Nachdem der Binance-Hack gestern den Kryptomarkt erschütterte, fiel der Bitcoin-Kurs von rund 80.000 auf zeitweise 76.500 USD. Zum Redaktionszeitpunkt notiert BTC bei 77.600 USD.

Inzwischen beziffert die Börse den Schaden auf rund 6,3 Milliarden USD. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein kompromittierter Laptop eines DevOps-Ingenieurs den Angreifern ermöglicht haben, unbefugte Auszahlungen auszulösen.

Binance verspricht, sämtliche Verluste zu 100 Prozent zu kompensieren. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt zudem, dass Bitcoin nach mehreren großen Börsenhacks neue Allzeithochs erreichen konnte.

Ein sich wiederholendes Muster

Bereits im Jahr 2014 führte der Zusammenbruch der damals größten Kryptobörse Mt. Gox zu einem Black-Swan-Ereignis für Bitcoin. Damals fiel der Kurs von rund 800 auf 400 USD und büßte damit zeitweise etwa 50 Prozent seines Wertes ein. Drei Jahre später erreichte Bitcoin ein neues Allzeithoch von 19.700 USD und stieg damit auf nahezu das 50-Fache seines damaligen Tiefstands.

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Auch der Bitfinex-Hack aus dem Jahr 2016 löste Kursverluste von mehr als 20 Prozent aus. Bitcoin fiel damals von rund 604 auf zeitweise 465 USD. Innerhalb von nur drei Monaten erholte sich BTC jedoch deutlich und notierte Anfang November bereits wieder bei rund 741 USD.

Der Coincheck-Hack im Januar 2018 ereignete sich mitten in einem ohnehin schwachen Marktumfeld. Bitcoin erreichte im weiteren Jahresverlauf ein Tief von rund 3.100 USD, stieg bis Ende 2020 jedoch auf 29.000 USD. Im November 2021 erreichte Bitcoin schließlich ein neues Allzeithoch von rund 69.000 USD.

Noch schneller verlief die Erholung nach dem Binance-Hack vom 7. Mai 2019. Damals erbeuteten Angreifer rund 7.000 BTC im Wert von etwa 40 Millionen USD, nachdem sie unter anderem API-Schlüssel und Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes kompromittiert hatten. Bitcoin reagierte zunächst mit einem Kursrückgang von knapp 6.000 auf rund 5.800 USD.

Der Einbruch war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits wenige Tage später überschritt BTC die Marke von 7.000 USD. Innerhalb von sieben Wochen legte die Kryptowährung um rund 136 Prozent zu und erreichte am 26. Juni zeitweise knapp 13.900 USD. Binance deckte die Verluste damals über seinen SAFU-Sicherheitsfonds.

Einen ähnlichen Kursverlauf von Bitcoin erwarten wir auch nach dem jüngsten Binance-Hack. Zwar sind die Verluste in Höhe von 6,3 Milliarden USD erheblich und markieren den bislang größten bekannten Kryptodiebstahl, allerdings hat Binance bereits angekündigt, sämtliche durch den Angriff entstandenen Verluste vollständig zu übernehmen.

Der Vorfall zeigt vor allem eines: Nutzer sollten die Verwahrung ihres Kryptovermögens sorgfältig planen und dabei mögliche Risiken berücksichtigen. Wir nutzen die BitBox02 Nova aus der Schweiz und sind damit rundum zufrieden. Der Hardware-Wallet-Hersteller bietet in Zusammenarbeit mit einem Partnerunternehmen sogar eine Versicherung gegen Diebstahl an.

FTX und Bybit: Neue Bitcoin-Rekorde trotz Milliardenverlusten

Ein weiteres Beispiel für ein Black-Swan-Ereignis ist der Zusammenbruch der Börse FTX im November 2022. Zwar handelte es sich dabei nicht um einen gezielten Hackerangriff, allerdings verlor BTC nach Bekanntwerden der prekären Situation innerhalb einer Woche knapp 22 Prozent und fiel auf rund 15.500 USD.

Etwa ein Jahr später notierte BTC bereits rund 134 Prozent höher. Im März 2024 erreichte die Kryptowährung schließlich ein neues Allzeithoch von rund 73.700 USD.

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Beim Bybit-Hack im Februar 2025, der nordkoreanischen Hackern der Lazarus-Gruppe zugeschrieben wird, fiel BTC zunächst um knapp fünf Prozent. Rund drei Monate später erreichte Bitcoin im Mai 2025 ein neues Allzeithoch von etwa 111.800 USD. Im Oktober desselben Jahres stieg der Kurs schließlich auf mehr als 126.000 USD.

Bitcoin-Kursentwicklung von 2014 bis 2026 auf logarithmischer Skala mit Kurseinbrüchen nach den Börsenhacks von Mt. Gox, Bitfinex, Coincheck, Binance und Bybit sowie dem FTX-Kollaps.
Bitcoin-Kurs im historischen Vergleich: Trotz teils massiver Kurseinbrüche nach Krypto-Börsenhacks und dem FTX-Kollaps erreichte BTC in den Folgejahren immer wieder neue Allzeithochs. Die Infografik zeigt die wichtigsten Ereignisse von 2014 bis Oktober 2026.

Wenngleich die Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Kursentwicklungen bietet, zeigen die genannten Hacks und Black-Swan-Ereignisse, dass sich Bitcoin bislang von diesen Krisen erholen und neue Allzeithochs erreichen konnte. Die nächsten Tage werden zeigen, wie schnell Bitcoin den jüngsten Schock überwinden kann.