Bitwise-CEO Matt Hougan erklärte in einem neuen Interview mit CNBC, dass der Binance-Hack langfristig sogar positive Auswirkungen auf Bitcoin und den Kryptomarkt haben könnte. Die dadurch ausgelöste Bereinigung könne den Weg für steigende Kurse ebnen. Entscheidend sei dabei vor allem ein Umstand, den Hougan als zentrales Argument anführt.
Binance verspricht Entschädigung – Bitwise erwartet begrenzte Korrektur
Laut Hougan handelte es sich um einen klassischen Cyberangriff, bei dem die Angreifer menschliche und organisatorische Schwachstellen ausnutzten. Die Bitcoin-Blockchain selbst sei nicht kompromittiert worden. Auch die Bestände in regulierten Bitcoin-ETFs und die Cold-Storage-Wallets einzelner Anleger seien von dem Angriff nicht betroffen gewesen:
„Die zugrunde liegende Blockchain wurde nicht gehackt. Auch die Vermögenswerte in ETFs oder in den Cold-Storage-Wallets einzelner Nutzer waren nicht betroffen. Es handelte sich um einen klassischen Cyberangriff, bei dem menschliche Schwachstellen ausgenutzt wurden.“
Hougan betont, dass der Vorfall vor allem die Risiken zentralisierter Handelsplattformen wie Binance verdeutlicht. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen staatlich unterstützte nordkoreanische Hacker hinter dem Angriff stecken. Mehr als die Hälfte der gestohlenen Vermögenswerte konnte durch die Zusammenarbeit von Tether, Circle und weiteren Partnern gesichert werden.
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Binance hat unterdessen angekündigt, die Verluste seiner Nutzer zu 100 Prozent zu übernehmen. Hougan erklärt weiter, dass ein solches Black-Swan-Ereignis noch vor wenigen Jahren eine existenzielle Bedrohung für die Handelsplattform dargestellt hätte:
„Vor zehn Jahren hätte ein solcher Vorfall für Binance das Ende bedeuten können. Heute ist das nicht mehr der Fall. Vor fünf Jahren hatten institutionelle Anleger noch keine ETFs, auf die sie für eine sicherere Verwahrung zurückgreifen konnten.“
Die jüngsten Kursverluste bei Bitcoin und am Kryptomarkt führt Hougan allerdings nicht ausschließlich auf den Hack zurück. Auch die allgemeine Risikoaversion an den Finanzmärkten habe eine wesentliche Rolle gespielt. Dabei verwies er auf deutliche Verluste an der Nasdaq sowie einen Kurseinbruch bei Intel von mehr als 29 Prozent.
Mit Blick auf die weitere Bitcoin-Kursentwicklung zeigt er sich dennoch zuversichtlich und rechnet bereits innerhalb weniger Tage mit einer Erholung:
„Das hat nichts an der langfristigen Entwicklung von Bitcoin geändert. Ich denke sogar, dass wir in einer Woche sehen werden, dass die Kurse das hinter sich gelassen und sich wieder erholt haben.“
Seine Einschätzung stützt er unter anderem auf die historische Entwicklung nach früheren Hackerangriffen und anderen Black-Swan-Ereignissen am Kryptomarkt. Aus seiner Sicht zeigt die Vergangenheit, dass Cyberangriffe langfristig nur begrenzte Auswirkungen auf die Kursentwicklung von Kryptowährungen hatten:
„Historisch gesehen hatten Hackerangriffe keinen großen Einfluss auf die langfristige Kursentwicklung. Ich gehe davon aus, dass das auch diesmal so sein wird.“
Binance will Abhebungen in mehreren Etappen wieder freigeben
Binance will Auszahlungen nach dem Hackerangriff schrittweise wieder ermöglichen. Nach Angaben der Börse sollen die Dienste innerhalb von rund 34 Stunden nach der jüngsten Mitteilung wieder anlaufen, sofern die Sicherheitsprüfungen abgeschlossen sind.
Die Freigabe erfolgt gestaffelt nach Kryptowährungen. Ein verbindlicher Zeitpunkt für die vollständige Wiederaufnahme steht bislang nicht fest.












