Das vermeintlich bislang größte Black-Swan-Event der Kryptogeschichte könnte erneut aufgerollt werden: Der bereits verurteilte Krypto-Unternehmer Sam Bankman-Fried versucht gemeinsam mit seinen Anwälten, einen neuen Prozess rund um den Zusammenbruch der Kryptobörse FTX vor dem Supreme Court anzustoßen.
Vom Krypto-Milliardär zum Zusammenbruch von FTX
Bankman-Fried gründete die Börse FTX im Jahr 2019. Durch eine anfänglich ungewöhnliche Wachstumsstrategie entwickelte sich die Exchange innerhalb kurzer Zeit zu einer der größten Kryptobörsen weltweit. Parallel dazu führte er auch die Handelsfirma Alameda Research, die eng mit FTX verwoben war.
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Genau diese Geschäftsbeziehung wurde im späteren Strafverfahren zum Kern des Gerichtsprozesses. Nach Darstellung der US-Staatsanwaltschaft wurden Milliarden Dollar an Kundengeldern von FTX zu Alameda transferiert. Das Geld floss unter anderem in Investments, Kredittilgungen, Immobilien auf den Bahamas und politische Spenden.
Im November 2022 eskalierte die Lage. Zweifel an der finanziellen Stabilität von Alameda lösten massive Abhebungen bei FTX aus. Die Börse konnte die Auszahlungsforderungen nicht bedienen und beantragte am 11. November Insolvenzschutz. Bankman-Fried trat als CEO zurück.
Wenige Wochen später wurde er auf den Bahamas festgenommen und an die USA ausgeliefert.
Der Prozess begann im Oktober 2023 in New York. Mehrere ehemalige Führungskräfte aus Bankman-Frieds Umfeld, darunter Alameda-Chefin Caroline Ellison, sagten gegen ihn aus. Die Jury sprach ihn am 2. November in allen sieben verhandelten Anklagepunkten schuldig, darunter Betrug, Verschwörung und Geldwäsche.
Im März 2024 verhängte Richter Lewis Kaplan eine Haftstrafe von 25 Jahren. Nach den Feststellungen des Gerichts verloren FTX-Kunden rund 8 Milliarden Dollar. Zusätzlich wurde eine Einziehung von etwa 11 Milliarden Dollar angeordnet.
Warum Bankman-Fried jetzt den Supreme Court einschaltet
Bankman-Fried bestreitet weiterhin, einen Betrug mit dem Ziel dauerhafter Kundenverluste begangen zu haben. Seine Verteidigung argumentiert nun, die Jury habe wichtige Informationen nicht hören dürfen.
Im Mittelpunkt dieser Argumentation stehen vor allem die Vermögenswerte von FTX und Alameda Research. Seine Anwälte wollen darlegen, dass genügend werthaltige Assets vorhanden gewesen seien, um alle offenen Forderungen begleichen zu können.
Im weiterhin laufenden Insolvenzverfahren wurden erhebliche Vermögenswerte gesichert, die teilweise bereits an Gläubiger ausgezahlt wurden. Zuletzt zahlte der FTX Recovery Trust am 31. Juli 2026 rund 900 Millionen Dollar an berechtigte Gläubiger aus. Insgesamt wurden seit Beginn der Ausschüttungen bereits mehr als 10 Milliarden Dollar verteilt.
Nach Auffassung von Bankman-Frieds Anwälten zeigen diese Rückzahlungen, dass erhebliche Vermögenswerte vorhanden waren. Allerdings basieren die Auszahlungen auf den anerkannten Forderungswerten im Insolvenzverfahren und sind damit nicht automatisch ein Beleg dafür, dass FTX zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs zahlungsfähig war.
Bislang überzeugte auch diese Argumentation das Berufungsgericht nicht. Der Second Circuit bestätigte Bankman-Frieds Verurteilung am 12. Juni 2026. Die Entscheidung des Berufungsgerichts hält fest, dass die Verurteilung in allen sieben Punkten bestehen bleibt.
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Im nun angestoßenen Verfahren muss der Supreme Court zunächst entscheiden, ob er den Fall überhaupt zur Prüfung annimmt. Der Antrag allein führt weder zu einem neuen Prozess noch zur Aufhebung der Haftstrafe.











