Cardano-Gründer Charles Hoskinson hat in einem Livestream vom 3. August vor einer durch KI getriebenen Welle von Wallet-Angriffen gewarnt. Anlässlich des Coldcard-Hacks forderte er strenge Sicherheitsmaßnahmen innerhalb der Krypto-Industrie. Zudem warb er für Identitäts- und Wiederherstellungsfunktionen auf Midnight.
Coldcard-Hack ist eine Warnung
Bislang wurden infolge einer massiven Sicherheitslücke bei Coldcard-Hardware-Wallets schätzungsweise zwischen 1.367 BTC und 1.816 BTC von Angreifern gestohlen.
Eine Schwachstelle in bestimmten Coldcard-Firmwareversionen verringerte die Entropie erzeugter Seed-Phrasen, sodass Seeds und die daraus abgeleiteten privaten Schlüssel durchgerechnet werden konnten. Coinkite veröffentlichte daraufhin korrigierte Firmware.
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Hoskinson sieht darin eine Bestätigung seiner Warnung, dass KI-Systeme Firmware, Blockchain-Daten und kryptografische Bibliotheken geduldig nach Schwachstellen durchsuchen können:
„Diese KI-Systeme sind so gefährlich, weil sie die Geduld haben, jedes Glied der Kette zu beobachten und genau zu untersuchen. Sie prüfen ein Glied nach dem anderen. Sobald ein kleines Detail bricht, fällt die gesamte Kette auseinander.“
Einen Beleg dafür, dass der Coldcard-Angriff tatsächlich mithilfe von KI entwickelt wurde, gibt es bislang noch nicht. Die Täter sind weiterhin auf freiem Fuß. Es besteht jedoch der starke Verdacht, dass die Hacker KI eingesetzt haben, um die zugrunde liegende Schwachstelle in der Firmware aufzudecken.
Hoskinsons These lautet deshalb, dass Modelle wie Claude oder ChatGPT zunehmend mehr Angriffe auf Wallets und Services ermöglichen werden.
Das empfiehlt der Cardano-Gründer
Laut Hoskinson muss bei der Sicherheit unterschieden werden, wie viel Krypto-Vermögen auf dem Spiel steht. Eine kleine Position in einer Browser-Wallet verlangt eine andere Sicherheitsarchitektur als ein Millionenbestand:
„Wenn ich ADA im Wert von fünf US-Dollar halte, ist das eine völlig andere Situation, als wenn ich ADA im Wert von fünf Millionen US-Dollar besitze. Dafür braucht man sehr unterschiedliche Verwahrungslösungen und Sicherheitskonzepte.“
Ab einigen Tausend US-Dollar empfiehlt er Hardware-Wallets mit überprüfbarem Open-Source-Code, unabhängigen Sicherheitszertifizierungen und mehreren Authentifizierungsfaktoren.
Bei Millionenbeträgen sei „multimodales Multisig“ der Goldstandard: ein M-von-N-System, dessen Schlüssel auf Geräten verschiedener Hersteller liegen. Ein Fehler in einer Produktlinie würde dann nicht ausreichen, um die Wallet zu kompromittieren.
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Auch die Art und Weise der Umsetzung des Multisigs ist entscheidend. Wird Multisig über einen Smart Contract umgesetzt, kann dieser selbst zur Angriffsfläche werden. Bei vollständig offchain erstellten Verfahren entfällt dieses Risiko.
Midnight soll Recovery ermöglichen
Während Self-Custody vor allem unbefugten Zugriff verhindern soll, will Hoskinson mit Midnight eine zweite Sicherheitsebene schaffen:
„In der einen Welt geht es um Zugriffskontrolle: Ich versuche, Unbefugte fernzuhalten. In der anderen Welt geht es um Wiederherstellung. Was passiert, wenn bereits etwas schiefgegangen ist, und wie beweist der Betroffene dann, dass ihm das Wallet gehörte?“
Sein Ansatz sieht vor, eine selbstverwaltete Identität kryptografisch mit einer Adresse zu verknüpfen, ohne diese Beziehung öffentlich offenzulegen. Nach einem Hack könnte der Eigentümer die Verbindung nachweisen.
Das soll langfristig Versicherungsmodelle ermöglichen, bei denen Identität und Besitz einer Wallet-Adresse prüfbar sind. Hoskinson zufolge arbeitet das Midnight-Team dafür an „Midnight Passport“.













