Cardano-Gründer Charles Hoskinson hat die erste Version von Midnight Passport für Ende 2026 angekündigt. Im Rahmen seiner Keynote bei der Veranstaltung Midnight City Tokyo am 10. Oktober kündigte Hoskinson zudem zahlreiche neue Funktionen und Nebenprojekte an.

Midnight Passport: Der Zeitplan

Laut Hoskinson ist Midnight Passport die Antwort auf eine grundlegende Anforderung des Agenten-Zeitalters: Bevor Programme im Auftrag ihrer Nutzer handeln können, benötigen sie eine Identität. Die Entwicklung sei parallel zum Aufbau von Midnight City und zur Weiterentwicklung des Midnight-Netzwerks erfolgt. Zum Zeitplan sagte er:

„Zunächst brauchen diese Agenten irgendeine Form von Identität, richtig? Deshalb haben wir Midnight Passport entwickelt, dessen allererste Version gegen Ende des Jahres erscheinen wird. Und die ersten sechs Monate des nächsten Jahres werden eine wilde Zeit, weil ungefähr alle drei Wochen eine neue Funktion dafür ausgeliefert wird.“

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Einen konkreten Veröffentlichungstag nannte er jedoch nicht. Hoskinson erklärte weiter:

„Wenn du einen Agenten erstellst, hat dein Agent eine Identität, dieselbe Identität, die du hast. Zwischen den beiden gibt es keinen Unterschied.“

Im weiteren Vortrag begründete er die Bedeutung von Identität damit, dass ein Agent erkennen müsse, wer eine Entscheidung getroffen oder einen Vertrag unterzeichnet habe. Auch der Zugang soll möglichst einfach sein. Laut Hoskinson soll die Einrichtung über einen QR-Code passieren:

„Wie bekommst du Midnight Passport? Du scannst einen QR-Code. Sobald du Midnight Passport hast, hast du ihn für alles.“

Anschließend ergänzte er, wer selbst einen Passport besitze, könne diesen auch seinem Agenten geben. Welche Anwendungen zum Start unterstützt werden, verriet er noch nicht.

Auf die Identität soll eine Wallet-Schicht aufbauen. Nach Hoskinsons Darstellung wurde dafür bereits der Open Wallet Standard integriert. Diese Verbindung aus Identität und Wallet soll Agenten ermöglichen, Vermögenswerte zu verwalten und im Auftrag des Nutzers Transaktionen auszuführen.

Midnight City wird KI-Handel ermöglichen

Der nächste konkrete Anwendungsschritt ist der Handel mit echten Kryptowährungen. Hoskinson kündigte an, diese Funktion in Midnight City in den kommenden Monaten freizuschalten. Nutzer sollen Wallets aktivieren, Geld einzahlen und Agenten Handelsstrategien verwenden lassen können:

„In den nächsten Monaten werden wir in Midnight City Folgendes freischalten: Wenn ihr eure Wallets aktiviert, könnt ihr Geld einzahlen, und eure Agenten können Handelsstrategien herunterladen und auf anderen Blockchains sowie auf Infrastruktur außerhalb der Blockchain Trades mit echten Kryptowährungen platzieren. Es ist euer Agent. Ihr kontrolliert ihn.“

Auch die Kontrolle über die Strategien und deren Einsatz soll beim Nutzer liegen. Konkrete Handelsplätze, unterstützte Assets oder verbindliche Starttermine führte Hoskinson noch nicht auf.

Zudem sollen Agenten Fähigkeiten anderer Agenten nutzen und dafür bezahlen können. Dazu könnten Handelsstrategien ebenso gehören wie Programmierwissen oder andere spezialisierte Leistungen. Die Anbieter sollen ihre Fähigkeiten vermieten können, ohne sie vollständig offenzulegen.

„Anstatt die Fähigkeit zu teilen, vermietet ihr sie. Das ist das neue SaaS-Modell für alle, für Einzelpersonen und Unternehmen. Ihr könnt Marktplätze für all die Fähigkeiten schaffen, die Claude und ChatGPT haben.“

Die Nachfrage soll dabei von den Agenten selbst ausgehen. Der Nutzer formuliert eine Aufgabe, während sein Agent entscheidet, welche zusätzlichen Fähigkeiten er zur Lösung benötigt. Die Grundlage für diese Anwendungen nennt Hoskinson „Nightframes“. Hoskinson erklärte:

„Es ist der Nachfolger des Smart Contracts. […] Es ist ein privater, ständig aktiver Computer, der eure Programme ausführt. Er folgt euren Absichten. Und vor allem ist seine Arbeit überprüfbar.“

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Unter dem Ansatz „Bring your own intelligence“ will Hoskinson außerdem vorhandene KI und eigene Geräte einbinden. Der Einstieg soll zunächst über Browser und Smartphones erfolgen. Perspektivisch nannte er auch Spielekonsolen wie PlayStation und Xbox als mögliche Geräte, auf denen Agenten laufen könnten.

Aus ungenutzter Rechenleistung solcher Geräte könnte seiner Vorstellung nach ein verteilter Markt entstehen, auf dem Agenten Rechenkapazität einkaufen können.

Eine weitere Anwendung sieht der Cardano-Gründer bei privaten Offline-Zahlungen. In seinem Beispiel überträgt ein Smartphone einen privaten Schlüssel an ein anderes Gerät. Nach bestätigtem Empfang soll die Kopie beim Sender nachweisbar gelöscht werden. Der Cardano-Gründer erläuterte:

„Was sie gerade getan hat, ist, Bob das Geld zu geben. Genauso wie du Bargeld nicht mehr besitzt, wenn du es jemandem überreichst, sondern die andere Person es besitzt. Das funktioniert offline und außerhalb der Blockchain und ist vollständig privat.“

Hoskinson bezeichnete das Konzept als „Quantum Money“ und sieht einen potenziellen Einsatzbereich bei RealFi. Wie wir berichteten, ist das Projekt erst Anfang des Monats im Mainnet gestartet.

Nachfolgend findest du die Keynote in voller Länge: