 ZEC im ursprünglichen Sprout-Pool, die vorerst nicht mehr ausgegeben werden können. Gemessen an der bislang ausgegebenen Gesamtmenge entspricht dies allerdings lediglich 0,07 Prozent.
Über die technischen Änderungen hinaus profitiert Zcash vom wachsenden Interesse an Kryptowährungen mit Datenschutzfunktionen. Während Blockchain-Analysen zunehmend Einblicke in öffentlich nachvollziehbare Zahlungsströme ermöglichen, rückt die Vertraulichkeit finanzieller Transaktionen wieder stärker in den Fokus der Anleger.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Nutzung des Netzwerks wider. Inzwischen befinden sich rund 4,99 Millionen ZEC in abgeschirmten Pools, deren Transaktionsdaten nicht öffentlich einsehbar sind. Bereits mit der Einführung des Ironwood-Upgrades hatte Zcash seine Infrastruktur für private Transaktionen weiterentwickelt.
Verstärkt wurde der Kursanstieg durch Entwicklungen am Derivatemarkt. Die Liquidation von Short-Positionen zwang Marktteilnehmer zu Rückkäufen und sorgte damit für zusätzlichen Kaufdruck.
Von einer durchgehend steigenden institutionellen Nachfrage kann allerdings keine Rede sein. So verzeichnete das Zcash-Anlageprodukt von Grayscale allein am 5. November Kapitalabflüsse von rund elf Millionen US-Dollar.
Auch regulatorisch bleibt das Umfeld angespannt. Mit den verschärften europäischen Geldwäschevorschriften, die ab 2027 unter anderem anonymisierte Kryptokonten bei regulierten Dienstleistern einschränken, wächst der Druck auf Anbieter datenschutzorientierter Kryptowährungen.
Quant: US-Banken setzen auf tokenisierte Einlagen
Bei Quant steht dagegen die Verbindung zwischen Blockchain-Infrastruktur und traditionellem Bankwesen im Mittelpunkt.
Am 24. September beauftragte der amerikanische Zahlungsinfrastrukturbetreiber The Clearing House Quant mit zentralen technischen Komponenten seiner „On-Chain Money Initiative“.
Das geplante Netzwerk soll tokenisierte Bankeinlagen zwischen Finanzinstituten abwickeln und an bestehende Zahlungssysteme wie RTP und CHIPS anbinden. Der Start ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
„Der Aufbau einer Interbanken-Infrastruktur für tokenisierte Einlagen erfordert bewährte Technologie, die in großem Maßstab funktioniert“,
erklärte Strategiechef Sal Karakaplan.
Auch Quants Kooperation mit dem Finanzsoftwareanbieter Murex und Projekte mit britischen Großbanken stützen das Narrativ einer zunehmenden institutionellen Tokenisierung. Parallel arbeiten weitere Finanzinstitute daran, tokenisierte Bankeinlagen in den internationalen Zahlungsverkehr einzubinden.
Allerdings besteht ein entscheidender Unterschied zwischen der Nutzung von Quants Technologie und einer tatsächlichen Nachfrage nach QNT. Bislang ist nicht bestätigt, dass beteiligte Banken den Token für die Abwicklung erwerben müssen. Konkrete Transaktionsvolumina oder daraus resultierende Tokenkäufe sind ebenfalls nicht veröffentlicht.
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Die jüngste Erholung bleibt deshalb begrenzt. Trotz der zeitweise erheblichen Kursgewinne von Quant liegt QNT auf 30-Tage-Sicht 23 Prozent im Minus.
Ein Gesamtüberblick zur aktuellen Lage am Kryptomarkt gibt Marcel im neuen Videoupdate:












